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Diskussion zur Petition 161196

Steuerrecht

Unveränderte Beibehaltung der Agrardieselrückvergütung und der KfZ-Steuerbefreiung für Land- und Forstwirte vom 17.12.2023

Diskussionszweig: HB: Wie berechtigt sind die Bauernproteste?

Ylander | 08.01.2024 - 19:34 (Zuletzt geändert am 08.01.2024 - 19:34 von Ylander )

HB: Wie berechtigt sind die Bauernproteste?

Anzahl der Antworten: 30

Bitte den HB-Bericht von heute 8.1.2024 un ter der im Betreff genannten Überschrift lesen. Das lässt den Petitionstext und die zahlreichen Pro-Beiträge in einem ganz anderen Lichte erscheinen. Meine erste Vermutung wird damit auch bestätigt, und meine Entscheidung bestärkt, nicht mitzuzeichnen.
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Nutzer4902401 | Mon Jan 15 17:37:37 CET 2024 - Mon Jan 15 17:37:37 CET 2024

Zitat: von Nutzer2573667
Bei einem durchschnittlichen Betrieb (konv. und ökol. zusammen) blieben in den letzten fünf Wirtschaftsjahren (2017/18-2021/22) von den Einkünften nach Abzug der Kosten (inkl. 12.800 € Treib- und Schmierstoffkosten) 64.353 € Gewinn übrig. Bei einem durchschnittlichen Biobetrieb blieben im gleichen Zeitraum von den Einkünften nach Abzug der Kosten (inkl. 11.037 € Treib- und Schmierstoffkosten) 65.288 € Gewinn übrig. ...

Der Selbstversorgungsgrad beschreibt die inländische Produktion (also nicht die angeblich ins Ausland abgewanderte Produktion woanders) geteilt durch den inländischen Verbrauch. Und wie gesagt: Trotz des sogenannten Höfesterbens sinkt dieser Quotient seit der Jahrtausendwende nicht.


Dann müssten die deutschen Landwirte ja die glücklichsten Menschen der Republik sein ...

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Nutzer2573667 | Mon Jan 15 13:57:33 CET 2024 - Mon Jan 15 13:57:33 CET 2024

Bei einem durchschnittlichen Betrieb (konv. und ökol. zusammen) blieben in den letzten fünf Wirtschaftsjahren (2017/18-2021/22) von den Einkünften nach Abzug der Kosten (inkl. 12.800 € Treib- und Schmierstoffkosten) 64.353 € Gewinn übrig. Bei einem durchschnittlichen Biobetrieb blieben im gleichen Zeitraum von den Einkünften nach Abzug der Kosten (inkl. 11.037 € Treib- und Schmierstoffkosten) 65.288 € Gewinn übrig. Pro Arbeitskraft erzielten landwirtschaftliche Betriebe insgesamt (konv. Und ökol. zusammen) ein Einkommen (Gewinn+Personalaufwand) von 34.431 € bei 5.634 € Treib- und Schmierstoffkosten je AK. Dagegen erzielten ökologische Betriebe je Arbeitskraft ein Einkommen von 39.734 € bei 5.097 € Treib- und Schmierstoffkosten pro AK. Als Arbeitskräfte gelten in der Statistik übrigens nicht nur Fremdarbeitskräfte, sondern auch z.B. die mitarbeitenden Betriebsinhaber und nicht entlohnte Familienangehörige.
Wie man es dreht und wendet, bei konventionellen Betrieben sind die (Schmier- und) Treibstoffkosten und damit auch die Agrardieselvergütung sowohl pro Unternehmen als auch pro Arbeitskraft größer. Unter der Annahme, dass die Landwirtschaft als Preisnehmer die durch die Abschaffung der Agrardieselvergütung steigenden Kosten nicht weiter geben könne, sondern sich durch diese Maßnahme der Gewinn und damit das Einkommen reduzieren würde, trifft die Abschaffung der Agrardieselvergütung konventionelle Betriebe und konventionelle Landwirte stärker als ökologisch wirtschaftende.

Zitat: von Nutzer4902401
Ältere und kleinere Traktoren kommen prima mit einem Einheitsdruck zurecht

Es gibt aber ja nicht nur ältere und kleinere Traktoren. Und der Einheitsdruck ist ein Kompromiss zwischen dem idealen Reifendruck für die Feldarbeit und dem idealen Reifendruck für die Straßenfahrt. Da Sie keine Zahlen liefern, gehe ich davon aus, dass Sie keine Zahlen zu dem Thema haben und somit auch keine valide Rechtfertigung für die Befreiung von der Kfz-Steuer.

Zitat: von Nutzer4902401
Bei gewerblich genutzten PKW sind das immerhin Betriebsausgaben - aber auch diese fahren eben ausschließlich auf der Straße.

Ich wiederhole mein Argument: Die Tatsache, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge zusätzlich zur Straßenfahrt auch noch woanders fahren, macht den Verschleiß, den diese Fahrzeuge an der Straße verursachen, nicht ungeschehen.
Viele Parkplätze sind privat (Grundstücke von Privatpersonen oder Grundstücke von Unternehmen) und etliche öffentliche Parkplätze sind gebührenpflichtig. Ein erschwinglicher ÖPNV gehört zur Daseinsvorsorge. Man kann die Befreiung von der Kfz-Steuer für Fahrzeuge im Linienverkehr abschaffen. Um das Ziel des erschwinglichen ÖPNVs jedoch aufrecht zu erhalten, würde es andererseits weitere finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand bedürfen. Gelder von der einen öffentlichen Hand in die andere öffentliche Hand und wieder zurück zu schieben, kann man machen, ich sehe darin jedoch keinen Mehrwert.

Zitat: von Nutzer4902401
Wenn also jeder von uns 8,19 EUR im Monat mehr ausgeben würde fürs Fressen, dann könnten die Bauern ganz ohne Subventionen wirtschaften.

Ein guter Anlass, um meinen Punkt nochmal als Frage zu formulieren: Warum richten sich die Proteste dann nicht gegen die geizigen Verbraucher, sondern ausschließlich gegen die aktuelle Bundesregierung?

Ich habe mir den von Ihnen verlinkten Artikel der Bundesregierung durchgelesen. Dort steht das Gegenteil von dem, was Sie behaupten. Die Bürgergelderhöhung war keineswegs eine rein politische Entscheidung, sondern basierte auf den aktuellsten, verfügbaren Daten zur Preissteigerung.

Zitat: von Nutzer4902401
Schon klar, dank der deutschen Bemühungen auf dem Gebiet hört der Klimawandel weltweit sofort auf.


Schon klar, ohne deutsche Bemühungen wird die Welt bestimmt ein besserer Ort. Wer keinen Klimaschutz betreiben will, ist dafür, vermehrte Hitzewellen, Dürreperioden (Stichwort Landwirtschaft), Starkregenereignisse, Fluchtbewegungen aus dem globalen Süden und die mit all diesen Aufzählungspunkten verbundenen Kosten hinzunehmen.

