Text der Petition
Die Eingabe richtet sich gegen eine Absenkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre.
Begründung
Die Wahlrechtsreform soll nicht dazu beitragen, das Wahlalter auf 16 Jahre zu reduzieren.
Mit Blick auf die Ereignisse in Berlin-Neukölln kann nicht angenommen werden, dass Wählerinnen und Wähler mit 16 schon genügend Umsicht und gesellschaftliche Kenntnisse entwickelt haben. Die Gefahr der Verbreitung durch sich explizit auf diese Wähler einstellende neue Parteien mit demokratiezersetzenden Narrativen ist zu groß. Gleichzeitig wird gefordert, jugendliche Randalierer in diesem Kontext nicht zu kriminalisieren, und die Vorgaben zur Bestrafung mit viel Augenmaß zu gestalten.
Wir haben schließlich keine Gerontokratie.
Aber es dauert doch etliche Jahre bis man die Erfahrung, Reife und Selbstfindung hat, um langfristige, weitreichende Entscheidungen treffen zu können.
Laßt die Kinder in Schülervertretungen ab 12 üben, gebt 14-jährigen die Chance sich in städischen Gremien einzuarbeiten, mit 16 für Landtage zu stimmen ist okay, aber 18 für Bundesangelegenheiten ist schon niedrig gegriffen.
Als Menschen noch mit 14 ins Berufsleben einsiegen und mit 20 für die eigene Familien verantwortlich waren, da mußten sie trotzdem bis 21 warten um wählen zu dürfen; ..und jene Wachstumskurve schien mir sinnvoller.
Insbesondere muß ich hier auf die Anfälligkeit vieler junger Menschen für Propaganda z.B. während der "Pandemie"-Zeit hinweisen, und finde aktuell in Diskussionen zum Thema Krieg gerade bei jüngeren eine erschreckende Leichtgläubigkeit für staatliche Verlautbarungen und solche von privaten Interessengruppen vor - unsere Elterngeneration war kritischer und skeptischer mit einem Bruchteil der Informationsmöglichkeiten.
Ein anderes Beispiel wären die Erstwählerstimmen für die FDP bei der letzten Wahl - jeder der schon ein paar Bundestagswahlen auf dem Buckel hat hätte ihnen garantieren können, die die Pünktchenpartei wieder breitbeinig umfällt wenn ihnen die Posten in Aussicht gestellt werden; sollen die Kinder jetzt wirklich mit noch weniger Politik-Erfahrung an die Urnen gehen?
Insofern würde ich es vorziehen, wenn man wenigstens das aktuelle Wahlalter beibehält und vielleicht ein bißchen mehr politische Bildung (!= Propaganda für den Status Quo) in den Schulunterricht (Mausfeld und Tacitus als Pflichtlektüre, Klassiker politischen Handelns nahebringen, von Voltaire und Machiavelli bis Lenin und Chomski) unterbringt.
Was fehlt ist das Bewußtsein, daß man auch als Wähler eine Verantwortung hat; und Verantwortungsbewußtsein kommt nicht über Nacht.