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Diskussion zur Petition 122600

Krankheitsbekämpfung

Angemessene Versorgung von ME/CFS-Erkrankten (Ergänzung von § 116b SGB V) vom 09.04.2021

Diskussionszweig: Gesetzgebung und daraus resultierende Praxis werden ME/CFS Patienten nicht gerecht

Nutzer2445151 | 09.11.2021 - 14:18 (Zuletzt geändert am 09.11.2021 - 14:20 von Nutzer2445151 )

Gesetzgebung und daraus resultierende Praxis werden ME/CFS Patienten nicht gerecht

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Die Gesetzgebung wird ME/CFS Patienten in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht. Das Prinzip "Reha vor Rente", mit eingeschränktem Dispositionsrecht und Mitwirkungspflicht, bringt Patienten in die verzweifelte Situation, dass sie zu Reha gezwungen werden.

Kardinalsymptom bei ME/CFS ist post-exertational malaise, eine markante Zustandsverschlechterung nach Überlastung.

Da wenig Bewusstsein für die Erkrankung besteht und die Beschwerden, wie in der Petition beschrieben, oft fälschlich als mild, imaginär oder psychosomatischer und überwindbarer Natur eingeordnet werden, werden Patienten somit in eine Reha gezwungen, die weder angemessene Behandlung bieten kann noch in der Lage ist, die Symptomatik angemessen zu bewerten. Dies bedeutet für Patienten einerseits schädliche Behandlungsansätze wie körperliches Training oder Psychotherapie basierend auf falschen Annahmen, andererseits birgt es die Gefahr, dass Reha-Entlassberichte die Schwere der Erkrankung nicht wiedergeben und stattdessen Patienten mangelnde Mitwirkung unterstellen. Reha-Berichte haben jedoch im Rentenverfahren den Stellenwert eines Gutachtens.

Mangelndes Verständnis der Erkrankung ist ein generelles Problem im medizinischen Gutachtensprozess, welcher Voraussetzung für Zugang zu staatlichen Leistungen ist.

Es ist dringend Aufklärung notwendig, und der Gesetzgeber möge Maßnahmen treffen, die sicherstellen, dass Patienten mit untererforschten Krankheitsbildern durch Gesetzgebung und daraus resultierende Praxis nicht benachteiligt sind.
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