Der Selbstversorgungsgrad beschreibt die inländische Produktion (also nicht die angeblich ins Ausland abgewanderte Produktion woanders) geteilt durch den inländischen Verbrauch. Und wie gesagt: Trotz des sogenannten Höfesterbens sinkt dieser Quotient seit der Jahrtausendwende nicht.

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Nutzer4902401 | Sun Jan 14 07:57:48 CET 2024 - Sun Jan 14 07:57:48 CET 2024

@ Nutzer2573667 | heute - 02:20

Zitat: von Nutzer2573667
Zitat: von Nutzer4902401
Der konventionelle Landwirt erzeugt 100 Tonnen Lebensmittel mit einer Arbeitskraft. Der Bio-Bauer 50 Tonnen mit zwei Arbeitskräften. Das heißt, Sie bezahlen dann das Vierfache. Korrekt?

Nein, weil die Arbeitskraft nicht der einzige Produktionsfaktor ist.

Grandiose Wirtschaftskenntnisse ... auch ja, was macht denn eigentlich diese zweite Arbeitskraft? Oh, die sitzt auf einem zweiten Traktor. Der dann ebenfalls Diesel verbraucht. Und auch sonst Geld kostet.

Zitat: von Nutzer2573667
Zitat: von Nutzer4902401
Von daher ist Ihr Vergleich sinnfrei

Mein Vergleich ist korrekt. Wenn man annimmt, dass Landwirte Preisnehmer seien und die durch die Streichung der Agrardieselvergütung stiegenden Kosten nicht weiter geben können, dann ist es egal, ob ein Landwirt 1.000 oder 200 Tonnen Weizen produziert. Am Ende bleiben die Kosten an ihm hängen und reduzieren sein Einkommen. Jetzt wäre es doch interessant zu schauen, um wie viel es sein Einkommen reduziert und dafür muss man die Agrardieselvergütung in Relation zum Einkommen setzen bzw. vom Einkommen abziehen. Und das Einkommen wird beschrieben durch (Gewinn+Personalaufwand)/AK. Und wenn man nun einen Blick in die Buchführungsergebnisse des Testbetriebsnetzes Landwirtschaft des BMEL wirft, dann stellt man fest, dass die Agrardieselvergütung pro AK bei konventionellen Betrieben höher ist als bei ökologischen Betrieben und sich das Einkommen der Menschen auf konventionellen Betrieben bei Streichung der Agrardieselvergütung daher stärker verringern würde als das Einkommen der Menschen auf ökologischen Betrieben.

Und noch grandiosere Wirtschaftskenntnisse. Doch, es macht schon etwas aus, wie viel jemand produziert. Und auch, zu welchen Kosten.

Außerdem ist das eh irrelevant, wie viel das pro Arbeitskraft ist. Weil die Betriebe, die es besonders trifft, eher kleine Betriebe sind, in denen es kaum angestellte Arbeitskräfte gibt.

Außerdem ist diese Statistik in der von Ihnen verwendeten Form nichts aussagefähig. Da sie weder nach Betriebsgrößen noch nach angebauten Produkten unterscheidet. Oh, doch, tut sie, zumindest ansatzweise.
  • Durchschnittsgröße der Betriebe nach Standard-Output 85.000 EUR öko gegenüber 300.000 EUR konventionell ("Die wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe, 2021/2022", Seite 28).
  • Und das obwohl die Durchschnittsfläche 91 ha Öko gegenüber 101 ha konventionell beträgt.
  • Und die Arbeitskäfte gigantische 2,2 gegenüber 2,0 ...
  • und beim Erntertrag war ich sogar noch zu optimistisch.
  • Weizen 37,3 dt/ha gegen 73,3. Kartoffeln 238,6 dt/ha gegen 413,8. Milch pro Betrieb 496 t gegen 1199 t.

Dafür reißen das die erzielten Preise wieder raus. Zumindest auf dem Papier. Ich sehe da die deutschen Verbraucher jetzt nicht Schlange stehen nach der Hälfte des Weizens zum doppelten Preis. Oder 60% der Kartoffeln zum dreifachen Preis. Naja, noch nicht ...

Zitat: von Nutzer2573667
Zitat: von Nutzer4902401
Ähm ... das mit dem Bodendruck ist nur für den Acker relevant.

Ähm nein ... der Bodendruck ist auch für die Straße relevant, sonst bräuchte es ja keine Reifendruckregelanlagen, die den Druck schnell zwischen Feldeinsatz und Straßenfahrt verändern. Sonst könnte man ja immer konstant den Druck für den Feldeinsatz einstellen.
Nicht nur Lkw, sondern auch Pkw zahlen Kfz-Steuer. Liefern Sie doch bitte Zahlen zum Bodendruck von Landmaschinen im Vergleich zum Bodendruck von Pkw, um die Befreiung von der Kfz-Steuer zu rechtfertigen.
Pkw stehen weitestgehend auch auf (oft privaten) Parkplätzen statt auf der Straße zu fahren. Trotzdem bekommen sie keine Berfreiung von der Kfz-Steuer.

Man kann auch mit Ackerdruck auf der Straße fahren. Das kostet halt Sprit und Reifenverschleiß. Der Straße schadet das nicht. Und haben tun das eh nur neuere und größere Traktoren. Ältere und kleinere Traktoren kommen prima mit einem Einheitsdruck zurecht, danke schön.

PKW werden gemeinhin auch nicht gewerblich genutzt. Die große Menge der Parkplätze sind aber öffentlich (etwas, das fremdgesteuerte Vereine wie die DUH regelmäßig beklagt). Bei gewerblich genutzten PKW sind das immerhin Betriebsausgaben - aber auch diese fahren eben ausschließlich auf der Straße. Und Linienbusse benutzen die Straßen, zahlen aber keine KfZ-Steuer. Komisch, bei den 49-EUR-Ticket-Helden ist das OK, bei der Nahrungsmittelerzeugung nicht?

Zitat: von Nutzer2573667
Zitat: von Nutzer4902401
Das Problem der Landwirte sind nicht die billigen lebensmittelpreise, sondern die Geiz-ist-geil-Michels und -Michelinen.

Wenn die Behauptung stimmen würde, dass die Bundesregierung vor allem bei den Landwirten kürze, weil sie sich nicht mit der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger anlegen möchte, dann sind Landwirtinnen und Landwirte, die wie derzeit gegen die Politik statt gegen die geizigen Verbraucher demonstrieren, keinen Deut besser und genauso feige.

Oh je, man kann alles falsch verstehen wollen, muss aber nicht. Nochmal zum Mitschreiben, wen die Michels und Michelinen marktgerechte Preise für ökologisch und sozial gerecht erzeugte heimische Lebensmittel zu zahlen bereit wären, dann könnten die Bauern alleine von ihren Erträgen leben. Das tun die Michels und Michelinen aber nicht. Das Fressen muss möglichst billig sein, auf dass man das Geld dann für Anderes ausgeben kann. Aber allerhand Anderes sollen die Landwirte trotzdem leisten (liste ich hier jetzt nicht nochmal auf).

