Text der Petition
Die Vermittlungskriterien der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung - Managementvermittlung - der Bundesagentur für Arbeit sehen vor, dass die Arbeitslosigkeit noch nicht länger als sechs Monate bestehen darf. Dieses Ausschlusskriterium sollte abgeschafft werden.
Begründung
Die Länge einer Arbeitslosigkeit sagt nichts über die Qualifikation zu einer Stelle aus.
Fortbildungen werden nicht berücksichtigt.
Die 6 Monate erscheinen willkürlich gewählt und sind bei einem Job, der in der Regel ein mehrjähriges Studium voraussetzt, unangebracht.
Die 6 Monatsfrist hat lediglich zum Ziel Langzeitarbeitslose von der Vermittlung auszuschließen und damit zu diskriminieren.
Ein Diplom besitzt kein Verfallsdatum und sollte hier quasi durch die Hintertür auch keines bekommen.
Die Arbeitsagentur produziert mit dieser Regel Langzeitarbeitslosigkeit, statt diese zu bekämpfen.
Die ZAV-MV sollte Langzeitarbeitslose Akademiker sogar bevorzugt vermitteln, um endlich mal Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit zu unternehmen.
Die BA scheint dieses Kriterium zu nutzen um immer wieder einen Fachkräftemangel auszurufen, den es ja bekanntlich gar nicht gibt, wenn die BA alle Bewerber vermitteln würde.
Die ZAV wirbt über Ihre Webseite ausländische Informatiker an, lehnt aber die Vermittlung von deutschen arbeitslosen Informatikern (länger als 6 Monate arbeitslos) ab, irrsinnig. Könnte es sein, dass man als Deutscher im eigenen Land den falschen Pass hat?
Arbeitgeber werden von der ZAV bevormundet, indem man ihnen die Wahl zu möglicherweise erfahreneren Bewerbern vorenthält. Da ältere Bewerber eher von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind und somit dem Arbeitgeber erst gar nicht zur Wahl vorgelegt werden, da die Vermittlung bereits im Vorfeld durch dieses Kriterium abgelehnt wurde.
Für die Arbeitgeber gibt es diese Langzeitarbeitslosen gar nicht zur Auswahl, obwohl der ein oder andere Arbeitgeber sicher lieber einen Langzeitarbeitslosen einstellen würde, als die Stelle gar nicht zu besetzen.
Die örtlichen Arbeitsagenturen können dieses Vermittlungsloch bei Akademikern nicht auffangen da diese meist regional tätig sind, nicht bundesweit vermitteln und gar nicht an Arbeitgeber zur Vermittlung herantreten, so wie es die ZAV macht. Zudem sind die lokalen Sachbearbeiter darauf bedacht niedriger qualifizierte Jobvorschläge zu machen, als es Abschluss und letzte Tätigkeit hergeben.
Wenn bereits staatliche Stellen Langzeitarbeitslose bei der Vermittlung diskriminieren, warum sollten Arbeitgeber hier anders handeln. Hier muss ein Zeichen gesetzt werden.
Langzeitarbeitslosigkeit hat Gründe, dies ist einer davon. Tun Sie bitte etwas dagegen.
In den bisherigen Posts lese ich Halbwahrheiten und Unterstellungen, die am eigentlichen Thema vorbei gehen. Es geht nicht darum einen niedrigeren Job nicht machen zu wollen und auch nicht darum ausschließlich in einen bestimmten Job vermittelt zu werden. Es geht darum eine Chance zu bekommen in einen Job vermittelt zu werden, den man über ein Studium erlernt und mit Berufserfahrung als Akademiker auch erfolgreich ausgeführt hat. Denn eine Vermittlung wird nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit von der ZAV vollständig abgelehnt.
Wenn einen die lokalen Sachbearbeiter, wie bei mir, verspätet über die Vermittlungsmöglichkeit über die ZAV aufklären, hat man somit Pech gehabt. Da insbesondere die 6 Monate willkürlich gewählt erscheinen (niemand hat im 7ten Monat der Arbeitslosigkeit seine Qualifikationen verloren oder vergessen) geht es hier um die Diskriminierung von Langzeitarbeitslosen Akademikern bei der Vermittlung.
