OneTimeStatement-- | 14.08.2022 - 07:07

Zitat: von fghpw
Zitat: von Nutzer4610271
Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen ? Wer hätte das gedacht ?

Das gilt nur, wenn man noch nicht bei Hartz IV gelandet ist.
Ich bekomme eine Weiterbildung nicht, weil sich laut Gerichtsurteil auch jüngere Menschen sich auf die selbe Stelle bewerben könnten.


Im GG steht auch nicht, dass jeder Deutsche jederzeit das Recht hat, seine Ausbildung von der Allgemeinheit finanziert zu bekommen. Aber man ist dennoch weiter frei, sich für jede erwünschte Ausbildung oder einen Beruf zu bewerben und die Stelle zu bekommen, so der AG einen einstellt. Oder sich per Nebenjob eine Ausbildung selbst zu finanzieren. Was durchaus Menschen machen, auch nicht mehr ganz so junge.

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OneTimeStatement-- | 14.08.2022 - 07:02

Zitat: von Petent
"Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden. Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht." (Art 12 GG)

was man regelmäßig nicht mit, jeder Deutsche darf jederzeit jeden Beruf ausüben, selbst wenn er dazu nicht ausgebildet ist und gar nicht die Fähigkeiten mitbringt, gleichsetzen darf.
Dass man nicht zu einer bestimmten Tätigkeit gezwungen werden darf, darf wiederum nicht gleichgesetzt werden damit, dass man nicht für seinen Unterhalt arbeiten muss, wenn man den Wunschberuf nicht ausüben kann.

Zitat: von Petent
Aber: Wie sieht ein konkreter Beruf und Arbeitsplatz sowie eine konkrete Ausbildungsstätte aus und welche Fähigkeiten werden gebraucht?

so wie es der konkrete Beruf und Arbeitsplatz erfordert. Das wird beim Chirurgen (m/w) anders sein, als beim Hausmeister (dito) der gleichen Klinik und auch der Koch (m/w) der Kantine dürfte anderen Anforderungen ausgesetzt sein.

Zitat: von Petent
In welchem Beruf und an welchem Arbeitsplatz oder an welcher Ausbildungsstätte werden so persönliche Anforderungen oder Voraussetzungen wie Zuverlässigkeit, Bereitschaft, sorgfältige Arbeitsweise, Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Ganzheitliches Denken, Motivation/ Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit usw. nicht gebraucht?


in einigen Berufen kann man auf Teamfähigkeit verzichten. Leuchtturmwärter etwa.

Was genau will die Petition - und mit Verweis auf das GG?

Wenn eine Förderung eine vorherige Ausbildung voraussetzt, weil man den künftigen Beruf sonst gar nicht ausüben bzw. dazu ausgebildet werden kann, was sollen dann die Piktogramme bewirken?
Der Text der Petition ist das beste Argument dafür, dass man eben nicht auf bestimmte Zugangsvoraussetzungen verzichten kann

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fghpw | 06.08.2022 - 20:18

Zitat: von Nutzer4610271
Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen ? Wer hätte das gedacht ?


