Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Versorgung der Bevölkerung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln reformiert wird. Der Vertrieb sogenannter Blisterverpackungen sollte unbedingt auf ein notwendiges Maß reduziert werden.
Begründung
Tagtäglich wandern hunderttausende Arzneimittelpackungen über die Tresen deutscher Apotheken. Dabei sind die Arzneimittel fast immer in Blistern aus Aluminium verpackt. Pro Packung entsteht also ein gigantischer Haufen an Müll.
In Kliniken und anderen Ländern hat sich bereits etabliert, dass die Arzneimittel in den Apotheken als so genanntes Schüttgut vorgehalten werden. D. h. für den Patienten werden je nach ärztlicher Verordnung die entsprechende Anzahl an Tabletten in ein Mehrdosisbehältnis gefüllt.
Der Vorteil ist hier, dass Ärzte stückgenau verordnen können, und nicht an Packungsgrößen mit festem Inhalt gebunden sind. So bekommt der Patient nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Tabletten, z. B. wenn die N2-Packung des einen Herstellers 30 Tabletten enthält, die N2-Packung des anderen Herstellers aber nur 21 Tabletten. Oder es sind nur Packungen mit 15, 30 und 50 Tabletten im Handel, der Arzt möchte aber nur 25 verordnen, weil für die Therapie nicht mehr erforderlich ist.
Ein weiterer Vorteil an Schüttgut ist es, dass dieses wesentlich günstiger ist. Arzneimittelpreise sind in Deutschland unglaublich teuer, einem Einkaufspreis von 1,72 Euro steht nicht selten ein Abgabepreis von 13 Euro gegenüber, der mit der Krankenkasse abgerechnet wird.
Apotheker haben eine wahnsinnige Fülle an Vorschriften zu beachten: Rabattverträge, Lieferbarkeit, Preisanker, Import-Quoten, Aut-Idem-Regelung, Stückelungsge- und verbote, …
Ausnahmen muss es allerdings weiterhin für Arzneimittel geben, die auf der Substitutionsausschlussliste stehen, oder vom Arzt explizit herstellerbezogen (aut-idem-Kreuz) verordnet werden. Aber für alle übrigen Arzneimittel ließen sich die Preise erheblich senken - und zeitgleich sinken die Müllberge.
Als (ggf. kostenpflichtigen) Service können die Apotheken ja weiterhin die Tagesdosen verblistern, wer dies unbedingt möchte.
Eine Handvoll Pillen,in irgendeiner Dose im Badezimmerschrank gelagert:Wer weiss da noch nach Monaten, was das ist,ob es noch genommen werden darf und ob die "artgerecht",also trocken kühl und dunkel,gelagert wurden.Ganz zu schweigen vom Transportweg: wer hatte da alles seine Finger dran?
Ob Bulk-Ware von der Pharma wesentlich billiger abgegeben würden? Glaube ich nämlich nicht.
Müllvermeidung:ja.Eine gute Sache.Aber nicht da, wo Hygiene und Dokumentation unabdingbar sind.