Ich finde nicht, dass der Begriff "Alt" grundsätzlich negativ besetzt ist.
Natürlich gibt es Leute, die von Mitmenschen in der "späten Lebensphase" schlecht denken - aber glauben Sie ernsthaft, das wird besser, wenn man diese Mitmenschen mit einem anderen Wort betitelt ?
Schauen Sie doch mal in der Wikipedia unter dem Begriff "Euphemismus-Tretmühle" nach ...
Ich denke, diese Petition und die Diskussion erübrigt sich, denn voraussichtlich ab Sept. 2016 soll es nur einen einheitlichen Pflegeberuf geben , mit der Bezeichnung "Pfleger", da ist alles drin Alten- Kranken- und Kinderpflege.
... vielleicht meint der Petent ja die Unterscheidung zwischen "Alten" und "Best-Agern", wie das heute in der Werbung heißt. Die "Best-Ager" sind beste Konsumenten, die "Alten" sprinen nur noch auf Inkontinenzprodukte an ... ;-)
Wie lautet eigentlich der politisch korrekte Wohlfühl-Euphemismus für die verfolgte Minderheit jenseits des Regelrenteneintrittsalters?
Ironie an.
Nun ja, also wenn man schon über zeitgemäß, Diskriminierung und dann natürlich auch übers gendern spricht, müsste eine korrekte Bezeichnung lauten:
Seniorinnen- und Senioren- Kranken und Gesundheitspfleger und -Pflegerinnen heißen.
An der Arbeit ändert sich nichts, allerdings müssten Formulare quer ausgefüllt werden, um die Berufsbezeichnung auszudrucken.
Ironie aus.
Über GfK habe ich sogar selbst einen Artikel geschrieben.
http://www.lebensfreude-finden.de/Aufsatz/GfK.htm
Falls der Link gelöscht wird, weil derartiges hier unerwünscht ist, hier ein Auszug, mit dessen Hilfe sich vielleicht sogar danach googeln lässt:
"Gewaltfreie Kommunikation ist Gewalt pur" schrieb jemand in einem Forum.
Ich muss ihm Recht geben.
...
In Wikipedia ist die Gewaltfreie Kommunikation aus dem Elfenbeinturm erklärt, und das zitierte Beispiel endet gerade dort, wo es eigentlich schwierig wird:
...
Fazit
Die gewaltfreie Kommunikation entspricht in ihrem Verhalten der Gesprächstherapie nach Rogers (von der sie ja auch abgeleitet ist) und dem "Aktiven Zuhören" aus der Kindererziehung. Diese Methoden kann man als Therapeut oder Eltern wunderbar einsetzen, damit verärgerte Menschen sich über ihre Gefühle klar werden, sich beruhigen, und dadurch fähig werden, ihr Problem konstruktiv zu lösen.
Aber wenn man an der Ursache des Ärgers selbst beteiligt ist, lässt man den anderen dadurch nur ins Leere laufen und erhöht so seinen Stress und Ärger. Irgendwann gibt er dann auf und revanchiert sich hinterrücks, wenn er nicht sogar zuschlägt.
Als Beteiligter muss man vielmehr lösungsorientiert handeln, indem man den anderen unklare Vorwürfe selbst konkretisieren lässt, und sich unter Berücksichtigung beider Grenzen am Aushandeln einer Lösung beteiligt.
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"Und jemanden als "alt" zu bezeichnen- selbst wenn er es in Jahren auch sein mag- bedeutet nicht dass er es auch im Herzen ist."
Ja und? Für mich und m.E. die Mehrzahl der Menschen bedeutet "alt" die Anzahl der Kalenderjahre. Etwas anderes steckt in dem Begriff nicht drin. Ob man dann zusätzlich Senilität oder Lebenserfahrung hineininterpretiert, ist Sache der persönlichen Einstellung, und das kann man mit dem Begriff "Senior" genauso machen. Die Umbenennung erreicht also NICHTS.
Zitat: von Soturi
Die heutige Elektrotechnik, Medizin und hunderte andere Tätigkeiten sind mit denen von vor 50 Jahren nicht zu vergleichen. Trotzdem käme niemand auf die Idee, die Bezeichnungen ändern zu wollen.