OK, machen wir mal schnell eine kleine (zugegebenermaßen Milchmädchen-) Rechnung auf. 6 Milliarden EU-Subventionen, 2,36 Milliarden vom Bund, geteilt durch 85.000.000, macht 98 Euro pro Kopf und Jahr. Wenn also jeder von uns 8,19 EUR im Monat mehr ausgeben würde fürs Fressen, dann könnten die Bauern ganz ohne Subventionen wirtschaften. Runden wir auf auf 9 EUR, dann bleiben auch reichlich Blühstreifen stehen.

Zitat: von Nutzer2573667
Bitte liefern Sie doch noch die Quelle für Ihre Aussage, dass die Bürgergelderhöhung weit über die vom Bundesverfassungsgericht festgelegten, anzuwendenden Kriterien liegen würde.

Das stand überall in der Presse. +12,2%. Das war dieses Mal eine rein politische Entscheidung. Ganz abseits der EVS. Weil die aktuelle EVS von 2023 frühestens 2025 ausgewertet sein wird. Das schreibt sogar die Bundesregierung (https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/arbeit-und-soziales/buergergeld-erhoehung-2248000). Inflation 2023 ca. 5,9%.
Meine persönliche Statistik 5% bei Lebensmitteln.

Zitat: von Nutzer2573667
Das Vorhalten von Gaskraftwerken für Dunkelflauten ist immer noch günstiger als die Kosten des durch die Nutzung fossiler Energieträger verursachten Klimawandels oder die Endlagerung von Atommüll.

Schon klar, dank der deutschen Bemühungen auf dem Gebiet hört der Klimawandel weltweit sofort auf. Am deutschen Wesen wird das Klima genesen.

Und unsere letzten drei KKWs bis zum Ende ihrer technischen Lauffähigkeit weiter zu betreiben hätte Unmengen an Atommüll verursacht. Während die vorzeitige Abschaltung den bereits bestehenden Atommüll total hat verschwinden lassen. Und natürlich unsere CO2-emissionen radikal reduziert ... ähm, wie war das nochmal?

Zitat: von Nutzer2573667
Trotz des sogenannten Höfesterbens hat sich der Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln in Deutschland nicht verringert, da die frei werdenden Flächen nicht brach liegen, sondern von wachsenden Betrieben übernommen wurden.

Dass größere Höfe immer schlechter für die Umwelt oder fürs Tierwohl wären, ist ein Mythos und unwissenschaftliches Vorurteil.


Trotz des drohenden sogenannten Firmensterbens und der drohenden sogenannten Produktionsverlagerung wird sich der Versorgungsgrad bei Arbeitsplätzen, Produkten und Dienstleistungen in Deutschland nicht verringern, da die Arbeit ja dann von jemand anderem woanders übernommen werden wird … Ich hoffe für Sie, Sie arbeiten nicht in einer Branche, die von der Deindusttrialisierung getroffen werden wird. Aber dass eine Deindustrialisierung schlecht für die Wirtschaft, den Staat und das Volk wäre, ist ja sicher auch nur ein Mythos und unwissenschaftliches Vorurteil.

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Nutzer2573667 | Sun Jan 14 02:20:45 CET 2024 - Sun Jan 14 02:20:45 CET 2024

Zitat: von Nutzer4902401
Der konventionelle Landwirt erzeugt 100 Tonnen Lebensmittel mit einer Arbeitskraft. Der Bio-Bauer 50 Tonnen mit zwei Arbeitskräften. Das heißt, Sie bezahlen dann das Vierfache. Korrekt?

Nein, weil die Arbeitskraft nicht der einzige Produktionsfaktor ist.

Zitat: von Nutzer4902401
Von daher ist Ihr Vergleich sinnfrei

Mein Vergleich ist korrekt. Wenn man annimmt, dass Landwirte Preisnehmer seien und die durch die Streichung der Agrardieselvergütung stiegenden Kosten nicht weiter geben können, dann ist es egal, ob ein Landwirt 1.000 oder 200 Tonnen Weizen produziert. Am Ende bleiben die Kosten an ihm hängen und reduzieren sein Einkommen. Jetzt wäre es doch interessant zu schauen, um wie viel es sein Einkommen reduziert und dafür muss man die Agrardieselvergütung in Relation zum Einkommen setzen bzw. vom Einkommen abziehen. Und das Einkommen wird beschrieben durch (Gewinn+Personalaufwand)/AK. Und wenn man nun einen Blick in die Buchführungsergebnisse des Testbetriebsnetzes Landwirtschaft des BMEL wirft, dann stellt man fest, dass die Agrardieselvergütung pro AK bei konventionellen Betrieben höher ist als bei ökologischen Betrieben und sich das Einkommen der Menschen auf konventionellen Betrieben bei Streichung der Agrardieselvergütung daher stärker verringern würde als das Einkommen der Menschen auf ökologischen Betrieben.

Zitat: von Nutzer4902401
Ähm ... das mit dem Bodendruck ist nur für den Acker relevant.

Ähm nein ... der Bodendruck ist auch für die Straße relevant, sonst bräuchte es ja keine Reifendruckregelanlagen, die den Druck schnell zwischen Feldeinsatz und Straßenfahrt verändern. Sonst könnte man ja immer konstant den Druck für den Feldeinsatz einstellen.
Nicht nur Lkw, sondern auch Pkw zahlen Kfz-Steuer. Liefern Sie doch bitte Zahlen zum Bodendruck von Landmaschinen im Vergleich zum Bodendruck von Pkw, um die Befreiung von der Kfz-Steuer zu rechtfertigen.
Pkw stehen weitestgehend auch auf (oft privaten) Parkplätzen statt auf der Straße zu fahren. Trotzdem bekommen sie keine Berfreiung von der Kfz-Steuer.

Zitat: von Nutzer4902401
Das Problem der Landwirte sind nicht die billigen lebensmittelpreise, sondern die Geiz-ist-geil-Michels und -Michelinen.


Wenn die Behauptung stimmen würde, dass die Bundesregierung vor allem bei den Landwirten kürze, weil sie sich nicht mit der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger anlegen möchte, dann sind Landwirtinnen und Landwirte, die wie derzeit gegen die Politik statt gegen die geizigen Verbraucher demonstrieren, keinen Deut besser und genauso feige.

Bitte liefern Sie doch noch die Quelle für Ihre Aussage, dass die Bürgergelderhöhung weit über die vom Bundesverfassungsgericht festgelegten, anzuwendenden Kriterien liegen würde.

Das Vorhalten von Gaskraftwerken für Dunkelflauten ist immer noch günstiger als die Kosten des durch die Nutzung fossiler Energieträger verursachten Klimawandels oder die Endlagerung von Atommüll.

