Geroldus | Wed Sep 12 07:08:17 CEST 2018 - Wed Sep 12 07:08:17 CEST 2018

Wichtig wäre es auch, daß die Ausgleichsabgabe an die Inflation und allgemeine Beschäftigungsquote der Schwerbehindertenquote angepasst wird. Auch darf es
keine direkten und indirekten Griffe in diese Kasse geben, um den Bundeshaushalt
zu stabilisieren, wie es bei der der Solidarrente der Fall ist. Auf Kosten der Rentenkasse
und Beitragszahler braucht weniger Grunsicherung bezahlt werden, während Beamte und
Selbständige fein raus sind.
Das ganze Geld sollte bei den Behinderten ankommen. Auch sollte darauf hingewirkt werden, dass sich das leitende Personal der Werkstätten vermehrt aus Behinderten zusammensetzt.

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Emsland | Fri Sep 07 13:14:31 CEST 2018 - Fri Sep 07 13:14:31 CEST 2018

Zitat: von Käsebrot
Wie man meinem weiteren Text entnehmen kann, bin ich nicht dafür, dass Menschen in einen
Zitat: von Emsland
zermürbenden Produktionsprozess
eingebunden werden, sondern dass sich Strukturen entwickeln, die nicht zermürben. Das ist ja nicht nur für Menschen mit Behinderung eine wünschenswerte Sache sondern für alle. Vielleicht hätten wir dann in unserer Gesellschaft auch nicht so ein Stress- und Burnout-Problem.

Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, ist klar. Aber daran zu arbeiten, finde ich wichtig.



Daran arbeiten sich die Gewerkschaften schon seit Jahrzehnten ab. Läuft aber nicht. Ich halte hier Inklusion für eine Abwertung der Lebenssituation.

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Käsebrot | Fri Sep 07 13:09:28 CEST 2018 - Fri Sep 07 13:09:28 CEST 2018

Wie man meinem weiteren Text entnehmen kann, bin ich nicht dafür, dass Menschen in einen

Zitat: von Emsland
zermürbenden Produktionsprozess

eingebunden werden, sondern dass sich Strukturen entwickeln, die nicht zermürben. Das ist ja nicht nur für Menschen mit Behinderung eine wünschenswerte Sache sondern für alle. Vielleicht hätten wir dann in unserer Gesellschaft auch nicht so ein Stress- und Burnout-Problem.

Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, ist klar. Aber daran zu arbeiten, finde ich wichtig.

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Emsland | Fri Sep 07 10:26:19 CEST 2018 - Fri Sep 07 10:26:19 CEST 2018

Zitat: von Käsebrot
Inklusion ist nicht dafür, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Es geht vielmehr darum, jeden in seiner Individualität anzuerkennen und allen die gleichen Chancen zu geben.

Fakt ist nun einmal leider, dass der Mehrheit der Menschen mit Behinderung der Weg auf den ersten Arbeitsmarkt verschlossen bleibt bzw. sehr erschwert wird. Von einer Chancengleichheit kann man hier also keinesfalls sprechen. Auch ist es leider so, dass viele WfbM nicht gemeindenah sind und die dort Tätigen also auch noch örtlich segregiert arbeiten.
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Ein Verwehrung des ersten Arbeitsmarktes kann man durchaus als Glücksfall sehen. Ernsthaft. Wieso sollten alle in den teils zermürbenden Produktionsprozess. Genau das meine ich damit, daß Inklusionsbefürworter den Horizont nicht haben für die Gesamtthematik.

Und natürlich werden mit der Inklusion alle über einen Kamm geschert, dieser Kamm nennt sich die gesellschaftlich übliche Positionierung. Wer hiervon abweicht, ist nicht gut gelitten. Bei den Abweichlern "nach oben" gibt es schon sehr gute Anerkennungen durch die Gesellschaften (in D etwas weniger), bei denen "nach unten" eher weniger.

Nicht das Objekt muss geändert werden, sondern der Blick auf dasselbe.

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Käsebrot | Thu Sep 06 13:44:45 CEST 2018 - Thu Sep 06 13:44:45 CEST 2018

Inklusion ist nicht dafür, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Es geht vielmehr darum, jeden in seiner Individualität anzuerkennen und allen die gleichen Chancen zu geben.

Fakt ist nun einmal leider, dass der Mehrheit der Menschen mit Behinderung der Weg auf den ersten Arbeitsmarkt verschlossen bleibt bzw. sehr erschwert wird. Von einer Chancengleichheit kann man hier also keinesfalls sprechen. Auch ist es leider so, dass viele WfbM nicht gemeindenah sind und die dort Tätigen also auch noch örtlich segregiert arbeiten.

