Ich trage seit Jahrzehnten englische Wachsjacken, das sind hervorragende Regenjacken.
Für die Umwelt ziemlich schlimm sind vermutlich Fleece-Produkte, weil die bei jedem Waschgang relativ lange und viele Fäden verlieren. Vielleicht könnte man damit anfangen, Fleece-Produkte zu verbieten? PET-Flaschen kann man doch bestimmt auch umweltfreundlicher recyclen als sie zu Fleece verarbeiten.
Oder (umweltfreundliche) Wäschesäcke entwickeln, die Fleece-Fusseln etc. auffangen?
Aber ob die dann von jedem benutzt werden würden, ist auch die Frage.
Ich hatte mal Bettwäsche aus Mikrofaser (die billige Made in China aus recycleten PET-Flaschen) gekauft, 1x gewaschen, 1 Nacht drin gepennt und das höllische Zeug sofort wieder umgetauscht. Denn dieses Polyester-Machwerk chemiefte wie Heißkleber, war sehr elektrostatisch, hinterließ ausreißende Flusen an rauer Haut und hatte schon nach dem Erstwaschgang einige Ziehfäden.
Dass dieses Material auf keinen Fall für Langlebigkeit optimiert ist (eher geplante Obsoleszenz) merkte man sofort. Außer für spezielle Putztücher (optische Geräte, Brille etc.) ist Mikrofaser im Alltag grober Unfug. Ob teure Hitech-Sportkleidung daraus sich ähnlich schlimm verhält, weiß ich nicht. Auf jeden Fall enden die Fasern auch irgendwann in Gewässern.
Ich hoffe, dass der WaMa-Nachfilter irgendwann für ca. 9.99EUR in jeder Haushaltsabteilung zu finden sein wird.
Zitat: von CYBERYOGI =CO=Windler
Statt Synthetikkleidung ganz zu verbieten, sollte man besser (wie den KAT beim Auto) einen Nachfilter fürs Abwasser von Waschmaschinen gesetzlich vorschreiben. Dieser wird einfach zwischen Abwasserschlauch und Abfluss geschaltet und die gesammelten Flusen dann im Restmüll entsorgt. .
Das scheint mir der bisher beste Beitrag. Ich bin zwar in Chemie nicht so firm, um mir die Realisierung konkret vorstellen zu können. Aber eine Menschheit, die zum Mond flog und auf den Mars will, wird doch wohl hoffentlich noch einen Filter für Kleinstplastik erfinden können.
Nichtsdestoweniger habe ich persönlich erstmal meine (vorübergehend große) Vorliebe für kuschelweiche Mikrofaser abgelegt.
Denn ich musste feststellen, dass die entsprechenden Decken und Klamotten bereits nach fünfmaligem Waschen kaum noch zu gebrauchen sind: (Man kann unterdessen durchgucken und durch die Mikrofaser-Decke die Zeitung lesen.).
Andererseits habe ich mehrere Decken aus der Erbmasse meiner Oma. Diese Decken wurden vermutlich ca. 1950 - 1960 produziert und waren auch schon zum Teil aus Chemiefasern. 50 % Baumwolle, 50 % Dralon steht drin. Was auch immer Dralon ist.... Jedenfalls scheint sich diese Chemiefaser von Mikrofasern dadurch zu unterscheiden, dass sich auch nach 500mal Waschen das meiste Dralon noch in meinen Decken befindet und nicht im Meer in Fischbäuchen.
Das Problem sind offensichtlich nicht die Chemiefasern sondern ganz speziell die Mikrofasern. Die scheinen sich halt besonders flott zu verflüchtigen.
Man kann natürlich hoffen, dass mehr Bürger so wie ich kapieren, dass der meiste Mikrofaserkram wegen seiner Kurzlebigkeit einfach überteuert ist.
Aber da es immer Bürger geben wird, die es vorziehen in zehn Jahren 20 Decken à zehn Euro zu kaufen statt zwei Decken guter Qualität à 50 Euro, brauchen wir halt auch eine Lösung für die Mitbürger aus der Konsumiere-Billig-Und-Schmeiße-Gleich-Wieder-Weg-Fraktion. Und die Lösung wäre halt der von Ihnen vorgeschlagene Filter für die Waschmaschine.
Zitat: von Nutzer241
Aus welchem natürlichen Rohstoff soll man denn wasserdichte Kleidung herstellen?
Naturkautschuk - bis in die 1960er Jahre waren Regenmäntel daraus sehr gebräuchlich (SuchMa: Kleppermantel). Sogar traditionelle Tauchanzüge gibt es daraus in China (SuchMa: "Rubber Fishing Waders" auf Aliexpress). Man kann Kautschuk sogar aus heimischem Löwenzahn herstellen. Allerdings ist das Material empfindlich gegen Ozon und Sonne (UV-Licht).
Ich frage mich eher was mit spezielleren Schutzanzügen (ABC/Hazmat) wird. Naturlatex-Anzüge funktionieren zwar prima für mystische Erfahrungen und Astralreisen, aber nicht gegen wirklich gefährliche Substanzen.
(lieber keine Mitzeichnung)
Statt Synthetikkleidung ganz zu verbieten, sollte man besser (wie den KAT beim Auto) einen Nachfilter fürs Abwasser von Waschmaschinen gesetzlich vorschreiben. Dieser wird einfach zwischen Abwasserschlauch und Abfluss geschaltet und die gesammelten Flusen dann im Restmüll entsorgt. Dort würden sie zwar auch nur thermisch verwertet (Erdöl wird zu CO2 etc.), aber weit unschädlicher als wenn sie für Jahrtausenden Gewässer verschmutzen und Wasserorganismen schaden. So einen Nachfilter würde ich (wenn er denn irgendwann hergestellt wird) auch bei meinem 1991er Waschtrockner nachrüsten - einem für Jahrzehnte reparaturfähigen Ganzmetall-Gerät ohne betrügerisch erschummelte Energielabel-Einstufung, dessen Existenz der Umwelt nun wohl schon über ein halbes Dutzend kurzlebiger Obsoleszenz-WaMa erspart hat.
Es geht nicht nur um Regenjacken.
Eine Schußweste aus Baumwolle funktioniert nicht.
Feuerwehranzug aus Viskose, wohl auch keine gute Idee
Ach, diverse Tierhäute sollen wasserdicht und atmungsaktiv sein. Natürlich wirkt sich recht negativ aus, dass die meisten Reptilien mit einer strapazierfähigem und atmungsaktiven und Wasserdichten haut auf diversen roten Listen vermerkt sind. Da wir aber uns anschicken, auf kurz oder lang sowieso alle Lebensräume für alle anderen Lebewesen zu besetzten, könnte dies dann auch das kleinere Übel darstellen.
Zitat: von Nutzer241
Aus welchem natürlichen Rohstoff soll man denn wasserdichte Kleidung herstellen?
Kautschuk, Krokodilleder, ... Ich freue mich schon auf die PETA-s, die möglicherweise auch hierzu gewisse Einwände haben ...