Trotz des sogenannten Höfesterbens hat sich der Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln in Deutschland nicht verringert, da die frei werdenden Flächen nicht brach liegen, sondern von wachsenden Betrieben übernommen wurden.

Dass größere Höfe immer schlechter für die Umwelt oder fürs Tierwohl wären, ist ein Mythos und unwissenschaftliches Vorurteil.

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Nutzer2573667 | Sun Jan 14 01:27:09 CET 2024 - Sun Jan 14 01:27:09 CET 2024

Zitat: von Nutzer6042423
Durch das weitere schrumpfen der Betriebszahl sinkt wiederum das Angebot


Sie übersehen eine wichtige Besonderheit der Landwirtschaft: Der wesentliche Produktionsfaktor Boden kann nicht ins Ausland abwandern. Das sogenannte Höfesterben hat nicht dazu geführt, dass in Deutschland weniger Lebensmittel produziert worden wären, da die frei werdenden Flächen nicht brach liegen, sondern von wachsenden Betrieben übernommen wurden.

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Nutzer4902401 | Sat Jan 13 08:27:59 CET 2024 - Sat Jan 13 08:27:59 CET 2024

@ Nutzer6042423 | gestern - 19:05

Zitat: von Nutzer6042423
Ich habe nie vom weglassen des Klimaschutzes gesprochen, die Agrardieselsubvention ändert aber nichts an der Umweltverschmutzung, es gehen auch nicht weniger zur Arbeit, weil der Kraftstoff immer teuerer wird. Aber irgendwann kann man vom übrigen Geld halt nicht mehr Leben.
Unsere Bauern haben in erster Linie ein globales Konurenzproblem zu ungleichen Bedingungen.

A) Was wären die Alternativen zum "schmutzigen" Weg zur Arbeit? Und jetzt bitte nicht mit dem ebenfalls höchstsubventionierten Großstadtprivileg ÖPNV kommen.
B) Was wären denn die Alternativen zum "schmutzigen" Diesel in der Landwirtschaft?
C) Genau, irgendwann ist es eben wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.
D) Genau, es ist ein internationales Problem. Das "wir" ebenso wie den Klimawandel mit allerhand politisch wie ökologisch koketten unilateralen Maßnahmen eben nicht lösen werden.

Zitat: von Nutzer6042423
Wenn die Bauern die Supermarktketten bestreiken würden, würden vermutlich die Abnehmer zurückstreiken wie es bei Mars & Edeka z.B. passiert ist.
Die heimische Landwirtschaft hat aufgrund global ungleichen Vorraussetzungen automatisch verloren. Supermarktketten wie z.B. EDEKA haben gezeigt, das es den Supermärkten fast egal ist, wenn Lieferanten wegfallen, wenn es um eigene Interessen geht. Alle Produkte des "Mars Konzerns" wurden z.B. einfach ersetzt. Der Weltmarkt machts möglich.

Eben. Die Landwirte haben da eben nicht die Marktmacht. Schlimmstenfalls werden die links liegen gelassen von Lebensmittelindustrie und -handel. Und es gibt höchstens noch ein paar deutsche Alibibauern, damit die Konzerne "aus deutscher Produktion" auf ein paar Lockvogelartikel schreiben können.

Zitat: von Nutzer6042423
Und jetzt soll Ihrer Meinung nach eine Hand voll Landwirte, gegen die restliche Weltwirtschaft antreten mit teureren identischen Produkten komplizierterer Machart? Das funktioniert nicht.
Die Landwirtschaft ist darauf angewiesen, das der Staat oder die EU, die Auflagen verhängt/erteilt auch zeitgleich und im selben Umfang Weltmarktbedingt reguliert um zumindest künstlich einen Leistungsgerechten Markt zu schaffen.Die Landwirtschaft muss unter gegebenen Bedingungen konkurenzfähig bleiben.
Im Zweifel muss der Markt soweit eingefercht werden bis sicher gestellt ist, das alle mit den selben Karten spielen.
Solange man noch 250.000 landwirtschaftliche Betriebe hat, kann man ja auch nicht von Monopole sprechen...

Wird nie passieren, dass da Augenhöhe geschaffen werden wird. Weil das jeder anders sieht. Und alleine schon weil die französischen Bauern als auch deren Verbraucher da ganz anders ticken wie die Deutschen. Von Polen und Ungarn ganz zu schweigen.

Zitat: von Nutzer6042423
Nur durch weglassen der Subventionen wird lediglich eine Ungleichheit zum Weltmarkt vergrößert, die mit Technik nicht mehr kompensiert werden können.
Jede Umweltauflage der EU ist eine Wettbewerbsverzerrung.
Entzerren kann man diese nur, wenn man für Marktteilnehmer gleiche Bedingungen schafft.

Nicht nur das, die müssen auch gleichmäßig umgesetzt werden. Der Klassiker ist doch:
1. EU macht Richtlinie/ Gesetz.
2. Nation X setzt minimal um.
3. Nation Y setzt nur auf dem Papier um, die nationalen Behörden und Akteure bescheißen im eigenen nationalen Interesse nach Strich und Faden. Man erinnere sich zum Beispiel an die doppelt deauriculierten italienischen Milchkühe seinerzeit, als es Schlachtprämien gab.
4. Es mag sogar eine Nation Z geben, die so eine neue EU-Vorgabe maximal umsetzt.
5. Deutschland setzt maximal um, legt noch einen drauf, und die deutschen Behörden achten nicht nur auf maximal vollständige restriktive Umsetzung, sondern erfinden auch was dazu.

Zitat: von Nutzer6042423
Die Kleidungsherstellung z.B. ist in Deutschland doch nur ausgestorben, weil der Staat nicht gegen diese Entwicklung reagiert hat.
Die "freie" Marktwirtschaft ist Bestandteil des Kapitalismus und dieser wiederum nimmt im extremen die Ausbeutung der ärmsten, wie z.B. Kinderarbeit und Umweltzerstörung freudestrahlend in kauf. Das ist ebenso mit dem Rechten und dem Linken Gedankengut.
Einfach alles, was extrem ist, ist schlecht - Menschenfeindlich es muss ein gesunder Mittelweg gefunden werden.
Extrem Rechts ist schlecht Extrem Links ist schlecht und Extrem Kapitalistisch ist ebend auch schlecht.
Am Ende geht es irgendwen dann nämlich nur um Macht&Geld.

Das ist so schlicht falsch. Textilindustrie ist traditionell eine Einstiegsindustrie. So hat die industrielle Revolution angefangen. Allerdings ist sie auch arbeitsintensiv und das technologische Produktivitätspotential ist schon lange ausgeschöpft.