Das gilt nur, wenn man noch nicht bei Hartz IV gelandet ist.
Ich bekomme eine Weiterbildung nicht, weil sich laut Gerichtsurteil auch jüngere Menschen sich auf die selbe Stelle bewerben könnten. Was ist mit diesen schwachsinnigen Antidiskriminierungsgesetz? Auf der einen Seite verhindert es, dass man von Arbeitgebern qualifizierte Ablehnungen bekommt, mit denen man beim Arbeitsamt die Notwendigkeit einer Bildungsmaßnahme nachweisen konnte und auf der anderen Seite müssen sich die Richter beim Sozialgericht nicht daran halten?
Als Programmierer braucht man oft mehr als 2 Wochen Praktikum, weil man sich in fremde Software einarbeiten muss. Nur wenn der Arbeitgeber bei mehr als 2 Wochen für Langzeitarbeitslose den Mindestlohn zahlen muss, werden solche Praktika nicht mehr angeboten, trotzdem soll ich mich um so etwas kümmern. Auch dies empfinde ich als diskriminierend! Ebenso die Eingliederungsverträge, die den Namen weder verdient haben und zusätzlich so viele Lügen enthalten, dass ich sie seit Jahren nicht mehr unterschreiben will! Der letzte kam mit einer Drohung, wenn ich nicht unterschreibe, werde ich ins Jobcenter bestellt. Den Termin habe ich bis heute noch nicht erhalten! Was will man von der Arbeitsverhinderungsanstalt schon anderes erwarten! Als ich durch Teilselbstständigkeit meine Qualifizierung hätte wahren können, wurde es mir verboten. Jetzt wo mir die Mittel fehlen, soll ich es plötzlich machen. Oder man wird von der Leistungsabteilung gegen den eigenen Willen zum freischaffenden Künstler erklärt. Wenn ich von den Sauhaufen wenigstens eine brauchbare Ausbildung zur Verfügung stellen könnte, damit man wenigstens auf einen brauchbaren Niveau machen könnte, würde ich es ja auch mal versuchen. Mit einen VHS-Kurs aller paar Jahre, weil unser Corona(kranker)-Minister im Dauerpanikmodus, selbst dies fast unmöglich macht, wird das bis zu Rente nichts mehr werden. IT-Kurse bei der VHS vor Ort sind für mich beruflich nicht verwertbar.

Was der Petent genau will, ist mir nicht ganz ersichtlich. Wenn bei der Stellenanzeige ein Studium gefordert wird, sende ich ihn ggf. trotzdem eine Bewerbung als Fachinformatiker. Nur ohne Weiterbildung sind sie jetzt inhaltsleer und daher eher nutzlos, zu viel hat sich in den letzten 16 Jahren geändert. Und wenn mich meine Folterknechte vom Amt zu Arbeiten zwingt, die ich laut amtsärztlichen Gutachten nicht machen sollte und daher über Jahre gesundheitlich komplett ausfalle, habe ich keine Chance mich aus eigener Kraft auf den aktuellen Stand zu halten. Nur zur Richtigstellung, es gibt auch Mitarbeiter im Jobcenter, die sich bemühen ihren Job gut zu machen. Mein aktuelles Exemplar ist im Konflikt gefangen, dass es die Notwendigkeit einer Weiterbildung zwar einsieht, aber auf Weisung von Oben nicht genehmigen darf, also fing er an mich zu schikanieren. Man wurde aller 2 Wochen einbestellt und sollte Bescheinigungen beibringen, welche dann faktisch ungelesen im Papierkorb landeten, weil sie plötzlich unwichtig wurden usw. Warum den ganzen Aufwand, wenn das ganze aus Gründen die für ihn leicht ersichtlich waren , eh nie genehmigt werden konnten. Dafür hätte er nur einen Blick in die Unterlagen werfen müssen. Was er, weil er "unvoreingenommen" sein wollte, nie gemacht hat. Ich nenn so etwas schlecht vorbereitet /arbeitsfaul!

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Nutzer4610271 | 04.08.2022 - 06:48

Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen ? Wer hätte das gedacht ? Da hat wohl Gerhard Schröder schon im Kreml an Putins rechter Seite gesessen, als er die Agenda 2010 verzapft hat, bei der diese "freie Wahl" der Fallmanager und Jobcenter-Führungsoffizier vornimmt ?

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Das Anthropische Prinzip | 03.08.2022 - 03:32

Ordnung ist das halbe Leben, die andere Hälfte auch.
Ohne Trennung keine Ordnung!

Das ist wohl des Menschen Bürde, vielleicht ist es auch einfach nur eine absurde Faulheit.

Was ich noch erstaunlich finde, ist das hartnäckige Gerücht das der Abschluss nicht mehr! so eng gesehen werde. Das ist totaler Bullshit.
Der wird überall und immer abgefragt. Außer auf der Straße, also im Leben, da wird man abgefragt nicht wer man ist, sondern was man arbeitet.
Und so Mancher wird das längst nicht mehr gefragt, weil sein ganzes Leben bei gleichgestellten Arbeitern abläuft.
Man sieht den Abschluss nicht so eng, aber immer nur in der jeweiligen Kaste! In die man auch noch hineingeboren wird.

Gibt es eine verkappte Rückentwicklung zum Kastensystem und Feudalismus und Aristokratie und weiß der Geier noch?
Warum nicht?
Und warum nicht?

