Nutzer2454288 | Mon Oct 17 18:54:59 CEST 2016 - Mon Oct 17 18:54:59 CEST 2016

Nur knapp 4 % der Fläche sind in Deutschland überhaupt Naturschutzgebiete. Andere Länder können ganz anderen Flächengröße vorweisen. Das Angeln sollte auf jeden Fall komplett wenigsten in den Naturschutzgebieten verboten werden. Die Angler laufen durch das Gebiet und stören dadurch auch andere Tiere, zertreten Pflanzen und sind Vorreiter für andere Menschen, die die Pfade benutzen und weiter austreten. Schon ist wieder ein neuer Trampelpfad im Naturschutzgebiet entstanden. Auch das Ufer wird zertreten. Hier werden dann auch besonders die Brutvögel und Wasservögel im Winter gestört. Dieses ist für ein Naturschutzgebiet nicht zielführend. Leider erlebe ich immer wieder das Angler auch ihren Müll vor Ort lassen. Gerade habe ich wieder den Rest einer Angelschnur mitgenommen um zu verhindern das Tiere sich darin verfangen und elend zu Grunde gehen. Zum Angeln gehört ja auch die Hege - also das Einsetzen von Fischen. Fische sollten in Naturschutzgebieten nur mit Naturschutzfachsinn und nur von den Naturschutzbehörden veranlasst eingesetzt werden, wenn es für die Entwicklung des Gebietes nötig ist. Amphibien werden z.B. grundsätzlich durch Fische beeinträchtigt.
Wenigsten in den Naturschutzgebieten (das sagt ja schon das Wort) sollte die Nutzung durch den Menschen eingeschränkt werden. Nutzer haben oft nicht das Ziel des Schutzes und die Entwicklung des Naturschutzgebiets im Blick und auch nicht die entsprechenden Kenntnisse. Eine Verschlechterung des Gebietes kann nicht durch Nutzung wie Angeln sichergestellt werden.

96 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

StefanJ-- | Sat Oct 15 07:22:01 CEST 2016 - Sat Oct 15 07:22:01 CEST 2016

... das wollte ich noch hinzufügen. Und wenn es beim Dorsch so ist, dann wird es sich bei anderen Spezies ähnlich verhalten.

Wollen wir Verhältnisse in den USA? Wo die "game fish"-Spezies praktisch gar keine Chance mehr haben gegen die "Sportfischer"? Eigentlich ist das, was da auf See abgeht, das maritime Gegenstück zu den "canned hunts".

Ich habe nichts gegen Angeln oder Jagd. Aber diese Trophäen"jäger" empfinde ich nur als armselig.

146 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

lunasteph | Fri Oct 14 19:58:40 CEST 2016 - Fri Oct 14 19:58:40 CEST 2016

Erst gestern konnte in einem Bericht (öffentlich-rechtlicher Sender) entnommen werden, dass die sog. Hobbiangler ein sehr, sehr große Menge an Fischen aus dem Wasser ziehen. - ZUM SPASS, ALS HOBBY !!???
Die Situation unserer Meere, Gewässer, bzw. der darin lebenden Fische ist sowieso schon so bedroht, der Fischbestand kurz vorm Kollaps - vor der Auslöschung!!

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum Hobbyanglern kein Verbot zum Fischen ausgesprochen werden soll, bei der Überfischung!
(Natürlich bin ich auch gegen die Fischerei-Industrie mit ihren verbrecherischen Methoden!)

76 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

UweSi | Wed Oct 12 09:27:47 CEST 2016 - Wed Oct 12 09:27:47 CEST 2016

Zitat: von Ohne-Ohne
....
Durch die Berufsfischerei werden die Fischbestände stärker reduziert als eine selektive Entnahme der Fische durch den Angler.
...


Zitat aus meinem kleinen regionalen Käseblättchen von heute unter der Überschrift "EU kürzt Dorsch-Quote":
...... Erstmals werden auch Obergrenzen für Freizeitfischer eingeführt, da sie mittlerweile ähnlich viel Dorsch aus der Ostsee holen wie Berufsfischer. .......
Gruß

275 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

Ohne-Ohne | Thu Oct 06 13:55:52 CEST 2016 - Thu Oct 06 13:55:52 CEST 2016

das geplante Verbot entbehrt einer gewissen Logic.
Sofern das Gebiet unter Naturschutz zu stellen ist, ist es nicht nachvollziehbar warum in dem Gebiet die Berufschiffahrt zulässig ist.
Zweitens ist nicht plausibel, warum eine Angelfischerei verboten werden soll. Durch die Berufsfischerei werden die Fischbestände stärker reduziert als eine selektive Entnahme der Fische durch den Angler.
Es ist wohl wieder ein Fall durch staatliche Überregelmentierung.

