Auf Facebook Seiten für Unternehmer gibt es sehr viele die derzeit verzweifeln... warum sich diese hier nicht äußern verstehe ich nicht - obwohl vielmals auf diese Möglichkeit hier hingewiesen wurde. Ich habe das Gefühl, dass unsere Politiker gar nicht mitbekommen, wie es uns kleinen Unternehmern und Soloselbstständigen derzeit geht... in 1-2 Monaten sind viele insolvent und zwar privat und geschäftlich.
Es werden gesamte Branchen vergessen - sogar die IT Branche... ich habe seit März keine Aufträge mehr... wo bleibt die Digitalisierung? Projekte wurden eingestampft oder auf ungewisse Zeit verschoben.
Den beiden Beiträgen ist nichts hinzuzufügen. Das mit der Beteiligung hat sich geändert. Wir haben es geschafft, daß alleine gestern über 10.000 Personen diese Petition mitgezeichnet haben. Und es gab prominenten Support:
https://www.vgsd.de/bundestagspetition-lasst-uns-bis-donnerstag-zeigen-wie-viele-wir-wirklich-sind/
Zitat:
Die Bestseller-Autorin und Präsidentin des European Writers Council Nina George (auch hier), der Thriller-Papst Sebastian Fitzek (auch hier), die Schlagfertigkeits-Queen und Bestseller-Autorin Nicole Staudinger (auch hier), Kinderbuchautorin Cally Stronk (auch hier), der Publizist und „brand eins“-Mitbegründer Wolf Lotter und die Sachbuchautorin und Stiftungschefin Catharina Bruns haben in bewegenden Worten ihre Tausenden von Fans, aber auch Kollegen zur Mitzeichnung aufgefordert.
In dieser Krise sind größere Netzwerke aus Selbstständigen entstanden. Und die Vernetzung geht weiter. Die Zeiten, in denen Selbstständige keine Lobby hatten sind vorbei.
Gestern gab es übrigens auch einen Aktionstag in Frankfurt mit Marek Lieberberg (Konzertveranstalter, Rock am Ring etc.), Mario Barth, Bülent Ceylan, etc.:
https://www.fr.de/frankfurt/henni-nachtsheim-wir-sind-nicht-weniger-wichtig-lufthansa-zr-13807312.html
Zitat:
Marek Lieberberg steht am Montagmittag im braunen Sakko auf der Bühne vor der Jahrhunderthalle und ruft: „Unsere Branche besteht nicht nur aus uns Veranstaltern, sondern aus Hunderttausenden, die dafür arbeiten. Aufbauhelfer, Ordner, Caterer, Beleuchter, Techniker. Sie alle sind kaltgestellt worden, vergessen worden.“
Zwei Stunden lang treten Showgrößen bei der Kundgebung #mitabstandgehtesnicht auf: Comedians wie Badesalz, Mundstuhl, Mario Barth, Bülent Ceylan, Faisal Kawusi, aber auch das Magierduo Ehrlich Brothers sind dabei. Schließlich sei es fünf vor zwölf. „Es geht nicht um uns, wir, die jahrelang erfolgreich auf der Bühne stehen, werden es ein paar Monate ohne Auftritte überstehen. Wir sind für die Menschen hier, wie unseren Techniker, der selbstständig ist, und jetzt, um zu überleben, Pakete für den Mindestlohn packen muss“, erzählt Lars Niedereichholz von Mundstuhl.
Henni Nachtsheim von Badesalz betont: „Wir sind nicht weniger wichtig als die Lufthansa.“ Die Kultur- und Kreativwirtschaft sei ein enormer Faktor; allein 2018 habe sie 168,3 Milliarden Umsatz erzielt.
Was ist zu tun?
Tja, Ihr Selbstständigen, es gilt Folgendes zu begreifen:
Wir haben es hier mit einer Grundstruktur und Grundhaltung unserer Industriegesellschaft zu tun, die mit ihrer Entwicklung unsere Wirtschafts- und Sozialgeschichte begleitet. Die Industrie baute und baut auf massenhaft abhängig Beschäftigten auf, gestützt von einem immer stärker bürokratisierten Beamten- und Staatsapparat (wobei ich eine vehemente Befürworterin des Staates bin, aber eine ebenso vehemente Gegnerin der überbordenden Bürokratie). Selbstständige sind hier nur Sand im Getriebe, sie werden bekämpft und kleingehalten, von Wertschätzung ganz zu schweigen. Dies geschieht u.a. mit klischeehaften Propagandaslogans, wie wir sie in letzter Zeit in unserer neidischen und missgünstigen Gesellschaft immer häufiger und lauter zu hören bekommen haben: "Ihr arbeitet doch nicht", "Was Ihr macht, ist Firlefanz, aber keine Arbeit", "Habt Ihr in Eurem Leben jemals etwas Brauchbares hergestellt?", "Was habt Ihr aus Eurem Leben gemacht?" Dies, nachdem man die Freidenker und Windmühlenbekämpfer genau daran gehindert hat, nämlich etwas aus ihrem Leben zu machen oder anders ausgedrückt, ihnen den verdienten Lohn und Erfolg für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre wertvolle und bereichernde, identitätsstiftende und gesellschaftsstabilisierende Arbeit vorenthält.
Damit können sich die von Existenznöten unbefassten Festbestallten über die Selbstständigen - vor allem jene im Kunst- Kultur- und Bildungsbereich - vermeintlich erheben, was denen, die so denken, wohl eine Art Lebenszufriedenheit verschafft.
Für Viele durch alle sozialen Schichten hindurch sind wir nichts als ein rotes Tuch und eine bequeme Projektionsfläche. Aus diesem Grund ist noch immer Tatsache - und wir müssen uns das klarmachen und eingestehen - dass wir realiter eben n i c h t Selbstständige sind, sondern Abhängige von Kapital und Auftraggebern. Und h i e r gilt es, etwas gegen Geiz und Willkür zu tun, sowie gegen demütigendes Verhalten den Selbstständigen gegenüber. Hier liegt das Grundübel, das da heißt: Verachtung und Ächtung der Selbstständigen.
Für Euch, Ihr Selbstständigen, für uns also heißt die Aufgabe: Wie ist diese (all-) gemeine Haltung zu durchbrechen und umzukehren? Hier heißt es, kreativ und aktiv werden.