Was die Kollegin nicht begreift, ist die einfache Tatsache, dass der Goldpreis in guten Zeiten steigt und in schlechten fällt. Man bekommt also weniger Margarine oder Kartoffeln für Gold just dann, wenn man Margarine oder Kartoffeln braucht. Und wenn man Reserven hat, um Gold zu kaufen, ist es besonders teuer. Gold als "Krisenwährung" würde gegenwärtig also die Krisen nicht glätten, sondern verschärfen.
Das hängt damit zusammen, dass die meisten gar nicht kapieren, wie kompliziert Geldtheorie tatäschlich ist, weil die Wertaufbewahrungsfunktion von Geld immer mehr die beiden anderen Funktionen (Wertvergleich und Tausch) überdeckt. Nötig wäre das viel stärkere Entkoppeln der Wertaufbewahrungsfunktion - z.B. durch eine viel höhere Inflation dahin, dass sich jeder gefälligst selbst Gedanken darüber macht, wie er seine Werte für später aufhebt (also z.B. für Rente). Wenn sich der Staat hauptsächlich Gedanken darüber machen muss, wie er die beiden anderen Funktionen aufrecht erhält (wie es ja im Zuge der Subprime- und Staatsfinanzenkrisen hervorragend gelungen ist), ist schon viel gewonnen. Dann kann es nämlich egal sein, ob sich @Malika2000 lieber Gold im Keller stapelt oder ich mir südamerikanische und südafrikanische Aktien kaufe. Wenn ich mein Geld dann in den Sand gesetzt habe und Malika ihren Ruhestand im Luxus verleben kann, ist das kein staatliches Problem. Und umgekehrt auch nicht ... Dann darf eben keiner jammern und die Schuld einem angeblich unsozialen System geben ...
... Finanzpolitik im Rückspiegel?
Aber den Knackpunkt habne Sie irgendwie nicht begriffen. Alles Gold der Welt, wirklich alles, einschließlich dessen, was mit den spanischen Galeonen im Atlantik versunken ist, als Schmuck in Umlauf ist, auf den Stupas in Nepal, Bhutan und Burma klebt, oder auf den Leiterplatten aller möglichen elektronischen Geräte sitzt, würde gerade mal so ausreichen, die Eurozone mit Währung zu versorgen ...
Aber egal.
Die Goldpreisentwicklung der letzten 16 Jahre zeigt ganz deutlich den stark angestiegenen Goldkurs bis zum Jahr 2011, danach setzte ein Abflauen ein und hält bis heute noch an. Wohl dem, der sich vor dieser Zeit seine Goldreserven zugelegt hat!
Klar- Betongold geht auch.....nur nicht gerade jetzt- warten lieber darauf, dass die Immobilienblase platzt.
Hier am Ort nicht, weil die Grundsteuern massiv gestiegen sind- da besteht kein Interesse mehr.
DOPPELPOST
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Ihr Moderatorenteam
Zitat: von Malika2000
Lieber Gold als Papier. Gold ist wesentlich wertstabiler als irgendeine Währung die für nichts gut ist. Glücklicherweise war damals massives Gold noch günstig und dient solange als Schmuck. Wer hängt sich schon Euroscheine um den Hals.....?
Fragen Sie mal bei den Juden nach, wie viel ihr Schmuck noch wert war, als man im Dritten Reich gezwungen war, ihn zu Geld zu machen. Da bekam man allenfalls noch den Materialwert, die Kosten für die Bearbeitung waren verloren. Und eine Kette aus Goldbarren wäre wohl auch nicht als kleidsam empfunden worden ... Und in der Zeit nach dem WK2 hatten wir die "Zigarettenwährung", weil bestimmte Kreise wenigstens damit etwas anfangen konnten, das Gut auch einen Nutzwert hatte,
Klassische Gewinner bei der Golddeckung sind jeweils die Herrschenden und diejenigen, die Güter so reichlich haben, dass man sie verkaufen kann. Gold dient also als Reservewährung für die Oberschicht, um in der Krise den Rest so richtig abzocken zu können.
Deshalb ist es für Reiche vernünftig, im Gesamtportfolio auch eine gewisse Beimengung Gold zu haben. Aber definitiv nicht als Basis! Da ist der Euro viel besser, als gemeinsame Verständigung auf einen (!) Wert "so weit das Auge reicht".
Zitat: von Malika2000
Lieber Gold als Papier. Gold ist wesentlich wertstabiler als irgendeine Währung die für nichts gut ist.
Glücklicherweise war damals massives Gold noch günstig und dient solange als Schmuck.
Wer hängt sich schon Euroscheine um den Hals.....?
