Text der Petition
Mit der Petition wird die Förderung von Brennstoffzellen in Kraftfahrzeugen mit grünem Methanol als Energieträger gefordert.
Begründung
Die Förderung der Elektromobilität auf der Basis von Lithium-Akkus verlagert ökologische Probleme in Drittländer. Viele Kinder schürfen dort nach seltenen Erden, die zur Herstellung von Lithium-Akkus benötigt werden. In Deutschland können wir dafür "GRÜN" Auto fahren, falls es in absehbarer Zeit Lademöglichkeiten für Nicht-Eigenheimbesitzer gibt. Nicht vergessen darf man außerdem die Brandgefahr von Lithium-Akkus.
Es gibt eine bessere Technologie: Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen sind seit Jahren verfügbar. Es gibt (auch schon als Kleinstkraftwerke für Boote zu erwerben) Brennstoffzellen, die den Wasserstoff aus Methanol abspalten. Das dabei frei werdende CO2 kann bei der Herstellung des Methanols aus der Luft gewonnen werden. Auch diese Technologie gibt es müsste aber gefördert werden, um sie in großem Stil anzuwenden und damit preiswert zu machen. Der notwendige Wasserstoff kann mit ökologisch produziertem Strom gewonnen werden. Für die Energierückgewinnung beim Bremsen und Energiebereitstellung beim Anfahren sind auch Akkus erforderlich, das müssen aber keine Lithium-Akkus sein und sie wären viel kleiner.
Entscheidend sind aber für mich zwei Faktoren, die den geringeren Wirkungsgrad dieser Technologie mehr als ausgleichen:
1. Die Infrastruktur zum schnellen Tanken von Methanol ist vorhanden - Tankstellen gibt es genug, Es müssten nicht mit viel Fördergeldern Stromtankstellen gebaut werden.
2. Wenn deutsche Autohersteller auf diese Technologie setzen würden, (dazu ist politische Förderung nötig) könnte Deutschland wieder zu einem Land innovativer Autohersteller mit hervorragenden Exportzahlen werden.
Wieder einmal eine Ansammlung falscher E-Auto-Mythen. Lithium, Kobalt & Co. für E-Autos werden mittlerweile nach strengen Umweltstandards gefördert. Die Autohersteller achten sehr streng auf die Rohstofflieferanten während dies in nahezu allen anderen akkubetriebenen Branchen nicht der Fall ist. Problematisch geförderte Materialen gehen eher in Handy-Akkus, Laptop-Akkus und andere elektronische Gadgets. Deren Akkus werden nach dem Ableben des Gerätes auch einfach entsorgt während Auto-Akkus als Hausbatterie weiter betrieben und danach unter Rückgewinnung aller Rohstoffe für nur ca. 20% der Energiekosten der Neuproduktion zu einem Neuwertigen Stand wiederaufgearbeitet werden.
Mit dem Brandrisiko sieht es ähnlich aus: Während es jedes brennende E-Auto groß in die Presse schafft, interessieren die dutzenden(!) täglichen Fahrzeugbrände von "Verbrennern" keinen Reporter mehr. Statistisch brennen zwei E-Autos pro Milliarde gefahrener Kilometer, unter den Verbrennern sind es dagegen 90 pro Milliarde km.
Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Autos gibt es noch nicht in Serie, daher gibt es keine Daten dazu. Wenn aber ein Ultrahochdruck Wasserstofftank explodiert, möchte ich nicht in der Nähe sein. Selbst ein auslösendes Sicherheitsventil gibt einen beeindruckenden Flammenwerfer ab.
Es gibt Brennstoffzellen, das stimmt - in Laboren und handgefertigten Einzelmodellen. Von der Serienreife sind sie noch weit entfernt, sowohl technologisch als auch preislich.
Gerade die Verbrauchsspitzen im KFZ-Bereich mögen Brennstoffzellen absolut nicht. Sie eignen sich nur, um ein normales E-Auto während der Fahrt nachzuladen. Zu dem normalen E-Auto mit Batterie wird noch ein großer Hochdrucktank und eine teure Brennstoffzelle benötigt, deren sehr seltenes Platin genau den gleichen Vorbehalten unterliegt wie die seltenen Erden im Akku.
