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Diskussion zur Petition 172874

Tierhaltung

Vollständige und unverzügliche Abschaffung der Anbindehaltung von Rindern/Verbot sämtlicher Käfighaltungen vom 25.09.2024

Diskussionszweig: Geht es hier nicht auch um die Frage nach dem Wert eines Nutztieres?

BKOMM | 28.11.2024 - 18:59

Geht es hier nicht auch um die Frage nach dem Wert eines Nutztieres?

Anzahl der Antworten: 6

Es ist erschreckend wie wenig ein Tier wert ist das nicht Hund oder Katze heißt. Wenn man einmal tatsächlich in einem Hühnerstall (Massentierhaltung) war kann einem Hähnchenfleisch nicht mehr schmecken. Die Hähnchen -hier sind übrigens die Schwester-Hühner "überflüssig"- werden maximal 12 Wochen alt-hey da haben die grade mal richtige Federn bekommen, noch nie Sonnenlicht gesehen, nie weichen Boden zum Scharren gehabt und sind die ganze Zeit im eigenen Dreck gestanden. Und werden dann als Hänchenbrustfilet zu 3,99 EURO/Kilo verramscht. Im Kilopack ist mehr als die Bust von einem Hahn.....mindestens 2 Leben. Der Bauer und der Handel verdienen an der Packung-man kann sich ausrechnen was da für die Aufzucht des Broilers übrig bleibt. Ähnliches gilt für die sog. Eierrassen: die Hühner sind auf Höchstleistung gezüchtet, haben einen technisch bestimmten Tag-Nacht-Rythmus um das ganze Jahr über zu legen, stehen genauso im Dreck, haben genausowenig Sonne oder Gras gesehen und gespürt und nach einem Jahr kommen sie wie Abfall ins osteurpäische Ausland-denn der Bauer zahlt da fast noch drauf, nicht mal das schlachten lohnt sich mehr.
Bei der Schweinhaltung oder der Haltung von Milchvieh könnte ich genauso weitermachen. Es sind eben nicht Hund und Katz- denen würde man so ein Leben nie zumuten. Warum? Was unterscheidet Haustier vom Nutztier? Kleine Randbemerkung: Katzen können nicht vegetarisch, aber das scheint niemanden zu stören, nicht mal die sog. Tierschützer.
Wenn dann ein Nutztier am Ende seines Nutzens bzw. beim gewünschten Gewicht angekommen ist wirds zum Teil erst richtig übel. Und das alles, damit unser Fleisch auch ja schön billig ist.
Ich selber bin bekennender Fleischesser. Und weil zum Fleischessen auch das Töten von Tieren gehört halte ich meine Hühner artgerecht und schlachte selber-kein Transport, ein schneller, schmerzloser Übergang in Würde und weitestgehende Nutzung des gesamten Tieres. Noch eine Bemerkung vorweg: Ein Fuchs, Marder oder ähnliches macht nicht so kurzen Prozess, das dauert und ist viel stressiger fürs erbeutete Tier. Ich hab auch schon 50 EURO für die Behandlung eines Huhns (Wert ca. 15 EURO weil Rasse-Legehenne) beim Tierarzt ausgegeben-weil mir mein Tier das wert war. Mit ein bißchen mehr Aufwand-der selbstverständlich kostet wäre eine gute Haltung für alle unsere Nutztiere möglich. Und wenn man sieht, welche Unsummen für Hund und Katze ausgegeben werden: warum nicht auch für hochwertiges Fleisch das von artgerecht gehaltenen und geschlachteten Tieren stammt? Weniger Tiere, also Abkehr von der Massentierhaltung wäre auch besser fürs Klima. Kühe in Almwiesenhaltung tragen in höchstem Maß zur Pflege der Almwiesen bei, die deutlich mehr CO2 speichern als die selbe Fläche Wald. Das geht auch im Flachland und nennt sich Weidehaltung. Die alten Hühner-, Rind- und Schweinerassen sind durchaus wetterfest und halten selbst den Winter draussen aus. Die Milch/Eier/Fleisch ist gesünder, die Tiere artgerecht gehalten und allen gehts besser. Wäre ganz einfach. Dann gibts halt nur noch einmal im Monat Fleisch.Richtig gutes und das wird dann auch wertgeschätzt. Schadet uns allen nicht. Anbindehaltung / Käfighaltung wäre dann auch nicht mehr notwendig. Angekommen ist das aber bisher noch lange nicht bei jedem-vielleicht weil der Bezug zum Tier fehlt? Wer hat den heute noch Kontakt zu Schweinen? Oder zu Hühnern? Vielleicht sollte man hier schon ansetzen, dann wäre das Leben des Broilers vielleicht wieder was wert. Dann käme man gar nicht auf die Idee den mit 4999 anderen einzupferchen oder die Sau in die Ferkelbox zu zwingen. Denn wer schon einmal erlebt hat, wie sich eine Muttersau um ihre Ferkel kümmert wenn man sie lässt oder eine Glucke selbstlos die Küken aufzieht, denkt da nicht mal mehr im Traum dran.
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