Letzten Endes will praktisch niemand Kleidung bezahlen, die hierzulande hergestellt wird. Der Unterscheid zwischen rein deutscher Konfektion und rein deutscher Maßfertigung wäre nicht besonders groß. Deswegen wurde ja "früher" gebrauchte Kleidung ganz massiv gleich mehrfach gehandelt (Charles Dickens' Fagin hat nicht schlecht davon gelebt, u.a. geklaute Taschentücher weiter zu verticken), und am Ende auch noch in die Papierproduktion überführt. Schuhe ebenso. Wer leistet sich schon 100% original italienische Schuhe ...

Auch die Landwirtschaft hat da Grenzen, was die Produktivität angeht. Insbesondere, wenn sie auch noch unglaublich viele gesellschaftlich gewünschte Nebenforderungen erfüllen soll von wegen öko, klimagerecht, landschaftspflegend und –erhaltend, bienenfördernd, u.v.a.m. Da haben die deutschen Bauern das Problem, dass sie eben Deutsche sind. Wären sie peruanische Kaffeebauern, ein öko-fair-trade-lokal-gerecht-Label würde zumindest den endpreis locker um 50% erhöhen. Ganz ohne Mullen und Knullen der Verbraucher.

Zitat: von Nutzer6042423
Ihrer Aussage nach tendieren Sie zum extrem kapitalistischen und wie gesagt extrem ist nicht gut...


Sozialistisch aber auch nicht. Können wir uns auf eine Wiedereinführung der sozialen Marktwirtschaft einigen? Auf den Rheinkapitalismus statt dem Spreesozialismus?

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Nutzer4902401 | Sat Jan 13 07:55:14 CET 2024 - Sat Jan 13 07:55:14 CET 2024

@ Nutzer2573667 | 11.01.2024 - 22:53

Ich kann jetzt leider nicht so ganz erkennen, was Ihr Text ist, und was der Ihres Vorposters. Also halten Sie das bitte nicht gegen mich ... ;-)

Zitat: von Nutzer2573667
1. Wenn man behauptet, dass die Abschaffung der Agrardieselvergütung besonders die BioBAUERN treffen würde, dann toleriere ich diese Meinung, aber sie wird durch die Fakten widerlegt und darauf weise ich hin. Denn man muss die Treibstoffkosten nicht in Bezug zum Ertrag oder zur Betriebsgröße setzen, sondern zum einzelnen Bauern (AK). Und es ist nunmal so, dass die Dieselrückvergütung pro AK bei ökologischen Betrieben geringer ist als bei konventionellen Betrieben (siehe Buchführungsergebnisse des Testsbetriebsnetz des BMEL). Deshalb sind konventionelle Bauern von der Abschaffung stärker betroffen.

Der war gut.

OK, Sie bezahlen dann auch Ihre Lebensmittel entsprechend der Anzahl der Arbeitskräfte beim Biobauern? Also, nur so als Veranschaulichung - die exakten Zahlen wären zu finden,
  • Der konventionelle Landwirt erzeugt 100 Tonnen Lebensmittel mit einer Arbeitskraft. Der Bio-Bauer 50 Tonnen mit zwei Arbeitskräften. Das heißt, Sie bezahlen dann das Vierfache. Korrekt?
  • Das ist aber nicht so schlimm, weil Sie dann wegen des reduzierten Angebots nur noch die Hälfte essen. FDH aufgrund produktionsbedingter Engpässe. Also zahlen Sie nur das Doppelte, wenn auch für Hälfte. Korrekt?
  • Und Schuld an all dem ist dann wieder die Ampel. Richtig?

Ach ja, die Ökobetriebe sind auch deutlich weniger produktiv pro Betrieb als auch Arbeitskraft. Von daher ist Ihr Vergleich sinnfrei, solange nicht die ökologisch produzierende Arbeitskraft selber auf dem Teller landet.

Zitat: von Nutzer2573667
4. Bei modernen Traktoren ist eine Reifendruckregelanlage Standard. Für Straßenfahrten wird der Reifendruck erhöht. Das spart Kraftstoff, aber gleichzeitig nimmt es das Argument des geringeren Bodendrucks landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Ich vermisse also immer noch eine gute Begründung, warum landwirtschaftliche Fahrzeuge im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen von der Kfz-Steuer ausgenommen werden sollten.

Ähm ... das mit dem Bodendruck ist nur für den Acker relevant.

Aber selbst auf der Straße ist der Bodendruck eines landwirtschaftlichen Geräts deutlich geringer als der eines LKW. Das liegt einfach an den deutlich größeren Reifen. Deswegen sind die ja so groß. Außerdem fahren diese Fahrzeuge eben trotzdem weitestgehend auf dem Acker und nicht auf der Straße.

Zitat: von Nutzer2573667
5. Teurer als Klimaschutz ist kein Klimaschutz. Es gibt leider keine politische Mehrheit, um ans Dienstwagenprivileg, an die Kerosinsteuer oder an die Pendlerpauschale ranzugehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Landwirte eben oft genau solche Parteien wählen, die da keinen Handlungsspielraum sehen.

Ein Gemeinplatz. Whataboutism. Deutschland wird das Klima nicht retten. Selbst wenn wir alle morgen 85-millionenfachen Selbstmord begehen würden.

Gedankenspiel, wir schaffen das Dienstwagenprivileg ab. Wir besteuern Kerosin (was ja schon vollumfänglich der Fall ist - die Ausnahme hier ist eine internationale Verpflichtung, und die Ticketsteuer gibt es ja auch noch, warum zu Hölle liest eigentlich nie jemand im Energiesteuergesetz nach?). Folge: Deutsche Autobauer und Zulieferer und KfZ-Betriebe und Flugzeugbauer und Flughäfen und Airlines entlassen hunderttausende Leute, der halbjährliche Flug nach Malle ist für viele "Arme" nicht mehr bezahlbar, ... da wären die aktuellen Bauernproteste ein laues Lüftchen gegen das, was dann abgehen würde.

Zitat: von Nutzer2573667
Gehen die Bauern also auf die Straße, dass Lebensmittel weiter billig bleiben? Sind billige Lebensmittel nicht auch das Problem der Landwirte?

Das Problem der Landwirte sind nicht die billigen lebensmittelpreise, sondern die Geiz-ist-geil-Michels und -Michelinen. Der deutsche Verbraucher an sich ist halt auf Knauserigkeit geprägt. Egal, was es (vermeintlich) jemand Anderen kostet. Das machen z.B. Franzosen und Schweizer besser.

Zitat: von Nutzer2573667
Die Steigerung des Bürgergeldes wird über Kriterien berechnet, die das Bundesverfassungsgericht streng vorgegeben hat. Eine geringere Steigerung des Bürgergeldes würde zur nächsten Klatsche aus Karlsruhe führen.

Soso ... und woher kommt die aktuelle Steigerung? Die ging ja weit über diese Kriterien hinaus.

Zitat: von Nutzer2573667
Es fließt kein Geld in schmutzige Gaskraftwerke. Alle neu gebauten und geplanten Gaskraftwerke sind H2-ready, zumal man auch klimaneutral Methan aus Ökostrom synthetisieren kann.