Wie heißt eigentlich unser jetziges System? Technischer Rationalismus?
- Keiner weiß wie und warum, aber Hauptsache es läuft.

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Randberliner | 03.08.2022 - 00:49

Hatte mal an einer Informationsveranstaltung zu einem Lehrgang mit dem Bildungsziel "Technischer Redakteur" teilgenommen. Der Schwerpunkt des Bildungsträgers lag dabei auf den technischen Vorkenntnissen, über die ich als Facharbeiter mit Abschluss einer weiteren Qualifikation durchaus verfügte. Ein Ingenieur äußerte sich dazu: "Da müssen wir mit dem Computer arbeiten? Das liegt mir nicht!" - Ich dachte mir: "Ohne Computerkenntnisse kannst du vielleicht noch in einem technischen Museum einen Job finden!" Das wäre heutzutage auch nicht mehr möglich. Die Teilnahme am Lehrgang wurde mir letztlich verweigert, da ich keinen Hoch- oder Fachschulabschluss aufweisen konnte, obwohl der Mitarbeiter des Arbeitsamtes zuvor verkündet hatte, man sehe das nicht so eng.

Für die Teilnahme an späteren Lehrgängen mit o. g. Ziel wurden später sogar Geisteswissenschaftler gesucht, also Menschen, die mit der Technik oftmals auf Kriegsfuß stehen. Offensichtlich auf Betreiben das Amtes. Wenn also nur der akademische Abschluss als solcher zählen soll und eine Berufserfahrung, ohne dass man sich mit deren konkreten Inhalten befasst - was soll dabei herauskommen?

Wer sich von vornherein der konkreten Aufgabe nicht gewachsen fühlt, wird sich meistens ohnehin nicht darum bewerben und bei einer genaueren Profung aller Voraussetzungen wird auch der Rest untauglicher Anwärter ausgesiebt.

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Das Anthropische Prinzip | 03.08.2022 - 00:26

Wie macht man Feuer aus Schnee? Man formt den Schnee zu einer Linse und nutzt die Sonnenstrahlen wie durch eine Lupe um brennbares Material zu entzünden.
Das hab' ich aus einem Film (keine Ahnung ob das wirklich funktioniert), wo der erfolglose Antagonist (der nicht weiß wie man Feuer aus Schnee macht) den erfolgreichen Protagonisten um alles beneidet.
[Ich nutze diese Szene immer dann um mich selbst zu ermahnen, falls ich zu idealistisch denke im Feld der absoluten Gerechtigkeit für Alles und Jeden - man sagt auch, Ehre wem Ehre gebührt - jedoch funktioniert das bei Ehre, doch was ist mit Arbeit und Lohn?]
Es gibt noch unzählige weitere Geschichten die den "Besseren" auch rechtfertigen, und den "Möchtegern" strafen.
Hingegen gibt es aber genauso viele die das umgekehrt aufzeigen, aber auch Gleiches meinen.
Also wenn der Möchtegern schon an eine höhere Position gekommen ist.

Und das wird auch eine langjährige Berufserfahrung (und Studium?) weder verhindern, als viel mehr absichern!

Probieren geht über Studieren. Die Lösung heißt Praktikum. Doch ist das sehr dürftig als Lösung.
Und wonach sollte ausgewählt werden? (Die Petition nennt schon Beispiele, aber leider etwas zu wenig bildhaft)
Die Flut an Bewerbungen für Pilot und Arzt wäre verdreifacht, das wäre zwar ein kleiner Mehr-Aufwand bei der Vergabe von Stellen, doch angenommen eines freien Arbeitsmarktes, sollte doch auch das sich durch Angebot und Nachfrage von selbst regeln. D.h. die Piloten jetzt die nicht fliegen jucken doch auch schon nicht! Und wenn es zu viele Ärzte gibt? Na, das wäre ja mal ein neues Problem. (Oder ist das schon? Und es gibt nur zu wenig Pflegekräfte?)

Eine etwas utopische Vorstellung, doch den Tag der Offenen Tür zum Jahr und jedes Jahr zu machen? Ich behaupte einfach mal, das könnte regelrechte (positive) Wunder wirken. Das Menschen die ihrer Berufung auf Grund dieser Vorauswahlen ausgeschlossen, weil sie einfach von Geburt einen anderen Lebenszyklus bekommen haben, dann dort auch hinkommen.

