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Diskussion zur Petition 95253

Arbeitslohn

Jährliche Überprüfung und Anpassung des Mindestlohns zum Erwerb ausreichender Rentenansprüche vom 22.05.2019

Diskussionszweig: Zu hoher Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze bzw. lässt sie nicht entstehen.

Ursula1955 | 28.06.2019 - 00:32

Zu hoher Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze bzw. lässt sie nicht entstehen.

Anzahl der Antworten: 2

Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass ein zu hoher Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet bzw. sie gar nicht erst entstehen lässt .

Immerhin liegen die Gesamt(!)kosten für den Arbeitgeber beim Doppelten des Mindestlohns. Denn drei Wochen Krankheit und sechs Wochen Urlaub wollen auch finanziert werden. Und die Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen natürlich auch.

Und so "niedrig" (= das Doppelte des Mindestlohns) sind die Kosten nur, wenn der Beschäftigte schon vorhandene Infrastruktur nutzen kann - wenn also mit dem zusätzlichen Mitarbeiter z.B. die ohnehin vorhandene Würstchenbude länger offen hat. Wenn allerdings für den mobilen Putzservice die Erweiterung des Personals von Chefin und deren Tochter auf Chefin und deren Tochter und eine weitere Angestellte die Anschaffung/das Leasen eines weiteres Autos mit sich brächte, dann sind eben schnell Arbeitskosten von 25 Euro/Stunde erreicht. Und die Zahl der Menschen, die das für eine Putzfrau bezahlen können, ist eher gering.

Da machen die potenziellen Kunden eher die klassische Kombination aus legal und illegal:
Sie suchen sich selbst Personal, melden dieses auch bei der Minijob-Zentrale an (falls ein Unfall passiert), rechnen aber nur einen Teil der Stunden legal ab.

Wir haben gerade für Ungelernte nicht mehr allzu viele Beschäftigungsmöglichkeiten - fast ausschließlich in der Dienstleistung. Und die werden wir sicher nicht erhalten, wenn zwei Stunden einfache Gartenarbeit 60 Euro kosten (müssen).
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Ursula1955 | Tue Jul 23 00:37:09 CEST 2019 - Tue Jul 23 00:37:09 CEST 2019

Zitat: von Lupinal
Nur ein Gerücht, keine Belege.
Entweder sind die Jobs nötig, dann sollen sie anständig bezhalt werden, oder nicht, dann sollen sie wegfallen - die Msache der Sozialisierung der Kosten (Löhne durch Sozialämter zhalen zu lassen) und privatisierung der Profite (der Gewinn durch die Tätigkeit verbleibt zum großen Teil bei den Arbeitgebern) muß endlich en Ende haben.


Sie vergessen den großen Bereich der Nachfrage durch Privat-Haushalte - nach einer Putzfrau, einer Babysitterin, einer Pflegerin, einer Nachhilfelehrerin, einem Gärtner und vieles mehr.

Ein Großteil dieser Nachfragenden sind schlicht nicht in der Lage, den Stundenlohn zu zahlen, der sich aus unseren Mindestlöhnen ergibt. Ergebnis: 90 % aller Putzfrauen in Privathaushalten putzen schwarz.

Die andere Alternative ( = die Variante für Ängstliche bzw. Staatstreue) ist, dass die Arbeit gar nicht mehr gemacht wird.

Viele ältere und kranke Menschen wohnen in total heruntergekommenen Wohnungen. Sie können nicht mehr selbst putzen, haben aber auch kein Geld für eine legale Putzfrau. Oder die Mutter lässt ihren 5Jährigen eben stundenlang alleine daheim – in der Hoffnung, dass schon nichts passieren möge - wenn sie abends nach Kita-Schluss noch arbeiten muss. Denn die Rechnung: Mami verdient mit ihrem Job netto sechs Euro pro Stunde, soll aber pro Babysitter-Stunde 15 Euro Mindestlohn zahlen, diese Rechnung kann eben nicht aufgehen.
Also bleibt allerorten Arbeit unerledigt - wobei Sie sich aussuchen dürfen, ob diese Arbeiten dann in Ihrem Sinn „nicht nötig“ waren. Oder die Arbeit wird (immer öfter!) von Ein-Mann-Betrieben aus armen Ländern erledigt. Man denke nur an die polnischen Pflegekräfte.

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Lupinal | Mon Jul 22 21:28:34 CEST 2019 - Mon Jul 22 21:28:34 CEST 2019

Nur ein Gerücht, keine Belege.
Entweder sind die Jobs nötig, dann sollen sie anständig bezhalt werden, oder nicht, dann sollen sie wegfallen - die Msache der Sozialisierung der Kosten (Löhne durch Sozialämter zhalen zu lassen) und privatisierung der Profite (der Gewinn durch die Tätigkeit verbleibt zum großen Teil bei den Arbeitgebern) muß endlich en Ende haben.

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