Hat jetzt auch nichts mit der Petition zu tun. Das Problem ist, dass diese Gaskraftwerke "on top" für die dunklen und windarmen Bedarfszeiten vorgehalten werden müssen. Mitsamt Treibstoff. Selbst bei perfektem und 200%igem Ausbau der Erneuerbaren sind diese notwendig. Und müssen bezahlt werden. Das ist etwas, das man bei der ganzen Energiewende immer nur als gaaaanz kleine Randnotiz erwähnt wurde. Direkt am Windrad oder am Panel mag die kWh unschlagbar billig sein. Wenn gerade der Wind weht und die Sonne scheint. Aber am Hausanschluss des Verbrauchers sieht das ganz anders aus. Nicht nur nachts und bei Windstille.

Zitat: von Nutzer2573667
Zitat: von Nutzer6042423
Aber wenn wir Heute nicht überleben, ...

Ganz schön hochgegriffene Worte. Der von Landwirten in diesen Tagen gerne zitierte Clemens Fuest (ifo-Präsident) sagte diese Woche im Interview mit dem Nachrichtensender WELT über die Bauernproteste übrigens:
"Es ist nicht so, als würde die Abschaffung der Agrardiesel-Subvention zu einer Einstellung der Lebensmittelproduktion führen. Das wäre nun wirklich völlig überzogen, das zu behaupten. Man sollte nicht so tun, als wäre die gesamte Existenz der deutschen Landwirtschaft infrage gestellt. Das ist einfach unverhältnismäßig."


Auch deutsche Landwirte sind an das Wirtschaftsrecht gebunden. Und müssen dann unter den einschlägigen Bedingungen Insolvenz anmelden. Auch deutsche Landwirte unterliegen der Vertragsfreiheit. Und gehen dann ggf. eben lieber LKW fahren (entsprechende Führerscheine sind ja meist vorhanden) oder in die Industrie ans Band (oder besser, bei dem Akademikeranteil würden sich auch viele für anspruchsvollere Aufgaben eignen) und lassen ihren Hof Hof sein *). In beiden Fällen würden diese Landwirte eben nicht mehr produzieren. Bestenfalls übernimmt das Land und die Maschinen ein Agrarkonzern. Der dann gaaaanz sicher voll auf Öko umstellen würde. Sicher doch. Oder jemand baut eine PV-Anlage drauf. Oder das Land bleibt gleich ganz brach, verbuscht und verwaldet. Der „Kulturlandschaft“ würde das sicher gut tun …

*) OK, viele Landwirte stecken zu allem Überfluss auch noch in der Schuldenfalle. Die haben wirtschaftlich und finanziell gar nicht die Option, einfach hinzuschmeißen.

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Nutzer6042423 | Fri Jan 12 19:05:48 CET 2024 - Fri Jan 12 19:05:48 CET 2024

Steuererhöhungen und Subventionskürzungen wurden bisher noch von keiner Regierung als Mittel genutzt um die Wirtschaft anzukurbeln...

Ich habe nie vom weglassen des Klimaschutzes gesprochen, die Agrardieselsubvention ändert aber nichts an der Umweltverschmutzung, es gehen auch nicht weniger zur Arbeit, weil der Kraftstoff immer teuerer wird. Aber irgendwann kann man vom übrigen Geld halt nicht mehr Leben.
Unsere Bauern haben in erster Linie ein globales Konurenzproblem zu ungleichen Bedingungen.
Wenn die Bauern die Supermarktketten bestreiken würden, würden vermutlich die Abnehmer zurückstreiken wie es bei Mars & Edeka z.B. passiert ist.
Die heimische Landwirtschaft hat aufgrund global ungleichen Vorraussetzungen automatisch verloren. Supermarktketten wie z.B. EDEKA haben gezeigt, das es den Supermärkten fast egal ist, wenn Lieferanten wegfallen, wenn es um eigene Interessen geht. Alle Produkte des "Mars Konzerns" wurden z.B. einfach ersetzt. Der Weltmarkt machts möglich.

Und jetzt soll Ihrer Meinung nach eine Hand voll Landwirte, gegen die restliche Weltwirtschaft antreten mit teureren identischen Produkten komplizierterer Machart? Das funktioniert nicht.
Die Landwirtschaft ist darauf angewiesen, das der Staat oder die EU, die Auflagen verhängt/erteilt auch zeitgleich und im selben Umfang Weltmarktbedingt reguliert um zumindest künstlich einen Leistungsgerechten Markt zu schaffen.Die Landwirtschaft muss unter gegebenen Bedingungen konkurenzfähig bleiben.
Im Zweifel muss der Markt soweit eingefercht werden bis sicher gestellt ist, das alle mit den selben Karten spielen.
Solange man noch 250.000 landwirtschaftliche Betriebe hat, kann man ja auch nicht von Monopole sprechen...

Nur durch weglassen der Subventionen wird lediglich eine Ungleichheit zum Weltmarkt vergrößert, die mit Technik nicht mehr kompensiert werden können.
Jede Umweltauflage der EU ist eine Wettbewerbsverzerrung.
Entzerren kann man diese nur, wenn man für Marktteilnehmer gleiche Bedingungen schafft.

Die Kleidungsherstellung z.B. ist in Deutschland doch nur ausgestorben, weil der Staat nicht gegen diese Entwicklung reagiert hat.
Die "freie" Marktwirtschaft ist Bestandteil des Kapitalismus und dieser wiederum nimmt im extremen die Ausbeutung der ärmsten, wie z.B. Kinderarbeit und Umweltzerstörung freudestrahlend in kauf. Das ist ebenso mit dem Rechten und dem Linken Gedankengut.
Einfach alles, was extrem ist, ist schlecht - Menschenfeindlich es muss ein gesunder Mittelweg gefunden werden.
Extrem Rechts ist schlecht Extrem Links ist schlecht und Extrem Kapitalistisch ist ebend auch schlecht.
Am Ende geht es irgendwen dann nämlich nur um Macht&Geld.

Ihrer Aussage nach tendieren Sie zum extrem kapitalistischen und wie gesagt extrem ist nicht gut...

Es streitet keiner ab, das es ohne Subventionen gehen sollte aber es kommt schon auf die Reihenfolge drauf an.
Man sollte den Bauern erstmal eine Verhandlungsbasis im Lebensmittelgewerbe (die ohnehin der Staat und die EU durch Umwelt und Klimaauflagen deutlich verschlechtert hat) verschaffen, bevor man alte Systeme die seit Jahrzehnten laufen ersatzlos streicht.
Kein Bauer ist gegen Umwelt oder Klimaschutz genau so wenig wie die Bauern gegen Innovation/Fortschritt sind.
Nur wie in jeder anderen Branche auch, muss ersichtlich sein wie eine Umstellung von ein System auf ein anderes auch wirtschaftlich machbar ist.

