Nutzer2708538 | Mon Jul 09 05:08:50 CEST 2018 - Mon Jul 09 05:08:50 CEST 2018

Es gibt doch immer wieder mal Diagnosen die einem Todesurteil gleich kommen. Kein Mensch will sich für den Rest seines "eingeschränkten" Lebens noch lange mit Schmerzen oder beinamputiert im Rollstuhl oder halb gelähmt seine Selbständigkeit aufgebend oder würdelos mit Alzheimer alle Scham verlieren oder ..., mit einer todbringenden Krankheit bald sterben zu müssen, herumplagen. Und man will vielleicht der Gesellschaft nicht zur Last fallen, den Krankenkassen die hohen Kosten ersparen, den Kindern das Erbe nicht schmälern oder die Heimkosten abverlangen oder ihnen eine häusliche Familienpflege zumuten und meint, nun vorher lieber Selbstmord begehen zu müssen. Und krepiert dann über Tage an seiner Vergiftung. Ja, tagelang, denn so schnell stirbt es sich nicht, bis alle Organe "endlich" versagen. (Auch eine Geburt braucht seine stunden- oder tagelange Zeit und geschieht mit entsetzlichen Schmerzen.) Sind die Ärzte denn unfehlbare Götter, dass sie sich nicht bei der Diagnose und Todesprognose geirrt haben könnten? Quasi eine Fehldiagnose stellen, um noch mal ordentlich abkassieren zu können, weil der Patient schon relativ "alt" sei? Oder weil der Arzt keine Differenzialdiagnose in Betracht ziehen kann oder nicht will oder die Röntgenbefunde falsch gedeutet, die Laborbefunde vertauscht wurden?... Alles schon dagewesen. Gibt es nicht auch viele Fälle von alternativen Heilpraktiken oder gar wundersamen Selbstheilung? Geschähe dann der vorzeitige, unnatürliche Tod durch Selbstmord aufgrund von Irrtümern, Lügen mit Hoffnungslosigkeit auf Heilung und mit Schmerzängsten und Todesängsten, die eigentlich den ur-natürlichen Selbsterhaltungstrieb lähmen? Bräuchten die Menschen nicht vielmehr physiotherapeutische und psychotherapeutische Behandlung, mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit seitens der Gesellschaft und der Familie - statt Medikamentenvergiftung oder verpfuschte oder riskante oder unnötige Operationen?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und wann dieser Tod soweit sei, darf der fehlbare Mensch nicht entscheiden. Darum habe ich wegen möglicher Fehldiagnosen diese Petition nicht mitgezeichnet.

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Geroldus | Sun Jul 08 20:51:34 CEST 2018 - Sun Jul 08 20:51:34 CEST 2018

Wenn einmal die Tür aufgestoßen wurde, dann kann es leider auch passeren, daß aus dem Sterberecht in diesem Land eine Sterbepflicht wird. Die Hilfen, die dem Kranken zugute kommen werden dann schnell reduziert, bis dieser von selber aufgibt. Plötzlich gibt es dann bei einem mittellosen Menschen oder jemanden, dessen Organg grade passn seltsamerweise keine Alternative zum Selbstmord.Und ob man sterben will, das weiß man in letzter Konsequenz, wenn man tief drinsteckt. Bevor ich das Tabu der Sterbehilfe aufgebe, müssen alle anderen Möglichkeiten, auch die Vergabe von Drogen an die Kranken in Betracht gezogen werden. Im übrigen glaube ich auch nicht an solche Begriffe wie Hirntod nicht, da ich Personen kenne, die nach einer schlimmen Prognose wieder aufgewacht sind und sprechen können.

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