- In der Vorstellung macht die Petition schon arge Probleme, ich meine aber die erhoffte Wunderwirkung ist es wert.
Hat Jemand schon Erfahrung damit?... Nö? Tja, müsste man mal ausprobieren...

Die Bildung und Erfahrung soll ja nicht abgeschafft werden, es muss irgendwie ein "Simulator" geschaffen werden - der nicht Studium heißt.
Kann man ein Flugzeug fliegen wenn man ein solchen Simulator gespielt hat?
Und was ist mit Schweißer und Fliesenleger? Es gibt doch schon Virtuelle Realität, wann wird das genutzt? (und wird ja schon)
Wie man "Feuer aus Schnee" macht wird kein Simulator beibringen können, das kann nur lange Erfahrung.
Doch wird diese spezielle Erfahrung ja gar nicht getestet werden können, und es wird weiterhin nur eine Basis abgefragt.
Und das können auch Simulatoren schaffen.

Also ich habe die Erfahrung gemacht, das die Teamstimmung das aller Wichtigste ist.
Keine Arbeit ist noch so kompliziert das man sie nicht in wenigen Wochen gelernt haben kann (besonders mit Hilfe aus dem Team, und bestimmten "Werkzeugen"). Sofern die Stimmung es zulässt.
Und gerade weil man das weiß, wird versucht diese im Voraus zu Kontrollieren.
Doch ist dieser Versuch über die hohen Bedingungen selbst prophezeiend und steigert sich höher und höher.
Es interessiert dann auch gar nicht mehr die Teamstimmung, auch wenn sie dann mit irgendwelcher Flickschusterei gedroschen wird, sondern werden weitere Vorauswahlen (aus)genutzt und eine klare Zwei Klassen Gesellschaft. Ich glaube man kann sagen, die mit Abitur, und die ohne. Fertig.
Das Abitur wird immer leichter, doch löst das das Problem nicht, die Trennung bleibt ja erhalten, und die selbst erfüllende Prophezeiung gefüttert.
Das Abitur gibt wichtige "Allzweckwerkzeuge" in die Hand, diese sind nicht mehr oder weniger kompliziert als der Stoff in niedrigen Schulen, aber wesentlich kraftvoller. Natürlich gibt es Berufe die ohne diese kaum auszudenken sind. Warum soll ein Straßenfeger damit ausgerüstet werden? Das sind zwei bis drei läppische Jahre dann hat er die auch wenigstens mal zu Gesicht bekommen, und vielleicht sogar schneller gelernt und dann erst gemerkt das genau das sein Ding ist. Doch das kann er nicht wenn ihm das vorenthalten wird, durch ein selbst erfüllendes System, das eine schein Sicherheit zwecks Teamstimmung über eine zwei Klassen Gesellschaft erzeugt. (Klar kann er das Abitur irgendwo nachholen, doch dann fehlt ihm immer noch die Berufserfahrung und die vorher verlorene Zeit dazu (wie man es verdreht denkt). Mal ganz davon abgesehen das das Nachholen des Abiturs auch nicht ohne weiteres geht. Und zudem... naja, die Teamstimmung weiter oben ist gar nicht mal so verlockend! Diese meint nämlich nur selbst, etwas besseres zu sein. Und das soll man unten ja mitbekommen! Stimmt, tut man auch.

Es ist gar nicht mehr so leicht festzustellen wie stark die Zwei Klassen Gesellschaft ist. Mir scheint (manchmal?) als ob ein ungewöhnlicher Respekt von jeder Schicht zur Anderen herrscht. Das kann sein, das die Fronten verhärtet sind und jeder sein Schicksal akzeptiert hat, oder das es tatsächlich gar keine gibt! Und dann! Dann sollte erst Recht überlegt sein müssen, ob es an der Zeit ist, die Gesellschaft für eine utopische Freiheit über einen freieren Arbeitsmarkt vorzubereiten.







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Torxuser | 02.08.2022 - 10:25

Was soll das geben/bewirken? - Idiocracy?

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