@Nutzer6135817
In dieser Debatte hat Alkohol meiner Meinung nach stets Mitbetrachtung zu finden. Passiert dies nicht wäre das praktizierte Doppelmoral aufgrund des größeren, gesellschaftlichen Kollateralschadens durch Alkohol. Dessen Folgen werden ohne öffentliche Empörung seit Jahrzehnten in Deutschland mehr oder weniger (je nach Partei und Bundesland) akzeptiert.
Tatsächlich würde ich eine Entkriminalisierung ALLER Drogen nach Art des portugiesischen Models begrüßen. Strafrecht ist immer ein scharfes Schwert, welches bei primärer Selbstschädigung ich für unangebracht halte. Dies macht es für Suchtkranke nahezu unmöglich sich professionelle Hilfe zu holen, weil mit strafrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Sanktionen (FeV, StVG) gerechnet werden muss. Nicht die Droge direkt zerstört oftmals Existenzen, sondern die staatlichen Konsequenzen, wenn man erwischt wird (Entzug der Fahrerlaubnis, Berufsverbot). Hier kann der Gesetzgeber eingreifen.
Zum Thema Passivrauchen: Isoliert betrachtet, ja. Man schädigt damit auch sein Umfeld. Wenn aber z.B. jemand mit einem Joint an einem vorbei geht, riecht es mal kurz vielleicht etwas streng. Aber das war es dann auch. Dieselabgase halte ich für deutlich giftiger als den beiläufigen Geruch eines Joints.
Generell ist es unabhängig vom Gesetz eine Frage des Anstandes in Gegenwart seiner Mitmenschen die Zigarette oder den Joint stecken zu lassen. Zumal es sowieso per KCanG verboten ist, wenn Minderjährige anwesend sind.
@HeinJa
Cannabis wächst in der Natur.
Das ist für mich aber kein Argument Cannabis für alle freizugeben.
Opium wächst auch in der Natur und hat auch einen therapeutischen Nutzen und auch verunreinigtes Heroin ist ein Problem auf dem Schwarzmarkt.
Dasselbe gilt für Kokain.
Wird auch aus einer Pflanze gewonnen.
Viele gefährliche Drogen haben ihren Ursprung aus einer Pflanze und in Reinform einen therapeutischen Nutzen.
Und keiner kommt auf die Idee diese Drogen jetzt deshalb für alle freizugeben.
Zumindest hoffe ich das mal.
Hier geht es nicht um das MedCanG.
Hier geht es um das CanG.
Eine (Teil) Legalisierung (frei anbaubar, konsumierbar und erwerbar über Social Clubs für alle ab 18).
In dieser Debatte immer das Thema Alkohol miteinfließen zu lassen, halte ich für unpassend.
Ich persönlich bin auch kein Freund von Alkohol und finde die Gesetze im Umgang damit zu lasch, jedoch ein Alkoholkonsument gefährdet nur sich selbst wenn er trinkt.
Ein Kiffer schadet aber mit dem Passivrauch auch seinem Umfeld.
Natürlich kann ein Betrunkener auch eine Gefahr für andere werden aber eben weil wir da schon genug Probleme haben, auch mit Rauchern die mit ihrem Passivrauch andere gefährden, sollte der Gesetzgeber seinen Fokus auf die Präventionen und Schutzmaßnahmen dieser legalen Drogen setzen anstatt jetzt eine 3. Volksdroge zu legalisieren.
Es gibt meiner Meinung nach andere Möglichkeiten den Schwarzmarkt einzudämmen und Jugendliche wirklich zu schützen.
Seither gab es kaum Aufklärungsarbeit, Gelder und Personalstellen in den Bereichen der Drogenhilfen wurden gekürzt.
Zudem wird Cannabis seit Jahren immer mehr gesellschaftlich verharmlost. Wenn wundert es dann, dass gerade auch so viele Jugendliche darauf zurück greifen.
Es sind nicht nur meine Erfahrungen, weshalb ich hier so dagegen bin.
Es sind die Erfahrungen von unendlichen vielen Betroffenen, Ärzten, Richtern, Polizisten, Kinderärzten, Psychiatern, Suchtmitarbeitern, Lehrern und Angehörigen.
Da kann man unterschiedlicher Meinung sein.
Wenn Sie meinen Strafrecht habe im Bezug auf Drogen noch nie funktioniert, setze ich diese Ausage damit gleich, dass man dann alle Drogen legalisieren müsste.
Mir persönlich hat das Strafrecht aus der Sucht rausgeholfen, wie vielen anderen Menschen auch, die von einem Paragraph 31,35 oder 64 BtmG gebrauch gemacht haben.
Für cannabisabhängige Straftäter, z.b. durch Beschaffungskriminalitäten, geht es künftig halt direkt in den Knast.
Da Cannabis nicht mehr dem BtmG unterliegt, geht meines Wissens nach, auch keine richterliche Auflage Therapie statt Strafe mehr.
Macht nichts, die Haftanstalten leeren sich ja jetzt gerade. Teilweise Schmuggler und Drogendealer, die wegen hohen Mengen angeklagt waren aber durch das neue Cannabisgesetz Glück hatten.
Von daher, dass Strafrecht hat nicht nur Nachteile, wie manche das ansehen, es bringt auch seine Vorteile mit.
Und es gibt sogar auch gesetzestreue Menschen, die der Konsum von Drogen abschreckt weil es eben strafbar ist.
Sie haben eine Hemmschwelle etwas zu tun, was verboten ist.
Die Menschen, die es seither konsumierten, die konsumieren es ohnehin. Denen ist es egal ob es illegal oder legal ist.
Ich sehe es anderst als Sie. Nicht wegen den Erfahrungen einzelner für Massen verbieten, nein, ich finde man kann nicht die Mehrheit der Bevölkerung solch drohenden Gefahren aussetzen nur um einer Minderheit legales kiffen zu erlauben.
Die Folgen hiervon muss die Allgemeinheit tragen.