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Petition 125805

Steuern und Abgaben

Steuerliche Entlastung für Investoren bei Vermietung unterhalb des Mietspiegels vom 27.08.2021

Text der Petition

Mit der Petition wird eine dauerhaft niedrige Miethöhe über steuerliche Entlastung für Investoren, die deutlich unterhalb des Mietspiegels vermieten, gefordert.

Begründung

In der Diskussion um Mietpreisbremse vermisse ich die Kenntnisnahme eines Fakts, der m.E. eine entscheidende Rolle in der Beurteilung der Sachlage, die das Ziel verfolgt, den Mietpreis niedrig zu halten.

Das Thema gerechter Mietpreise und Anreize zu Baumaßnahmen vermietbarer Wohnungen ist solange Makulatur, wie für Investoren die Zinslast für einen Hauskredit ab einem 2-Familienhaus durch überregionale Banken am Ertragswert bemessen werden muss, soll oder wird.

Der tatsächliche Gebäudewert (und damit Kauf-, Renovierungs- oder Baukosten) spielt hierbei keine Rolle, sondern ausschließlich der Ertragswert. Der Ertragswert allerdings wird durch niedrige Mieten niedrig gerechnet. Das schließt Vermietung an Angehörige und zurückhaltende Mieterhöhung unsinnigerweise überproportional ein und verteuert Bau- und Haltungskosten und dadurch Miete - das gilt auch prospektiv für die Planung eines Neubaus und der Erstellung eines Finanzierungkredits.

Solange dieser Regelung Bestand hat, kann von politischer Mietpreisbremse nicht die Rede sein.

Jüngstes belegbares Beispiel zu Konkretisierung: Vor dem Kauf eines 3-Fam-Hauses habe ich einen Kredit auf ein bereits vermietetes 3-Fam-Haus in meinem Besitz aufgenommen. Die Commerzbank konnte mir auf einen Gebäudewert von ca. 800.000 - 1 mio € nur 3,8 % Zins p.a. anbieten, da der Ertragswert das Haus auf einen nachhaltigen Wert von 300.000 € herunterrechnete. Dem zugrunde liegt, dass eine Whg von meiner Schwiegermutter Kaltmietefrei bewohnt wird und ich bei den weiteren Wohnungen die Miete noch nie erhöht habe. Dort vermiete ich für 6,50 €/qm in zentraler Lage mit gehobenem Standard, vollsaniert und neu renoviert gegenüber einem qualifizierten Mietspiegel, der 10 €/qm als untere Grenze ausweist. Mehr als 600 €/m ist für eine 4-köpfige Familie nicht finanzierbar, dem trage ich verantwortlich Rechnung.

Dem politisch gewünschten Ziel einer Stabilisierung oder Senkung der Mietpreise steht eine Mietpreisspirale gegenüber, die durch steigenden Ertragswert, also hohe und steigende Mieten, die Zinslast für Investoren attraktiv senkt.

Ich schlage vor, eine steuerliche Entlastung für Vermieter, die >10% unterhalb des Mietspiegels vermieten, anzubieten. Die Möglichkeiten reichen von verkürzter Abschreibungszeit (statt 40 bzw. 50 Jahre auf 10 oder 20 Jahre, gestaffelt nach %-ualer Unterschreitung des Mietspiegels) über verkürzte Sonderabschreibungen für Renovierungen bis hin zu niedrig(er) zu versteuernden Mieteinnahmen.

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