Text der Petition
Mit der Petition wird eine einjährige Zivildienstpflicht mit einem Recht auf Verweigerung gefordert. Im Fall der Verweigerung sollte eine anderthalbjährige Wehrpflicht bestehen.
Begründung
Die Einführung einer Zivildienstpflicht mit einem Verweigerungsrecht, dessen Folge eine Wehrdienstpflicht wäre, könnte in Deutschland aus verschiedenen Gründen sinnvoll erscheinen. Hier sind einige Argumente:
1. **Förderung des Gemeinwohls:** Der Zivildienst könnte junge Menschen dazu ermutigen, sich in sozialen, ökologischen oder humanitären Bereichen zu engagieren, wie in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder bei Umweltschutzprojekten. Dies würde die Gesellschaft stärken und das Bewusstsein für gemeinschaftliche Verantwortung fördern.
2. **Soziale Integration:** Eine verpflichtende Dienstzeit würde Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zusammenbringen. Dies könnte Vorurteile abbauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.
3. **Praktische Lebens- und Berufserfahrungen:** Der Dienst könnte jungen Menschen wichtige Fähigkeiten und Erfahrungen vermitteln, die sie später im Berufsleben anwenden können, wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein oder Umgang mit Herausforderungen.
4. **Unterstützung der Verteidigungsbereitschaft:** Die Wehrdienstpflicht für diejenigen, die sich gegen den Zivildienst entscheiden, könnte dazu beitragen, dass die Bundeswehr besser ausgebildetes Personal und eine breitere Basis erhält, um ihre Aufgaben effizienter zu erfüllen.
5. **Flexibilität und Wahlfreiheit:** Durch das Verweigerungsrecht wird sichergestellt, dass die Menschen eine Wahlmöglichkeit haben, wodurch individuelle Freiheit berücksichtigt wird. Jeder kann nach seinen Überzeugungen entscheiden, ob er im sozialen Bereich oder in der Verteidigung tätig sein möchte.
6. **Bewusstsein für staatliche und gesellschaftliche Strukturen:** Beide Dienstmöglichkeiten würden junge Menschen mit den grundlegenden Strukturen und Herausforderungen des Staates und der Gesellschaft vertraut machen, was zu einem gestärkten demokratischen Verständnis führen könnte.
7. **Entlastung kritischer Bereiche:** Der Zivildienst könnte akute Personalengpässe in essenziellen Bereichen wie Pflege und Betreuung lindern, während der Wehrdienst den Verteidigungsapparat ergänzt.
ABER: ich glaube, dass dies zumindest unterbewusst für viele Jugendliche eine Rolle spielt und daher doch betrachtet werden muss:
Gerade die aktuelle Generation der Jugendlichen wurde durch die Coronamassnahmen ganz ausgesprochen massiv eingeschränkt und quasi um Monate oder gar Jahre ihrer Jugend gebracht, durch Schulausfälle, durch unzureichenden Fernunterricht und damit Versäumnisse, die mühsam aufgeholt werden mussten, durch eingeschränkten und belastenden Unterricht unter Coronabedingungen, durch Verbote, sich mit Freunden zu treffen, durch Verbote, sich in Parks oder sonstwo im öffentlichen Raum in Gruppen zu treffen, durch vorübergehende Schliessung von Jugend- und Freizeitangeboten. Und all dies vorrangig nicht im Interesse dieser Jugendlichen, die zumeist nicht ernsthaft von Corona bedroht waren, sondern vorrangig im Interesse der Risikogruppen.
Kurzum: von diesen Jugendlichen wurde schon ziemlich viel Solidarität mit der Gesellschaft gefordert und abverlangt.
Ich denke, dass dies ein bedeutender Grund für die überwiegende Ablehnung von Zwangsdiensten, sei es Wehr- oder Zivildienst, ist! Viele Jugendliche dürften der Auffassung sein, dass ihnen schon genug im Interesse der Gesellschaft abverlangt wurde und sie nun auch mal das Recht haben, ihre eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen.
Meiner Meinung nach wäre jeder Zwangsdienst, Wehr- oder Zivildienst, ein Überspannen des Bogens "Solidarität", jedenfalls für die aktuelle Generation der Jugendlichen!