Text der Petition
Mit dieser Petition wird eine Änderung der Rahmenbedingungen der Krankenkassen gefordert, um selbstständigen Physiotherapeuten, medizinischen Masseuren und Ergotherapeuten Hausbesuche zu ermöglichen – ohne die Verpflichtung, dafür eine eigene Praxis eröffnen zu müssen.
Begründung
Derzeit können Physiotherapeuten, medizinische Masseure und Ergotherapeuten, die ausschließlich Hausbesuche anbieten möchten, dies nur unter bestimmten Bedingungen tun:
Sie müssen eine eigene Praxis nachweisen, oder
sie müssen als Angestellte in einer Praxis tätig sein.
Die Gründung und der Betrieb einer eigenen Praxis sind jedoch mit erheblichen Kosten verbunden:
Erstausstattung: 30.000 bis 50.000 Euro
Miete: Mindestens 1.000 bis 2.000 Euro monatlich (je nach Lage)
Laufende Kosten: 5.000 bis 10.000 Euro monatlich (z. B. für Personal, Versicherungen und Marketing)
Für Therapeuten, die ausschließlich Hausbesuche durchführen möchten, sind diese finanziellen Anforderungen nicht tragbar. Tatsächlich reichen für Hausbesuche ein Auto und ein kleines Arbeitszimmer (z. B. ein Büro im eigenen Zuhause) vollkommen aus, da die Behandlungen direkt beim Patienten stattfinden.
Insbesondere in ländlichen Regionen könnte dieses Modell große Vorteile bringen. Therapeuten könnten sich auf umliegende Dörfer konzentrieren und über die Zeit eine enge, lokale Patientenbasis aufbauen. Bereits in Städten ist es oft schwierig, Therapeuten zu finden, die Hausbesuche anbieten. In ländlichen Gebieten ist dies noch herausfordernder.
-- | 15.01.2025 - 19:48
Belastbare Zahlen? oder gefühlte Wahrheit?
und wo ist die Betriebsstätte? wo befindet sich der Physiotherapeut ohne Praxis, wenn man mit ihm in Kontakt treten oder ihm was zusenden muss? wo ist die ladefähige Adresse des Unternehmens? wie rechnet er ab? was ist mit dem Versicherungsschutz? Wer haftet, wenn der Physio im häuslichen Rahmen seines Patienten stürzt, oder gar der Patient während der Physio da ist, stürzt?
Inwiefern haben diese "vielen" Menschen, die nicht zu einer Praxis kommen, obwohl es per Verordnung sogar mit Krankentransport machbar ist und von der ach so bösen GKV bezahlt wird, auch die Räumlichkeiten für die Anwendung?
Und was ist mit denen, die gern eine Physiotherapie in diesem prekären Gebiet wünschen, aber gern zu einer Praxis fahren und den Physio nicht in ihre Wohnung lassen wollen, weil in der nirgends eine Liege passt (die der/die Physio mitbringt)? Der Physio ohne Praxis belegt ja trotzdem einen limitierten Sitz, ist aber nirgends in einer Praxis anzutreffen. Umgekehrt geht es problemlos, mit Praxis zu Hausbesuchen. Aber ohne Praxis kann man nicht in selbige kommen.
Nutzer4902401 | 15.01.2025 - 17:36
@ CYBERYOGI =CO=Windler | heute - 02:55
Eine Betriebsprüfung gestaltet sich schwierig ohne Geschäftsräume. So ganz Abseits von Allem kann da schon mal das eine oder andere Scheinchen im Beutel verschwinden.
Ach ja, ein (einwandfreies) polizeliches Führungszeugnis ist jetzt schon unabdingbar.
Ich lach mich tot. KI zum Anfassen,. oder was?
Und Sie sollten sich mal informieren, was die Unterscheide zwischen "Psycho" und "Physio" ist. Kleiner Hinweis, Letzteres ist, worum es in der Petition geht.
Und noch ein PS an den Petenten, "keine Praxisräume" haben wollen, aber "Mitarbeiter"? Nee, das passt auch nicht zusammen. Alleine schon wegen des Mangels an Sozialräumen.
