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Petition 56169

Energiewirtschaft

Ersatz von Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke/Einsatz von synthetischem Gas (Grüner Strom) vom 29.11.2014

Text der Petition

Mit der Petition soll erreicht werden, dass nach der Abschaltung der Atomkraftwerke auch Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und der Ausbau von Gaskraftwerken gefördert wird. Da Erdgas nur über endliche Vorräte verfügt, sollte während dieser Zeit eine Umstellung auf synthetisches Gas, erzeugt mittels „Grünem Strom“ (Power-to-Gas), möglich sein

Begründung

Die meisten Kohlekraftwerke (KKW) in Deutschland sind heute sehr alt mit sehr schlechtem Wirkungsgrad und zu hohem Schadstoffausstoß – besonders von Quecksilber. Der Flächenverbrauch und die Gewässerverschlechterung durch den Braunkohletagebau ist im Vergleich zu anderen Stromerzeugungsarten unerträglich extrem.
Für Auslegung und Betrieb des deutschen bzw. europäischen Stromverbundnetzes sind Gaskraftwerke (GKW) sehr vorteilhaft, weil für die Brennstoffversorgung bereits ein Erdgasnetz als Infrastruktur besteht. Überschüsse aus Sonnen- und Windstrom sollen mittels Elektrolyse zum Erzeugen von Wasserstoff bzw. Methan (synthetischem Erdgas) verwendet werden. Der Wirkungsgrad dabei ist nicht schlechter als der alter KKW und das Erzeugnis ist speicherbar.
Für regionale oder lokale Stromnetze haben sich kleinere GKW in Verbindung mit Biogasanlagen schon über Jahre bewährt – sinnvoll bei Anwendung der Kraft-Wärme-Kopplung.
Neue GKW auf dem Stand der Technik können ihre Stromerzeugung dem Strombedarf im Verbundnetz besser anpassen als die alten, trägen KKW.
GKW erzeugen auch wesentlich weniger Folgekosten als KKW. Solche wurden offensichtlich bisher nur sehr ungenügend bei den Strompreisen berücksichtigt – so wie bei den AKW.
In der politischen Diskussion zum derzeitigen (deutschen und europäischen) Kraftwerkspark ist das stärkste Argument die Wirtschaftlichkeit. Im Prinzip ist ein GKW im Vergleich zum KKW die günstigere Anlage, weil Gas mit weniger technischem Aufwand zu handhaben ist als feste oder flüssige Brennstoffe. Das Argument ist kaufmännischer Art, weil neue Kraftwerke (nicht nur GKW) einige Jahre lang ihre Herstellungskosten abtragen müssen – die alten KKW dagegen nicht.
Der Ersatz der KKW durch GKW sollte schrittweise bei Reduzierung von Überkapazitäten und ohne unnötige Netzausbauten erfolgen derart:
Zuerst GKW vorwiegend in Verbrauchernähe bauen (Großstädte, Industriestandorte).
KKW je nach Schadstoffausstoß und Alter bzw. Wirkungsgrad der Reihe nach abbauen und dabei auch Überkapazitäten verringern. Das betrifft vorrangig die Braunkohlekraftwerke (BKW). Dann können anschließend die Braunkohle-Tagebaue (wegen Landschaftszerstörung) geschlossen werden.
Power-to-Gas-Anlagen dort bauen, wo sich Anlagen zur Wind- bzw. Sonnenstromerzeugung häufen und Erdgasleitungen in der Nähe liegen.
GKW in Nachbarländern (z. B. Niederlande) mit in der Standortwahl berücksichtigen, um deren Auslastung zu verbessern, was zu einem günstigeren Kaufpreis im Stromhandel führt.
Hinsichtlich der Arbeitsplätze ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass fast alle Berufe im KKW auch im GKW ausgeübt werden können - mit wenigen Ausnahmen (z. B. Baggerfahrer). Qualifizierte technische Berufe haben stets gut Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.
Es ist nicht sinnvoll, jedes Kraftwerk genau zu ersetzen. Nur bei einigen kann es sinnvoll sein, von Kohlefeuerung auf Gasfeuerung umzubauen. Das betrifft auch die Steinkohle, da diese zum größten Teil importiert wird.

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