Und es geht auch nicht darum, dass ich als Diplom Informatiker keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätte und umgeschult werden müsste. Denn trotz Mangelfach wird bei mir die Vermittlung wegen bestehende Arbeitslosigkeit über 6 Monate von der ZAV abgelehnt, im Gegenzug wirbt die ZAV aber über die Auslandsvermittlung ausländische Arbeitskräfte an. Hier läuft ja wohl etwas schief oder braucht die Arbeitsagentur die 6 Monats Frist um immer mal wieder aus bestimmten Gründen einen Fachkräftemangel ausrufen zu können. Fortbildungen werden bei der ZAV auch nicht berücksichtigt.
Fakten:
Noch ein paar Fakten, die Aufnahmekriterien für die Vermittlung bei der Zentralen Auslands und Management Vermittlung der Arbeitsagentur sind:
Mindestens drei Jahre aktuelle kontinuierliche Führungserfahrung in einer für das Unternehmen entscheidenden Position mit Budgetverantwortung sowie disziplinarischer Personalverantwortung
Bundesweite Mobilität
Bestehende Arbeitslosigkeit nicht über 6 Monate.
Sollte eines der drei genannten Kriterien nicht zutreffen, können wir Sie leider nicht in die Mitbetreuung der ZAV-MV übernehmen.
Dies wird einen auf Anfrage per Mail mitgeteilt.
Über Punkt 1 und 2 kann man zwar auch unterschiedlicher Meinung sein, aber Punkt 3 ist diskriminierend, da dies nichts mit Qualifikationen zu tun hat sondern einfach nur durch unterschiedliche Behandlung benachteiligt. Und wer jetzt der Meinung ist 6 Monate sind doch lang genug, dem kann ich nur sagen wir sprechen uns wieder wenn Sie auch zur Generation 50+ gehören, da geht’s dann auch nicht mehr so schnell.
Hier stellt sich sogar die Frage, wer macht in diesem Land eigentlich die Gesetze. Die Arbeitsagentur hat einen Vermittlungsauftrag. Das Kriterium (nicht über 6 Monate) geht nicht mal auf Gesetze zurück und widerspricht damit dem Vermittlungsauftrag. Darf die Arbeitsagentur über Richtlinien, Arbeitsanweisungen Ihre eigentliche Aufgabe so konterkarieren, dass sie letztendlich das Gegenteil von dem macht, wofür es sie gibt?
Und wer jetzt meint die örtlichen Arbeitsagenturen vermitteln einen doch auch: Gut da hängt ein Schild Arbeitsvermittlung auf dem Flur, aber der Sachbearbeiter fragt den Arbeitslosen nach seinen Bemühungen, fragt man mal zurück, bei wie vielen Arbeitgebern denn mein Profil vom Sachbearbeiter vorgeschlagen wurde, bekomme ich zur Antwort: So etwas machen wir nicht! Da hätte man wohl das Schild Arbeitsvermittlung besser in Arbeitslosenverwaltung umbenennen sollen, statt Arbeitsamt in Arbeitsagentur.
Die Leistung der lokalen Arbeitsagentur besteht jedenfalls darin mich 1 mal im Jahr einzuladen, in das gleiche Jobportal zu gucken, wo ich auch regelmäßig von zu Hause aus rein gucke, einen 2-3 niedriger qualifizierte Stellen auszudrucken und mitzugeben. Für eine solche Leistung dem Arbeitslosen gegenüber kann man die Arbeitsagentur auch gleich ganz abschaffen. Die Vermittlungsleistung der Arbeitsagentur ist eine glatte 6.
In den Medien werden Langzeitarbeitslose immer gerne als eine ungebildete unnütze Unterschicht verkauft. Dem ist aber nicht so und ich fordere hiermit die Politik auf mit meiner Petition endlich einmal den ersten Schritt zu machen etwas gegen Langzeitarbeitslosigkeit zu tun.