Oh doch- es wurde erst 2003 die Krankenschwester oder Kinderkrankenschwester zur Gesundheits- und Krankenpflegerin "umbenannt" vom Bundestag.
In der Schweiz nennt man diese viel passender "Pflegefachfrau und Pflegefachmann".
Zitat: von Malika2000Zitat: von Soturi
Wieso ist denn der Begriff "Altenpflege" negativ belastet, ja sogar diskriminierend? Ist das einfach nur Ihre Empfindung? Meiner Empfindung nach trifft dies nicht zu, zumindest nicht anders als "Seniorenpflege".
Chef zum Angestellten- Oh sind Sie schon alt.
Chefin zur Angestellten- oh- sie sind schon Seniorin.
Ich suche und suche, aber finde leider keine sinnvolle Aussage in Ihrem Beitrag. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?
Vorschlag zur Güte:
Ersetzen wir doch den Begriff "Alten"pfleger bei den Pensionären durch den Begriff "Senioren"pfleger und lassen bei den "alten" Rentnern alles beim Alten! Und trotzdem sollten wir uns vorrangig darum kümmern, sowohl den "Alten-" als auch dann den "Senioren-"pflegern endlich ein auskömmliches Einkommen zu sichern. Das finde ich wichtiger, als sich um Begriffe zu streiten!
Natürlich keine Mitzeichnung (<= hat mir übrigens meine 94 Jahre "alte" Mutter auch verboten!) ;-)
Gruß
Genau. Das ist mal wieder ein Beispiel davon, wie manche glauben, mit der richtigen Verpackung verkaufe sich etwas besser. Das Bewußtsein bestimmt das Sein. Hauptsache, mit aller Verkrampfung alles politisch korrekt benannt - dass das am Ende weder das allgemeine Sein noch das allgemeine Bewußtsein im Sinne der politisch Korrekten "verbessert", ist dabei natürlich völlig egal. Symbolpolitik at its best.
Was dem Begriff Altenpflege mehr helfen würde, wären bessere Arbeitsbedingungen in dem Beruf. Aber das kostet halt wieder Geld. Geld aus den notorisch klammen Sozialkassen. Eine Wortänderung ist da eindeutig billiger.
Letztendlich, so lange in der geriatrischen Pflege geriatrische Pflege drin ist, ist es egal, ob sich das jetzt "Alten-" oder "Senioren"pflege nennt. Das Image bleibt das Selbe.
Zitat:
Das Wort Alten ist von vorgestern, respektlos ja diffamierend und sollten daher durch den Begriff Senioren ersetzt werden.
Zitat:
Der Begriff ist wertfrei von Vorurteilen, gilt für eine größeren Personenkreis, nicht diskriminierend und daher zeitgemäß.
Aha, "gilt für einen größeren Personenkreis". Soso. Will da womöglich jemand die Freuden der Seniorenpflege einem größeren Personenkreis angedeihen lassen, egal, ob die Klienten das brauchen oder wollen oder nicht? Ansonsten, siehe oben.
Nicht jeder "Senior" braucht zum Glück "Pflege". Das brauchen eher die "Alten". Was traditionell auch ein Bergriff für Senioren ist, die nicht mehr alleine zurechtkommen. Von daher ist die aktuelle Bezeichnung durchaus korrekt.
Und der Petent ist wohl nicht ganz so fest im poltisch korrekten Wortschmiedesattel. "Senioren" ist der falsche Ausdruck, da er etwas anderes meint als der petent beschreibt. Der Begriff "Betagte" oder "Hochbetagte" wäre evtl. besser gewesen. Wobei aber auch diese Begriffe noch subtile Nebenbedutungen haben, und auch nicht jede(r) Hochbetagte eine Hochbetagtenpflege benötigt.
Womit wir wieder am Anfang meines Beitrags wären.
Dann könnte ich auch zu ihnen statt Frau sowieso wieder Fräulein sowieso sagen- weil das ja früher auch schon immer so war (wenn nicht verheiratet?)