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Diskussion zur Petition 136760

Nukleare Ver- und Entsorgung

"Stuttgarter Erklärung" - Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere § 7 Atomgesetz) vom 26.07.2022

Diskussionszweig: Re: Nukleare Ver- und Entsorgung - "Stuttgarter Erklärung" - Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere § 7 Atomgesetz)

Nutzer5463374 | 09.10.2022 - 18:27

Re: Nukleare Ver- und Entsorgung - "Stuttgarter Erklärung" - Aufhebung der Atomausstiegs-Paragraphen (insbesondere § 7 Atomgesetz)

Anzahl der Antworten: 4

Weltweit werden zwar neue Kernreaktorkonzepte und -designs mit unterschiedlichem Stand erforscht und entwickelt (Small Modular Reactors, DFR, Thoriumreaktoren, Laufwellenreaktor u.a. bzw. allgemein Reaktoren der Generation IV) bis hin zu Kernfusionsreaktoren. Aber all diese Anstrengungen werden uns nicht in der gegenwärtigen Energiekrise innerhalb der kommenden wenigen Jahre helfen, sondern sind Projekte für die fernere Zukunft.
Was wir aber in Deutschland (noch) haben, sind bewährte Kernreaktoren in den existierenden Kernkraftwerken, jene 3 KKW, die noch am Netz sind (Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland) und jene 3 Anlagen, die erst Ende vergangenen Jahres abgeschaltet wurden (Brokdorf, Grohn-de, Gundremmingen C). Deutschland betreibt anerkanntermaßen die sichersten KKW weltweit, die regelmäßig Spitzenplätze in der Energieerzeugung aller mehr als 400 Kraftwerksreaktoren aller Länder einnehmen (bzw. eingenommen haben).
In den 90-er Jahren produzierten die 19 KKW in Deutschland ca. 1/3 des benötigten Stromes unseres Landes (z.B. 1997: 170 von insgesamt 552 TWh), klimafreundlich ohne CO2-Emissionen im Betrieb, und das kontinuierlich mit hoher Versorgungssicherheit über das ganze Jahr, im Sommer wie im Winter, tags wie nachts (Verfügbarkeit die höchste aller Energielieferanten, z.B. 2011 mit 87 %, d.h. konkret 7640 Volllaststunden von 8760 Std/a), mit vergleichsweise geringen Brennstoffmengen wegen der extrem hohen Energiedichte des verwendeten Urans (rund 10 Millionen (!) mal höher als bei fossilen Energieträgern, d.h. ca. 200 MeV Energiefreisetzung pro Kernspaltung gegenüber ca. 30 eV pro Reaktion bei Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas) und damit vergleichsweise wenig (wenn auch hoch radioaktiven) Abfalls. Insbesondere für die Grundlast, dem unverzichtbaren Sockel unserer Energieversorgung, bedeutet das: 2008 lieferten die deutschen KKW mit 48 % fast die Hälfte, auch 2018 mit nur noch 6 KKW immerhin noch 32 %, fast 1/3!
Der auf der Erde ausreichend vorhandene Rohstoff Uran ist sinnvollerweise (d.h. für friedliche Zwecke) nur zur Kernenergieerzeugung in KKW einsetzbar und schont mit seiner Verwendung andere Resourcen, die vorzugsweise besser genutzt werden können als sie einfach zu verbrennen. Das alles sind Fakten!
Und darauf will Deutschland im Zuge der Energiewende verzichten mit den Folgen, denen wir jetzt ausgesetzt sind, d.h. Verlust an Versorgungssicherheit und hohe Kosten? Es ist doch merkwürdig, dass gegenwärtig 33 Länder weltweit (die es sich wirtschaftlich leisten können) 437 KKW betreiben und keines dem deutschen Ausstiegsbeschluss folgt. Im Gegenteil sind (nach Angaben der IAEA) gegenwärtig 56 KKW in 19 Ländern weltweit in Errichtung, allein 2021 sind 6 KKW in China und je eines in Indien, der Türkei und in Russland neu in Betrieb gegangen. Sind wir tatsächlich klüger als der Rest der Welt? Eine gewagte These!
Oder, weniger ernst formuliert entsprechend dem alten Kalauer über den Geisterfahrer auf der Autobahn: Was? EIN Geisterfahrer soll hier unterwegs sein? So ein Quatsch! Mir kommen HUNDERTE entgegen!
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