216 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

rr12 | Wed Oct 05 11:32:28 CEST 2016 - Wed Oct 05 11:32:28 CEST 2016

In der Fischereischeinausbildung stelle ich meinen Schützlingen immer die folgende Frage. Wir setzen 5 Karpfen in eine gaaanz grosse Badewanne ohne Stöpsel jeder von Euch bekommt ein Netz und eine Handangel. Wie bekommt Ihr die Karpfen aus der Wanne ohne Stöpsel?
Antwort:..................................Netz.....................................................
Warum ist das so, weil die ersten 2 Karpfen noch an der Angel beißen würden, der Rest natürlich nicht mehr, um das Überleben seiner Art zu sichern!
Nun noch ein Vorschlag der uns alle betrifft, sagen wir mal die Angler erlegen sich für 3 Jahre ein komplettes Angelverbot auf und im Anschluß verzichten die Berufsfischer für 3 Jahre auf ihren Fang!
Wie würde sich der Bestand der Fische entwickeln?
Mein Tipp nach 3 Jahren Fischereiverbot könnten wir über den gewachsenen Dorschbestand trockenen Fußes nach Schweden gelangen, nach 3 Jahren Angelbverbot hätten die Fischer immer noch genügend Fische in Ihren Netzen, will damit sagen mit der Handangel würde man nie eine Art bedrohen oder ausrotten können, mit dem Fischernetz schon!

142 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

Nutzer2452257 | Wed Oct 05 10:48:07 CEST 2016 - Wed Oct 05 10:48:07 CEST 2016

Das Verbot der Freizeitfischerei hat nicht das Ziel die Fische zu schonen, die z. B. in der Ostsee bis auf den Dorsch in einem guten Zustand sind, was eine wirtschaftliche Nutzung erlaubt. Welcher Schutzzweck wird lt. Verordnungen verfolgt? Ziel sind Erhaltung bzw. Wiederherstellung der ökologischen Werte und Funktionen des Gebietes, insbesondere Morphodynamik (reliefbildende Prozesse), marine Makrophyten (höhere Wasserpflanzen); Bestände der Schweinswale, Kegelrobben und Seevogelarten sowie die Vernetzung der benthischen Lebensgemeinschaften (Gemeinschaften des Meeresbodens). Alle vorgenannten Dinge sind durch das Angeln nicht ernsthaft negativ bzw. gar nicht beeinflusst. Das Managen der Fischbestände obliegt nicht dem Naturschutz, sondern der DG Mare, was sie auch tut mit Quoten, Fangverboten und Mindestfangmaße etc.
Gruß

198 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

StefanJ-- | Sat Oct 01 08:09:00 CEST 2016 - Sat Oct 01 08:09:00 CEST 2016

Zitat: von Nutzer291
Als Mensch mit einem gesunden Menschenverstand kann man doch nur den Kopf schütteln über die Entscheidungen gewisser bürokratischer Einrichtungen. Letztendlich ist die weltweite Überfischung der Meere das Produkt von Behörden, wie es sie in jedem Land gibt. Sie arbeiten gegen alle Fische oder gegen alle Menschen. Einen logischen Kompromiss scheint es nicht zu geben.

Nein, die weltweite Überfischung ist ein Produkt der Fischereiindustrie. Die leider von einer willfährigen Politik gerne unterstützt wird mit Ausnahmen, Sonderregelungen, lächerlichen Fangquoten und jeder Menge Subventionen.

Die Zeiten der Kompromisse sind in meinen Augen lange vorbei. Alle beklagen die Überfischung mit ganz großen Krokodilstränen. Aber keiner tut wirklich was dagegen, weil er sonst jede Menge wütender Fischer und Vertreter von Geschäftsinteressen im Büro vor der Tür sitzen hat (die sind sogar noch schlimmer wie die französischen Landwirte). Zudem gehört die hohe See niemandem. Ein klassischer Fall von der Tragik der Allemende. Die dazu führt, dass die Fischerei wie Bergbau betrieben wird ("mining the sea").