Seit Jahren werden den Bauern immer neue Auflagen aufgedrückt und alle werden fleißig umgesetzt während die "Ausgleichszahlungen" fast stagnierten hin und wieder gab es Einmalzahlungen für Umbauten aber nichts was die Wettbewerbsfähigkeit sichern oder wesentlich erhöhen könnte.
Am Ende ist es so, das wenn nur die günstigsten Lebensmittel gekauft werden bringt eine teurere Klima- und Umweltschonende Produktion dem Betrieb nichts als rote Zahlen.
Nun nimmt die Regierung Ersatzlos diese regelmäßigen Aufwandsentschädigungen weg und sorgt gleichzeitig immer noch nicht für Wettbewerbsgleichheit.

Der Staat lässt zu, das Umweltschonende Lebensmittel in direkter Konkurenz zu den herkömlich (klimaschädigenden) Lebensmitteln stehen.

Wenn ein 2,5kg Sack "klimaneutrale" Kartoffeln im Supermarkt 12€ kosten würden, würde niemand mehr diese kaufen wenn rechts daneben der gleichaussehende Sack "herkömmliche" Kartoffeln für 3,99€ zu bekommen ist...
(An solche Preise müsste man aber die Bevölkerung auch wieder gewöhnen, denn Sie haben ja recht, die Lebensmittelpreise sind zu niedrig, allerdings ist vieles andere auch viel zu teuer...)
Das ist aber leider genau das, was nun passiert.
Wenn die Subventionen gestrichen werden, ohne das eine außreichend hohe Gesetzliche Hürde für herkömmliche Produkte vom Staat erlassen wird, steigen die Lebensmittelpreise (würden sie aber so doer so tun ohne Subventionen) in der heimsichen Produktion.
Als ersten Schritt werden dann aber Supermäkrte und verarbeitende Betriebe dann auf Importware zurückgreifen, zudem sinkt die Nachfrage nach regionalen Produkten, da diese teurer sind, es aber weiterhin Dumpingpreisalternativen gibt.

Kleinere Betriebe schaffen es dann z.B. aufgrund von zu geringer Liefermengen nicht, Zusagen für entsprechende Lieferverträge zu bekommen und können Ihre Waren nicht an die verarbeitenden Unternehmen weitergeben. Sie werden gewzungen Ihre Güter zu entsorgen und den Betrieb aufzugeben, obwohl er rentabel wäre, wenn die Marktbedingungen gleich wären.
Durch das weitere schrumpfen der Betriebszahl sinkt wiederum das Angebot, was dazu führt das ein wesentlicher Teil regional herstellbarer Produkte komplett vom Markt verschwinden.
Daraufhin müssen Lebensmittelverarbeitende Betriebe und Supermärkte vermehrt auf Importware zurückgreifen. Überwiegend dann zu Lasten der Umwelt.
Am Ende sind wir dann so abhängig von Lebensmitteln aus dem Ausland, wie wir vom russischen Gas abhängig waren.
Das war auch nur Marktwirtschaft. Es ging nur darum billig gas zu kaufen, nicht wo es her kam und woraus es ist und was es verursacht...

Dannach den Spieß wieder umzudrehen sieht man ja anhand des Gasproblems, wie teuer das dann ist, deswegen sollten wir diese Schritte tunlichst meiden.

Wenn Sie behaupten, der Totalverlust der Landwirtschaft ist nicht möglich, dann nennen Sie mir doch bitte die verbliebenen Windenergieanlagen Hersteller in Deutschland? Es gab da ja mal einige von. Ach ja und Solarzellenhersteller hatten wir auch mal ein paar renomierte... Achja und eine Chipverbrieg hatten wir auch schonmal... zwar war die von AMD und die kam und ging von alleine weil man die auch hat fallen gelassen...

[b]Da ich selber kein Bauer bin, betrifft mich das nicht direkt, ich habe aber einige Bauern in der Bekanntschaft und ich habe oft genug mir live angeschaut mit was für Auflagen zeitweise zu kämpfen ist. Und ich, als nicht-Landwirt, kann die Sinnhaftigkeit bei manchen Auflagen nicht wirklich nachvollziehen.
Aber es wird sich pingeligst nach besten wissen und gewissen an alles gehalten, denn die Bauern wissen sehr wohl warum es diese Auflagen gibt und können die zumeist nachvollziehen auch wenn sie zum Teil für völlig überzogen angesehen werden wenn man betrachtet was der Mensch idR. ein paar Kilometer weiter für Umweltfrevel verzapft...

In Deutschland kann/darf sich kein Bauer mehr aussuchen wie er produzieren möchte, auf dem Weltmarkt interessieren sich aber reichlich wenig für die Bedingungn unter denen unsere Bauern Klima- und Umweltschonend produzieren müssen und auch tun...

Denn alle Regelungen wie Biolabel/Tierwohl etc. sind spätestens hinter der europäischen Grenze nichts weiter als heiße Luft oder ein bisschen Tinte auf einem Stück Papier. Keiner kann kontrollieren was wirklich passiert um die Produkte herzustellen.
Meines Erachtens kann da tatsächlich nur mit Strafzöllen agiert werden, diese könnte man in Kiesensituationnen schnell temporär senken und bezögen sich auf Produkte, die wir hier idR. nicht brauchen, da wir aufgrund unserer geografischen Lage des Landes diese Produkte ebensogut hier anbauen können.

Trotzdem muss erst dafür gesorgt werden das die Bauern planbare Einnahmen haben und wenn der Martktwert von z.B. Weizen in den letzten 10 Jahren zwischen 140€/To und 430€/to schwankt, wer soll da noch vernünftig planen können???
Das sind 300% Unterschiede in den letzten 10 Jahren pro Tonne. Die Preise sind "explodiert" mit den vielen Kriesen und den Ukraine Krieg.
Das die Regierung nun die Subventionen kürzt, weil sie meint, das ist ein Dauerzustand und die Bauern verdienen nun für immer besser und können den "Verlust" der Subventionen wegstecken, lässt darauf schließen, das unsere Politiker nicht sehr Zukunftsinteressiert über unsere Landwirtschaft nachdenken.

Die meiste Zeit lag der Preis bei unter 180-200€ die Tonne und das wird für die Bauern auch irgendwann wiederkommen, es wird nicht ewig Krieg in der Ukraine geben, und die Ukrainer werden auch irgednwann wieder in Freiheit & Frieden leben können... hoffe ich zumindest.

Also plädiere ich nochmals zu:
Der alle Subventionen müssen vorerst erhalten bleiben, erstmal muss der Markt Qualitäts & Umweltgerecht reguliert werden, dann müssen sich noch alle Bürger mit den neuen Lebensmittelpreisen anfreunden können und dann kann man die Subventionen nach und nach streichen.

Wenn wir die Welt verändern wollen müssen wir nein sagen können zu Produkten die z.B. aus ehemaligen Regenwäldern kommen...

