Herzlich Willkommen auf den Internetseiten des Petitionsausschusses des deutschen Bundestages. Jedermann hat die Möglichkeit, Bitten oder Beschwerden an den Deutschen Bundestag zu richten.

Um direkt zu entsprechenden Bereichen zu springen verwenden Sie die Sprungmarken wie folgt:

Auf dem Bild sehen Sie ...

Diskussion zur Petition 122600

Krankheitsbekämpfung

Angemessene Versorgung von ME/CFS-Erkrankten (Ergänzung von § 116b SGB V) vom 09.04.2021

Diskussionszweig: Es braucht anerkannte Diagnose und Fachärzte in jeder Region

Nutzer2792935 | 09.11.2021 - 16:04

Es braucht anerkannte Diagnose und Fachärzte in jeder Region

Anzahl der Antworten: 0

Seit etwa 20 Jahren habe ich diese Krankheit. Lange Zeit wusste ich aber noch nicht einmal, dass es die besagte Krankheit gibt. Jahrelang dachte ich, die auftretenden Symptome würden eines Tages von selber wieder verschwinden. Im Laufe der Zeit wurden die Symptome aber immer schlimmer. Ich ging mehrmals zum Arzt, der machte verschiedene Standarduntersuchungen, konnte aber keine Katalogkrankheit feststellen. Ich wurde immer mehr arbeitsunfähig, vor etwa fünf Jahren sogar völlig erwerbsunfähig. Nie wurde ich krankgeschrieben, nie wurde ich erwerbsgemindert geschrieben.
Die Ärzte können die Krankheit mit herkömmlichen medizinischen Methoden nicht objektiv diagnostizieren. Weit und breit findet man keine Ärzte, die es könnten.

Die Krankheit zwingt einen, sich aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen, völlig unfreiwillig und auf eigene Kosten. An sich wären dafür aber die Krankenversicherungen (mit Krankengeld), und ab einer gewissen Dauer natürlich auch die Rentenversicherungen (mit Berufs- und Erwerbsminderungsrente) in der Pflicht. Schließlich hat man zuvor immense Beiträge in die jeweiligen Systeme entrichtet. Es ist eine Krankheit, die zu totaler Verarmung führt, weil es keine Ärzte gibt, die ME/CFS diagnostizieren können.

Es sollte mindestens in jeder Region eine Facharztpraxis geben, die zumindest ME/CFS einwandfrei diagnostizieren kann. Und diese Diagnose muss bei Krankenkassen, aber auch bei den Rentenversicherungsträgern anerkannt sein. Es gibt derzeit weder Arzneimittel noch nachweisbare erfolgreiche Therapien gegen die Erkrankung.

Besonders für ältere Patienten (mindestens ab Alter 57) und bereits fortgeschrittener Erkrankung sollte es deshalb möglich sein, ohne langwierige Therapieversuche, die bisher nicht erprobt sind, die Erwerbminderungsrente bzw. Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten, auch wenn Diagnosen bisher nur durch Anamnese und Ausschluss anderer Ursachen möglich sind.

Ich habe diese Petition gerne mit gezeichnet, und hoffe dass damit künftig Erkrankten früher geholfen werden kann und ihnen eine so lange Odyssee erspart bleibt. Vielleicht wird eines Tages ein wirksames Arzneimittel entwickelt, vielleicht kann bei frühzeitigem Erkennen der Krankheit eine Therapie wirken, oder aber auch eine Vermeidungsstrategie entwickelt werden.
44