Text der Petition
Mit der Petition wird die Abschaffung der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) ausschließlich für Menschen bei Alkohol- und Drogendelikten gefordert, wenn diese durch eine stationäre Entgiftung und anschließende mehrmonatige stationäre erfolgreiche Entwöhnungstherapie in einer Rehaklinik die Abstinenz nachweisen können.
Begründung
Bereits durch die logische Schlussfolgerung, dass eine Abstinenz glaubhaft nachgewiesen ist, sollte eine MPU nicht angeordnet werden, da hierfür keine logische Erklärung mehr besteht. Diese Menschen werden zumeist grundlos in eine wirtschaftliche Notsituation gebracht, wobei eine MPU niemals ohne Vorbereitungskurs und Abstineznachweis zu bewältigen ist und hierfür diese Kosten ausschließlich diesen Institutionen zustehen, wodurch gemutmaßt werden muss, dass dies nur wirtschaftlichen Interessen dient. Diese Kosten belaufen sich auf gesamt ca. immense 3.000 Euro und stellen diese Menschen in bedrohliche finanziellen Lagen, die in o. g. Fall keine Erklärung rechtfertigen.
Die Petition suggeriert dass eine MPU sich (nur) auf Trunkenheitsfahrten reduziert. Dem ist nicht so. Die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung ist eine Zustandsüberprüfung der Fahrtauglichkeit im Sinne der Risikoabwendung für den allgemeinen Straßenverkehr. Eine MPU kann angeordnet werden bei Drogen am Steuer, Punkte in Flensburg, Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, wiederholte Verkehrsverstöße, gesundheitliche Einschränkungen.
Otext: „Bereits durch die logische Schlussfolgerung, dass eine Abstinenz glaubhaft nachgewiesen ist, sollte eine MPU nicht angeordnet werden, da hierfür keine logische Erklärung mehr besteht.“
AW: Wie bitte gestaltet sich denn das „glaubhaftige Nachweisen“? Das „Abreissen“ einer Entzugsmaßnahme, inkl. mehrmaliges labormäßiges Feststellen auf „Nullpromille“ sagt erst einmal überhaupt nichts aus. Schätzungen zufolge, liegt die Rückfallquote bei Alkoholabhängigen zwischen 70 und 90 Prozent ( My Way Betty Ford Klinik). Dabei spielt das Suchtgedächtnis eine große Rolle und kann dazu führen, dass Betroffene nach einer Phase der Abstinenz wieder in alte Trinkmuster zurückfallen.
Otext: „Diese Menschen werden zumeist grundlos in eine wirtschaftliche Notsituation gebracht, (…)
AW: Nun ja, grundlos erfolgt da mal genau nichts, schließlich war der nette Fahrer ja schon mal Alk- auffällig.
Otext: „(…) und hierfür diese Kosten ausschließlich diesen Institutionen zustehen, wodurch gemutmaßt werden muss, dass dies nur wirtschaftlichen Interessen dient.“
AW: Das für eine MPU vorab eine „MPU-Vorbereitung“ zu absolvieren ist, sehe ich als höchst befremdlich an. Was wird denn da trainiert? Die richtige Antwort auf spezielle Fragen? Das richtige Verhalten dem Prüfer gegenüber? Die unbedingte Unterwürfigkeit zur eigenen Selbstkritik? Wie zu lesen ist, dauert eine sorgfältige Vorbereitung mindestens 5 Beratungsstunden, in schwierigeren Fällen können es auch 12 oder mehr Stunden sein. Es kommt also auf die entgegengebrachte „Sorgfältigkeit“ an, nicht auf Logik, nicht auf den reinen Menschenverstand, nicht auf Verantwortungsbewusstsein, nicht auf Moral und Ethik.
Da gebe ich dem Petenten recht, vor allem mit der Frage: "Wer denn ein solcher "Vorbereitungskurs zur MPU" durchführt und mit welcher Qualifikation. Da hat sich ein großer Markt geöffnet, angefangen über Fahrlehrer, Soziologen, Psychologen bis hin zum kriminellen Milljöh, die nach Absolvieren ihres Kurses ein Bestehen der MPU garantieren(!) - egal ob noch saufend oder nicht. Da ist die Frage wer sich denn so alles auf diesem lukrativen Markt tummelt, gerechtfertigt.