Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, dass die Leistungsabteilungen der Arbeitsagenturen in irgendeiner Form - sei es über Fax, Mail oder telefonisch - wieder erreichbar sind. Es mag organisatorisch für die Arbeitsagentur von hohem Nutzen sein, dass kein "Kunde" mehr die täglichen Arbeitsabläufe unterbricht. Gleichwohl ist es auch im höchsten Maße kundenunfreundlich, keinerlei Kontaktmöglichkeit zu den entsprechenden Leistungsabteilungen aufnehmen zu können.
Begründung
Die telefonische Erreichbarkeit ist ausschließlich über sog. Callcenter gewährleistet. Sie haben aber keinerlei Zugriff auf leistungsrelevante Sachbearbeitung. Eine Kontaktaufnahme mit der Leistungsabteilung ist weder per Mail noch telefonisch oder irgendwie anders möglich.
Fehlerhafte Leistungsbescheid sind ausschließlich über Widersprüche zu korrigieren. Widersprüche werden aber meist nur in der Karenzzeit von zwei Monaten bearbeitet. Derjenige, der auf einen korrekten Leistungsbescheid angewiesen ist, müsste nun einen Kredit aufnehmen, um die Familie über den Monat zu bringen.
Manche offensichtliche Sachverhalte lassen sich in wenigen Minuten - ohne Widerspruch - klären. Warum hier ein Bürokratiemonster gegen die "Kunden" aufgebaut wird, ist nicht nachvollziehbar. Es lässt vielmehr die Vermutung offen, dass von "lästigen" Rückfragen der Kundschaft Abstand genommen werden soll.
Ich selbst kenne auch die Unzufriedenheit, wenn man seinen Sachbearbeiter nicht sofort sprechen kann und man möchte eigentlich nur einen "kleinen" Zahlendreher mitteilen.
In der Verwaltung ist es gängig, dass man auf Wunsch des "Kunden" den "Kunden" spätestens am nächsten Tag zurückruft. Der "Kunde" sollte natürlich am nächsten Tag auch am Telefon sitzen, denn schließlich geht es hier um "sein" Geld - und wer arbeitslos ist, hat diese Zeit. Sonst teilt man dem Call-Center gleich mit, wenn man einen beispielsweise Bewerbungstermin oder Arzttermin hat und nur zu bestimmten Zeiten erreichbar ist.
Wenn das in einer Arbeitsagentur so nicht klappt und vielleicht zum wiederholten Male muss man Beschwerde beim Leiter der Arbeitsagentur einreichen. Dann kann es daran liegen, dass zu wenig Personal vorhanden ist (ich unterstelle einmal keine Absicht des Sachbearbeiters). Wenn sich nichts ändert, reicht man Beschwerde beim Bund oder auch Land ein.
Die Diskussion um nicht muttersprachliche Deutsche ist völlig irrelevant, entweder sie können deutsch, dann ist schriftlich oder telefonisch egal, oder eben nicht, dann ist es der Arbeitsagentur auch bekannt und wird dementsprechend behandelt.
Insgesamt kurz gesagt: kein Votum von mir.