Und die Subventionen führen dazu, dass zu viele und zu große Schiffe auf Fang gehen.

Es gab ja mal Berichte, dass die Höhe der jährlichen Subventionen für die Fischerei weltweit höher ist wie der Wert des angelandeten Fischs.

Es gibt Berichte im Netz, dass z.B. die US-Fangflotte dank Subventionen zu 50% nicht ausgelastet ist, sprich, sie ist um 50% zu groß.

Und all das bezahlt nicht nur die Natur, sondern auch der Vebraucher.

Letzten Endes hat man das mit dem "gesunden Menschenverstand" während der letzten 50 Jahre versucht, und es hat nicht funktioniert.

Zitat: von Nutzer291
Müssen die Schlauchboot-/Ruderbootangler wirklich die nur für sie gesperrte ufernahe Naturschutzzone verlassen und weiter hinaus fahren, wo natürlich auch Fische sind? Aber auch das Risiko, nicht zurückzukehren, steigt? Die DGzRS kann Auskunft geben über Anglerboote auf offener See.


Tja, da wäre die Frage, was ein "Schlauchboot-/Ruderbootangler" überhaupt auf dem Meer zu suchen hat.

Ich habe jetzt mal gegoogelt. Wir reden hier über das Fischen in den bereits bestehenden (Natur-) Schutzgebieten. Dort mit dem Ruder- oder Schlauchboot hinzupaddeln wäre per se eine Aktivierung der DGzRS. Oder würden Sie mit ihrem 3-Meter-Schlauchboot da hinpaddeln?
- Doggerbank
- Borkumer Riffgrund
- Sylter Außenriff“ in der Nordsee
- Fehmarnbelt
- Kadettrinne
- Pommersche Bucht
- Rönnebank
Es geht hier also nicht um die von Ihnen kolportierte "ufernahe Naturschutzzone" - dort ist Angeln jetzt schon fast überall verboten, wo ein Naturschutzgebiet eingerichtet ist.

Ach ja, von wegen "nur 20 km Einzugsgebiet". Der Deutsche Angelfischerverband hat ein Schreiben an das BMUB im Namen von "600 Tsd. Deutschen Angelfischern" gerichtet. Das sind also alles gar nicht so wenige, die da angeln wollen.

191 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

Nutzer291 | Fri Sep 30 23:33:06 CEST 2016 - Fri Sep 30 23:33:06 CEST 2016

@ StefanJ

Zugegeben, der Vergleich mit der Kuhwiese hinkt.
Aber wenn ich einen kleinsten Teil eines Kuhfladens entferne, verdorrt die Wiese auch nicht.

Als Mensch mit einem gesunden Menschenverstand kann man doch nur den Kopf schütteln über die Entscheidungen gewisser bürokratischer Einrichtungen. Letztendlich ist die weltweite Überfischung der Meere das Produkt von Behörden, wie es sie in jedem Land gibt. Sie arbeiten gegen alle Fische oder gegen alle Menschen. Einen logischen Kompromiss scheint es nicht zu geben.

Müssen die Schlauchboot-/Ruderbootangler wirklich die nur für sie gesperrte ufernahe Naturschutzzone verlassen und weiter hinaus fahren, wo natürlich auch Fische sind? Aber auch das Risiko, nicht zurückzukehren, steigt? Die DGzRS kann Auskunft geben über Anglerboote auf offener See.

234 Personen finden diesen Beitrag hilfreich

StefanJ-- | Fri Sep 30 16:48:15 CEST 2016 - Fri Sep 30 16:48:15 CEST 2016

... die Kuhwiese ist aber kein FFH-Gebiet, und das Gras nicht gefährdet ...

Im Gegenzug, lassen Sie sich dabei erwischen, auf einer Schafheide diverse Disteln oder Stauden herauszureißen, dann sehen wir mal, wie schnell da örtliche Umweltschützer auf der Matte stehen. Egal, ob FFH oder nicht.

Oder versuchen Sie mal, im FFH-Gebiet zu campen, oder sonstwie naturnah zu nutzen.

240 Personen finden diesen Beitrag hilfreich