Meiner Meinung nach ist die Abschaffung des Werkstättensystems sinnvoll, wenn (und nur wenn) dafür Strukturen geschaffen werden, die es jedem ermöglichen auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig zu werden. Dazu gehört auch, dass jeder Mensch mit seinen individuellen Eigenschaften, Fertigkeiten, Talenten und Bedürfnissen gewertschätzt wird. Das heißt, wenn jemand nur einige Stunden pro Tag arbeiten kann, dann soll er nur einigen Stunden pro Tag arbeiten. Wenn jemand eine längere Mittagspause braucht, dann soll er die auch nehmen können. Nicht die Menschen müssen sich den vorhandenen Strukturen anpassen, sondern die Strukturen müssen so verändert werden, dass Inklusion aller Menschen möglich wird.
Ich denke, dass das für alle Teilnehmer des ersten Arbeitsmarkt ein wünschenswertes Ziel sein könnte.

Ich weiß, dass diese Vorstellung zunächst utopisch erscheint, aber meiner Meinung nach ist sie erstrebenswert. Und wurde im Prinzip so auch mit der Behindertenrechtskonvention beschlossen.

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Caligulag | Mon Sep 03 03:28:13 CEST 2018 - Mon Sep 03 03:28:13 CEST 2018

Zitat:
Es gibt aber nun auch Behinderte, die beser in den Werkstätten arbeiten sollten, da sonst die Starken am Arbeitsmarkt über sie herfallen.

Das Bulling setzt sich in den Behindertenwerkstätten fort.

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Caligulag | Mon Sep 03 03:19:49 CEST 2018 - Mon Sep 03 03:19:49 CEST 2018

Zitat:
Die Arbeitsmoral meines Bruders ist für den ersten Arbeitsmarkt einfach nicht geeignet.

Angesichst der Zunahme von somatischen Erkrankungen und Frühverentung, ist vieleicht die verbreitete Vorstellung von Arbeitsmoral für Menschen nicht geeignet.

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Emsland | Fri Aug 31 09:10:59 CEST 2018 - Fri Aug 31 09:10:59 CEST 2018

Nein, das ist ein Widerspruch. Jemand mit einem Lauffehler ist nicht außerhalb der normalen Parameter. Eine Inklusion ist in dieser Situation wesensfremd und damit ein anderes Thema. Ich denke sowieso, daß viele die Materie gar nicht verstanden haben und Ideologien runtergepredigt werden.

Eine Inklusion wäre z. B. nach dieser Ideologie auch für einen Hawking notwendig, da er extrem vom Normwert abweicht (also Verdummung versuchen).

Es gibt für mich keine Personen außerhalb von Parametern, die Parameter sind die Welt und das ist gut so. Wer inkludieren will, scheint vielmehr ein schlechtes Gewissen zu haben. Warum auch immer. Und macht es dann meist nur von einer Seite. Ich verstehe diese Menschen nicht.

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Geroldus | Thu Aug 30 19:40:26 CEST 2018 - Thu Aug 30 19:40:26 CEST 2018

Das mit der Inklusion ist schon richtig so. Früher wurden Behinderte, auch wenn sie intelligent waren und nur etwas schlechter laufen konnten, systematisch zur Sonderschule abgschoben. Das ist das krasse Gegenteil. Ich bin selber gehbehindert und wurde abgeschoben. In der Jugend habe ich mich aber knallhart durchgesetzt und studiert. Wer ntelligent ist und nur nicht am Sportunterricht teilnehmen kann, kann doch z.B. ein guter Physiker werden. Ob Steven Hawkins das bei uns geschafft hätte ?
Es gibt aber nun auch Behinderte, die beser in den Werkstätten arbeiten sollten, da sonst die Starken am Arbeitsmarkt über sie herfallen.

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Sanniroc | Thu Aug 30 16:39:28 CEST 2018 - Thu Aug 30 16:39:28 CEST 2018

Ich hatte eine Kollegin, die einen behinderten Sohn hat. Die Werkstätten dienen auch dazu, dass die Familienangehörigen eines Behinderten arbeiten gehen können.

Eine weitere Kollegin war völlig erschöpft und ihr gelang es über diese Werkstätten wieder ins normale Berufsleben zu finden und mit dem Stress zurecht zu kommen.

Ich bin für den Erhalt dieser Werkstätten! Ich frage mich, ob evtl. die Hartz-IV-Regeln von der Petition davon betroffen sein könnten.

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