Wieso sollte Gold wertstabiler als Papier sein? Das Einzige, was Gold auszeichnet, ist
Zitat: von Der_Max
Stimmt überhaupt nicht. Es gibt keine Garantie für Geldwertstabilität - wie man unschwer auch am stark schwankenden Goldpreis sehen kann. Und in einer echten Krise ist Gold so ziemlich das Letzte, was jemand brauchen könnte. Eine Golddeckung der Währung in einer globalisierten Welt mit weitgehend freiem Personen- und Güterverkehr wäre geradezu eine Einladung zur Spekulation. Und diese Spekulation hat in den vergangenen 300 Jahren immer nur zu einer Umverteilung nach oben geführt.
Also: Finger weg!
Lieber Gold als Papier. Gold ist wesentlich wertstabiler als irgendeine Währung die für nichts gut ist.
Glücklicherweise war damals massives Gold noch günstig und dient solange als Schmuck.
Wer hängt sich schon Euroscheine um den Hals.....?
Zitat: von fghpw
Es gab auch noch die Rentenmark (1924-1948), welche durch Immobilien gedeckt wurde. Man kann aus Gold zwar Zahnersatz herstellen, aber den Hunger wird es nicht stillen! Papiergeld hat wenigstens noch ein Rest an Heizwert!
Zitat: von fghpw
Ich sehe weder eine Finanzkrise, welche die Auflösung der Eurozone unabwendbar macht, noch irgendein andern Vorteil die DM derzeit wieder einzuführen!
Zitat: von fghpw
Ich dachte immer Reichsbürger wollen mit Reichsmark bezahlen, oder wenigstens mit anderen Geld von der Reichsbank? Wenn ich nur wüsste, wo ich den Schein mit den 5 Billionen Mark hingelegt habe!
Zitat: von fghpw
Wer noch mal will jetzt die DM zurück? Irgendwo habe ich noch ein paar Alu-Chips herumliegen, Deutsche Mark mit Hammer, Zirkel und Ehrenkranz auf der Rückseite! Keine Fake-News das Zeug gab es wirklich!
Zitat: von fghpw
Ich habe oft die Währung gewechselt, nachvollziehen warum jemand der DM nachtrauert, fällt mir zugegeben schwer! Wenn ich jetzt umrechnen müsste, was meine Miete in DM kosten würde, bekomme ich das große Würgen!
Och, ob es heute 10 Mark sind und damals 5 Mark, oder heute 5 Euro und damals 5 Mark, das ist 1,95583-Mal Jacke wie Hose.
Zitat: von --
Plus, welches Gold, bitte? Das, welches schon langer vehökert wurde?
Zitat: von --
Ach ja, es gab ja auch mal einen Silberstandard. Und eine lateinische Münzunion auf diesem Standard. Wie ist das nochmal ausgegangen?
Es gab auch noch die Rentenmark (1924-1948), welche durch Immobilien gedeckt wurde. Man kann aus Gold zwar Zahnersatz herstellen, aber den Hunger wird es nicht stillen! Papiergeld hat wenigstens noch ein Rest an Heizwert! Ich sehe weder eine Finanzkrise, welche die Auflösung der Eurozone unabwendbar macht, noch irgendein andern Vorteil die DM derzeit wieder einzuführen!
Ich dachte immer Reichsbürger wollen mit Reichsmark bezahlen, oder wenigstens mit anderen Geld von der Reichsbank? Wenn ich nur wüsste, wo ich den Schein mit den 5 Billionen Mark hingelegt habe!
Wer noch mal will jetzt die DM zurück? Irgendwo habe ich noch ein paar Alu-Chips herumliegen, Deutsche Mark mit Hammer, Zirkel und Ehrenkranz auf der Rückseite! Keine Fake-News das Zeug gab es wirklich!
Ich habe oft die Währung gewechselt, nachvollziehen warum jemand der DM nachtrauert, fällt mir zugegeben schwer! Wenn ich jetzt umrechnen müsste, was meine Miete in DM kosten würde, bekomme ich das große Würgen!
Die Golddeckung als solche gab es nicht mehr, seit 1191 der erste Kreditbrief ausgestellt wurde und damit der Einstieg in die Giralgeldschöpfung begann. Denn die Golddeckung kann sich nur auf den Bargeldumlauf beziehen.
Also überlegen wir mal, was das bedeutet: Man dürfte also an der Tanke nicht mehr mit der Bank- oder Kreditkarte bezahlen, solange man nicht nachweisen kann, dass man die benötigte Menge Bargeld (!!!) nicht zu Hause liegen hat. Gehalt aufs Konto überweisen geht natürlich gar nicht - also wieder her mit der Lohntüte.
Usw.
Es gibt nur einen einzigen Grund, warum derart altertümliche Forderungen wie Golddeckung immer mal wieder auftauchen: Spekulation. Da hat sich jemand mit Gold (oder Zertifikaten darauf) eingedeckt und spekuliert auf den steigenden Goldpreis. Also muss man Nachrichten inszenieren (!) die die Nachfrage nach Gold erhöhen. Dazu eignen sich natürlich Euro-Untergangszenarien ganz prima. So auch in dieser Petition.