Wie gesagt, mehr PV & Windenergie sowie Speicherkapazität würden da wesentlich mehr bewirken (und da sind die Bauern vorne mit dabei), denn wenn mehr erneuerbarer Strom da ist, braucht man auch weniger Gaskraftwerke...

Vielleicht macht es ja auch mehr Sinn, große Gebäudestromspeicher aus umweltverträglichen Materialien zu errichten anstatt die Umwelt mit Lithium in Kleinakkumulatoren zu verpesten???

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Das Anthropische Prinzip | Thu Jan 11 23:16:57 CET 2024 - Thu Jan 11 23:16:57 CET 2024

Ja, der Braten ist doch schon gekocht, oder wie man sagt. Bevor es richtig los ging, rief einer ganz kurz "radikal". Aber ansonsten ist alles andere auch falsch, aber so richtig falsch. Zitat:"...das die Lebensmittel billig bleiben." Ist das Sarkastisch gemeint? Wenn nicht, dann... ja klar, wie in meinen etwas älteren Beiträgen zu ähnlichen Themen wo Essen drin vorkommt, gibt es für Essen und in diesem Wirtschaftssystem keine Obergrenze für Lebensmittelpreise. Nebenbei, das könnte man leicht ändern, und sollte, muss die Regierung machen. Warum nicht?

Und nochmal wer es nicht mitbekommen hat, die Lebensmittelbranche macht nur hinter der Automobilbranche mit Abstand zu fast allen Branchen den größten Umsatz.

Gut. Ok. Das ist wahrlich merkwürdig, warum Autos noch teurer sind als ein voller Magen. Zu billig, diese Kartoffeln.

Nah, das war sowieso Sarkastisch gemeint, oder?

Aber, das ist wirklich interessant mit diesem Umsatz. Es könnte heißen, daß das Wirtschaftssystem Null komma Null Realwert hat. Und alles ist Geschmackssache, ganz ohne Angebot und Nachfrage Schwachsinn für Wirtschaftskindergarten, sondern einfach Geschmackssache. Bin dann mal dafür das, öhm, will jemand was, ausser Essen? Also das würde dann super günstig sein, Spott billig. Einen Sack Nägel? Hier, bitte schön.

Was gibt es denn überhaupt, ausser Miete, Strom und Essen was bezahlt werden muss? Oder man haben will? Ach ja, ein oder zwei Autos.

Warum wird überhaupt von Wirtschaft geredet? Diese Zweige können separat betrachtet und gehandelt werden. Ja, da sind wa wieder beim Sozialismus, weil was anderes sowieso nicht einfällt. Aber das ist Sozialismus was ist und in hochform bei seiner Negativen Seite, wenn mit Lebensmitteln Druck aufgebaut wird, den die Landwirte gerade zu spüren bekommen.

Und das bedeutet auch, das wir keine Regierung haben, keine gewählte die da grad irgendwas macht und als Ampel bekannt. Eine andere dann wohl auch nicht. Wer regiert dann? Hunger?

Na gut. Mir ist keine vernünftige Wirtschaftstheorie bekannt, und die alten sind, naja, revolutionär.

Oder hat irgendwer aus dem Kalten Krieg die Sache als Schläfer verschlafen, und versucht jetzt dieses krankhaft veraltete pseudo Sozialistische System als Kapitalismus weiter zu verkaufen? Ok, das die Lebensmittel aktuell noch billig sein sollen hat mich irritiert, ich mein, ja klar, die werden noch teurer, weiß keiner warum, ob mit oder ohne Diesel, aber das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

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Nutzer2573667 | Thu Jan 11 22:53:38 CET 2024 - Thu Jan 11 22:53:38 CET 2024

1. Wenn man behauptet, dass die Abschaffung der Agrardieselvergütung besonders die BioBAUERN treffen würde, dann toleriere ich diese Meinung, aber sie wird durch die Fakten widerlegt und darauf weise ich hin. Denn man muss die Treibstoffkosten nicht in Bezug zum Ertrag oder zur Betriebsgröße setzen, sondern zum einzelnen Bauern (AK). Und es ist nunmal so, dass die Dieselrückvergütung pro AK bei ökologischen Betrieben geringer ist als bei konventionellen Betrieben (siehe Buchführungsergebnisse des Testsbetriebsnetz des BMEL). Deshalb sind konventionelle Bauern von der Abschaffung stärker betroffen.

2. & 3. Ich bin kein "Vollblut Agrargegner", ich bin selbst in der Agrarbranche tätig. Ich habe nicht an der Energiepreisbremse partizipiert. Meine vertraglich vereinbarten Preise lagen unterhalb der von der Bundesregierung festgelegten Höchstpreise. Es geht hier aber auch nicht um meine Person, sondern um die Sache.

4. Bei modernen Traktoren ist eine Reifendruckregelanlage Standard. Für Straßenfahrten wird der Reifendruck erhöht. Das spart Kraftstoff, aber gleichzeitig nimmt es das Argument des geringeren Bodendrucks landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Ich vermisse also immer noch eine gute Begründung, warum landwirtschaftliche Fahrzeuge im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen von der Kfz-Steuer ausgenommen werden sollten.

4.1. Könnte ich was zu schreiben, hat aber nichts mehr mit dem Petitionsthema zu tun.

5. Teurer als Klimaschutz ist kein Klimaschutz. Es gibt leider keine politische Mehrheit, um ans Dienstwagenprivileg, an die Kerosinsteuer oder an die Pendlerpauschale ranzugehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Landwirte eben oft genau solche Parteien wählen, die da keinen Handlungsspielraum sehen.
Gehen die Bauern also auf die Straße, dass Lebensmittel weiter billig bleiben? Sind billige Lebensmittel nicht auch das Problem der Landwirte?
Die Steigerung des Bürgergeldes wird über Kriterien berechnet, die das Bundesverfassungsgericht streng vorgegeben hat. Eine geringere Steigerung des Bürgergeldes würde zur nächsten Klatsche aus Karlsruhe führen.
Es fließt kein Geld in schmutzige Gaskraftwerke. Alle neu gebauten und geplanten Gaskraftwerke sind H2-ready, zumal man auch klimaneutral Methan aus Ökostrom synthetisieren kann.

Zitat: von Nutzer6042423
Aber wenn wir Heute nicht überleben, ...


Ganz schön hochgegriffene Worte. Der von Landwirten in diesen Tagen gerne zitierte Clemens Fuest (ifo-Präsident) sagte diese Woche im Interview mit dem Nachrichtensender WELT über die Bauernproteste übrigens:
"Es ist nicht so, als würde die Abschaffung der Agrardiesel-Subvention zu einer Einstellung der Lebensmittelproduktion führen. Das wäre nun wirklich völlig überzogen, das zu behaupten. Man sollte nicht so tun, als wäre die gesamte Existenz der deutschen Landwirtschaft infrage gestellt. Das ist einfach unverhältnismäßig."

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