Herzlich Willkommen auf den Internetseiten des Petitionsausschusses des deutschen Bundestages. Jedermann hat die Möglichkeit, Bitten oder Beschwerden an den Deutschen Bundestag zu richten.

Um direkt zu entsprechenden Bereichen zu springen verwenden Sie die Sprungmarken wie folgt:

Auf dem Bild sehen Sie ...

Diskussion zur Petition 175673

Vergütung für medizinische Leistungen

Stärkung der hausärztlichen Versorgung/Vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen vom 06.12.2024

Diskussionszweig: Ran an die Fleischtöpfe?

Nutzer4902401 | 06.01.2025 - 11:08 (Zuletzt geändert am 06.01.2025 - 11:10 von Nutzer4902401 )

Ran an die Fleischtöpfe?

Anzahl der Antworten: 15

Zitat:
Wir fordern

Wer ist "wir"? Wenn ich nach dem Petenten google, dann taucht als erstes ein Treffer von einem Deutschen Hausärzteverband auf. Diese Information wäre schon mal angebracht, um so eine Petition einordnen zu können.

Zitat:
1. Den besseren und strukturierten Zugang zur Versorgung durch bessere Steuerung und Qualität, dafür muss die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem gestärkt und weiterentwickelt werden.

Gibt es schon. Nur ist der Zuspruch nicht besonders groß. Weder auf Patientenseite (Hausarztmodell), noch auf Seiten der Ärzteschaft (Hausarztmangel).

Und bevor hier Gerüchte aufkommen, ich bin seit über 10 Jahren im Hausarztmodell.

Zitat:
2. Die stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft, dafür müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden.

Definieren Sie "alle hausärztlichen Leistungen".

Die werden ja schon vergütet. Einschließlich zahlreicher Scheinleistungen wie Homöopathie.

Zitat:
3. Die Anerkennung und Stärkung der unverzichtbaren Arbeit des gesamten Praxisteams: Praxisinhabende müssen dies umzusetzen können.

Was soll das für eine leere Sprechblase sein?

Praxisinhabende sind auch Unternehmer. Und haben in Sachen Praxisführung entsprechend zu agieren. Nur weil Dr. X in seiner Praxis drei Minderleister, den Ehepartner und zwei Nichten und Neffen mit Pöstchen versorgt, muss er diese deswegen nicht bezahlt bekommen. Wenn Dr. Y bei gleicher Patientelage so effizient organisiert und wirtschaftet, dass da mehr übrigbleibt als bei Dr. X, dann ist das kein Grund, deswegen Dr. X zusätzlich mit Geld zuzuschütten.

Zitat:
Die hausärztliche Versorgung ist das Fundament unseres Gesundheitssystems. ...

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht anders aus.

Zitat:
... Mittlerweile lassen sich bald 10 Mio. Versicherte im Rahmen der HZV von ihrer Hausarztpraxis freiwillig steuern. ...

Und wieso sind es nicht mehr?

Dabei ließe sich das leicht einrichten. Das wäre ein einziger Erlass ... was aber kein Grund für "mehr Geld ist". Weil, mein letzter Stand war, dass mein Hausarzt dadurch automatisch schon mehr Geld bekommt, weil ich mich habe einwerben lassen. Deswegen habe ich es ja u.A. gemacht. Zudem ich sowieso nicht Ärztehopping betreiben würde.

Zitat:
... Hausarztpraxen sind vielerorts bereits heute schwer zu finden. Schon jetzt fehlen ca. 5.000 Hausärztinnen und Hausärzte in der Versorgung und über ein Drittel von ihnen ist älter als 60 Jahre.

Auch das ist ein ganz anderes Thema.

Zitat:
Die sogenannte Budgetierung der hausärztlichen Leistungen führt dazu, dass weder der tatsächliche Aufwand vollständig vergütet noch die Bedeutung der hausärztlichen Arbeit angemessen honoriert wird. Junge Ärztinnen und Ärzte können kaum für die hausärztliche Tätigkeit gewonnen werden, sodass sich die Versorgungslage zunehmend verschlechtert. Die Krankenkassen müssen deshalb verpflichtet werden, entsprechend dem Konzept der sogenannten MGVplus, zusätzliche Finanzmittel bereitzustellen, um die vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen zu ermöglichen.

Nicht nur die Hausärzte sind budgetiert. Und diese Budgetierung hat eben auch historische Gründe. Die ja regelmäßig "vergessen" werden zu erwähnen. Gründe, die nicht zuletzt bei Teilen der Ärzteschaft selber zu suchen sind.

Und dann folgt mal wieder sehr erwartbar der Ruf nach "carte blanche". Mit den üblichen Sprechblasen. Mal ehrlich, geht es nicht auch mal ohne diese Sprechblasen und das ganze Drama und Mimimi? Und stattdessen mal mit konkreten Vorschlägen, wie man Missbrauch und Kostenexplosion verhindert, anstatt nur nach immer "mehr" zu schreien?
22 Personen finden diesen Beitrag hilfreich