Ja, kann. Wird es aber nicht. Wasserstoff wird üblicherweise aus Erdgas hergestellt. Die nächst-günstigere Methode, die Elektrolyse, ist so unglaublich ineffizient, dass sie nie wirtschaftlich umsetzbar ist. Selbst die Versuchsanlagen zur Nutzung von Überschussstrom werden zurückgebaut - weil das billiger ist als sie einfach laufen zu lassen.
Methanol aus Luft-CO2 ist derzeit rein experimentell im Labor möglich. Der Energieaufwand dafür ist exorbitant.
Das machen wir seit mehr als 30 Jahren. Viel Geld fließt in die Wasserstoff- und Brennstoffzellenforschung, aber ein großer Fortschritt ist nicht zu verzeichnen.
100km mit einem Wasserstoff-Auto brauchen Well-to-Wheel durchschnittlich ca. 60kWh.
100km mit einem reinen E-Auto brauchen Well-to-Wheel durchschnittlich ca. 20kWh.
Wir haben ohnehin schon ein Energieproblem - das soll gelöst werden, in dem wir 66% der Energie im Prozess verlieren? Immerhin besser als beim Verbrenner, dort gehen über 90% verloren.
Die Akkuforschung macht immer noch große Fortschritte. Der Kobalt-Anteil wurde bereits um über 90% reduziert, einige Akkus kommen schon ohne aus und verschiedene lithiumfreie Akkus sind gerade am Sprung vom Labor in die Serienfertigung.
Derzeit einsetzbar haben wir als Alternative aber nur NiMH oder Blei. Beide haben eine viel zu geringe Energiedichte pro Volumen und pro Gewicht um für Autos tauglich zu sein. Ein H2- oder Methanol-Auto braucht auch noch zusätzlichen Platz für die Brennstoffzelle, den Gastank, die zusätzliche Leistungselektronik, etc. Mit schönen lithiumfreien Bleibatterien, Tank und Brennstoffzelle fahren wir dann einen VW-Bus als Zweisitzer ohne Kofferraum.
Es gibt fast keine Wasserstofftankstellen und nur sehr wenige Autogas-Tankstellen. Von Gas-Auto-Fahrern höre ich immer wieder, dass sie auf Langstrecken nur mit Benzin oder Diesel fahren, weil es keine Gastankstellen gibt und diese auch nicht zuverlässig funktionieren. Wir müssten also eine komplett neue Tankstelleninfrastruktur schaffen.
Eine Wasserstofftankstelle kostet ca. 1,5 Mio. Euro. Durch die notwendige Kompression auf Tankdruck braucht sie 30 - 45 Minuten nach jedem Ladevorgang. In Summe schafft sie also so viele Tankvorgänge wie ein E-Auto-Schnelllader für 20.000 Euro.
Dagegen lässt sich ein E-Auto auch an jeder Steckdose laden (ca. 3 Euro in jedem Baumarkt) oder an einer Wallbox (ab ca. 200 Euro). Für den Preis einer Wasserstofftankstelle können wir 75 Schnellladesäulen für E-Autos oder 7500 Wallboxen aufstellen. Keine davon ist explosionsgefährdet.
Für den Export von Waren brauchen wir nicht nur politischen Willen, sondern einen weiteren, viel entscheidenderen Faktor: Käufer dieser Waren.
International hängt Deutschland mit seiner Fixierung auf Diesel bereits weit hinterher. Wir könnten die tollten Brennstoffzellenautos produzieren und vielleicht sogar die Kosten um 75% senken um auf den Preis eines E-Autos zu kommen - es gibt einfach niemanden, der diese kaufen will.
Am Ende können wir aber lange über Technologien diskutieren, entscheidend ist etwas ganz anderes:
Die Bundesregierung, die EU und auch die Länder haben offene Förderpools für Forschungsprojekte. Diese können abgerufen werden - auch für die Wasserstoff-Forschung. Es mangelt nur an Forschungswilligen in diesem Sektor - und die lassen sich nicht gesetzlich beschließen.
Die Petition wärmt nur alte Märchen auf, die längst als solche bekannt sind. Definitiv keine Mitzeichnung.