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Petition 78411

Forschung

Gezielter Einsatz von Forschungsgeldern für klinische Studien zum Einsatz von D,L-Methadon in der Krebstherapie vom 30.04.2018

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Forschungsgelder aus öffentlicher Hand gezielt für klinische Studien zum Einsatz von D,L-Methadon (Methadonhydrochlorid) bei der Behandlung von Krebspatienten unterschiedlichster Tumorerkrankungen zur Verfügung gestellt werden sollen. Aufgrund abgelaufener Patentrechte lässt sich der Wirkstoff nicht mehr als Neuentwicklung vermarkten, daher ist das wirtschaftliche Interesse privater Firmen nicht vorhanden.

Begründung

Im Jahr erkranken allein in Deutschland ca. 470.000 Menschen neu an Krebs. Jährlich sterben daran ca. 220.000 Patienten, somit ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Die Chance auf Heilung ist häufig ungewiss bzw. nicht vorhanden. Eine Behandlung kann jährlich bis zu 100.000 € und mehr pro Patient kosten. Durch teils erhebliche Nebenwirkungen kann die Lebensqualität der Patienten erheblich eingeschränkt sein.

Tumorzellen bilden Resistenzen gegenüber konventionellen Therapien wie Chemotherapie und Bestrahlung, was eine wesentliche Einschränkung für eine erfolgreiche Behandlung von Krebs darstellt. Es ist erforderlich, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln, um den therapeutischen Erfolg gegen eine Krebserkrankung zu verbessern. Krebszellen entwickeln sehr stark Opioidrezeptoren auf ihrer Zelloberfläche. Dadurch können sie Opioide an sich binden. D,L-Methadon, das an Opioidrezeptoren andockt und in der Schmerztherapie von Tumorpatienten eingesetzt wird, hat in der Petrischale und im Tierversuch gezeigt, dass Chemotherapeutika in ihrer tumortötenden Wirkung gesteigert werden können.

D,L-Methadon kann diese Resistenz überwinden, die nicht mehr wirksamen konventionellen Therapien wieder wirksam machen und so als Wirkverstärker bei der Chemo-/Strahlentherapie eingesetzt werden. Da D,L-Methadon eine sehr preiswerte Wirksubstanz ist, zudem auch ein sehr gutes Schmerzmittel für Krebspatienten, könnte es die Kosten für Krebstherapien und zusätzlich für die Schmerztherapie von Tumorpatienten drastisch reduzieren. Es könnte zudem die Anzahl der Behandlung und die Dosierung der eingesetzten, meist teuren, Medikamente reduzieren und damit ganz neue Optionen ermöglichen. Da dieser Wirkstoff zur Drogensubstitution seit Jahren erfolgreich genutzt wird, ist die Verträglichkeit beim Menschen bekannt.

Das allgemeine Interesse liegt in folgenden Punkten begründet:

1. Das Ansprechen der nebenwirkungsreichen Medikamente in der Tumortherapie könnte verbessert werden.
2. Die Lebensqualität der Patienten könnte deutlich verbessert werden, da die Dosis der Medikamente und der Umfang bisheriger Therapien verringert werden könnte.
3. Körperliche Schäden durch Chemotherapeutika, Bestrahlung und sonstiger zusätzlicher Therapien, unter der die Erkrankten ein Leben lang leiden müssen, könnten deutlich gesenkt werden.
4. Die Sterberate der Patienten könnte reduziert werden, wenn sich die Forschungsergebnisse aus dem Labor und die bisherigen Ergebnisse der Patienten in evidenzbasierten Studien bestätigen.
5. Die Kosten der Schmerztherapeutika könnten gesenkt werden, da Methadon das günstigste Opioid unter den Opioiden/Opiaten ist.
6. Die Krankenkassen könnten um mehrere Milliarden Euro pro Jahr in der Therapie bei Krebspatienten sowohl bei den Tumortherapeutika als auch in der Schmerztherapie bei Tumorpatienten entlastet werden.
7. Kosten ließen sich auch dadurch einsparen, dass krebserkrankte Arbeitnehmer kürzere Zeit arbeitsunfähig sind

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