Lupinal | 15.01.2025 - 09:56
@CYBERYOGI =CO=Windler | heute - 02:55:
Gibt es da nicht eh eine fachliche Prüfung / Zulassung / Approbation, wenn wir von Chiropraktoren oder Physiotherapeuten sprechen?
Wozu dann ein Führungszeugnis?
Nutzer241 | 15.01.2025 - 08:01
Es gibt Anforderungen, wie eine Praxis auszusehen hat, das beginnt mit mindestens 20 Quadratmeter Behandlungszimmer mit fugenlosem, desinfizierbarem Boden - und schon sind Ihre 1000 EUR weg.
Die Fahrt kann extra abgerechnet werden, AFAIK mindestens 22,32 EUR pro Hausbesuch. (https://diego.one/ebm/01410)
CYBERYOGI =CO=Windler | 15.01.2025 - 02:55
Für Freiberufler ohne Praxis sollte es andere Kontrollen und eine Art polizeiliches Führungszeugnis geben um Missbrauch zu verhindern. Aber generell spricht nichts dagegen. Ansonsten wird Pschotherapie bald durch KI ersetzt, und solche totalüberwachten Apphängigkeiten mit Servern irgendwo im Ausland sind noch viel dubioser.
(Mitzeichnung)
Nutzer621931 | 14.01.2025 - 18:00
Dazu fällt mir wieder einmal ein: "Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe."
Erstausstattung: Schreibtisch + Stühle gibt es beim Möbelschweden für unter 100 Euro, Laptop oder Tablet dazu, evtl. ein Drucker - wenn man wirklich möchte, liegt die Erstausstattung bei unter 1.000 Euro.
Miete: Die bekannten Immobilienportale bieten Praxis- und Büroflächen seitenweise für unter 100 Euro pro Monat - insgesamt, nicht pro m².
Laufende Kosten: Eine Versicherung brauchen Sie auf jeden Fall und mobil kommen noch KFZ-Kosten dazu. Warum Personal für eine Praxis unabdingbar sein soll, erschließt sich mir nicht. Marketing hält sich auch sehr in Grenzen, da die Patienten auf Wartelisten stehen, als aufwändig akquiriert werden zu müssen. Der Punkt fällt aber beim mobilen Betrieb ebenfalls an.
Ich sehe nicht, was eine Pro-Forma-Praxis verhindert, in der nur selten Patienten behandelt werden, wenn diese keinen Hausbesuch wünschen.
Allerdings sind die Preise für Physiotherapeuten von den Krankenkassen festgelegt. Für fraglich halte ich eher, ob Sie ausreichend Einnahmen erwirtschaften können, wenn zwischen den Behandlungen immer noch Fahrtzeiten entstehen.
Nutzer4902401 | 14.01.2025 - 17:41
Da würde mich erst mal interessieren, was der gesetzliche Hintergrund ist hinter der Praxispflicht.
Dann kommt mir die Aufstellung der "erheblichen Kosten" doch sehr beliebig vor.
Abgesehen davon ist die Sache mit dem "z. B. für Personal" im Widerspruch zum Ziel der Petition. Der Petent will doch als Einzelunternehmer seine Hausbesuche machen. Wozu braucht er dann Personal?
Versicherungen und Marketing wird er eh so oder so benötigen. Die sind an die Tätigkeit gebunden, nicht an Praxisräume.
Und dann ist da natürlich noch die Frage nach einer ladungsfähigen Anschrift. An wen wendet sich wer immer auch da von Amts wegen Aufsichtspflichten hat? Wo oder wie soll das Finanzamt Betriebsprüfungen machen?
Und natürlich ist das Konzept des Petenten praktisch, wenn man niedergelassene Physiopraxen unterbieten will. Und auch mal bar auf Tatze arbeitet ...
"auf umliegende Dörfer konzentrieren" klingt wie ein Rezept zur Teilzeit"selbständigkeit". Und ich dachte, die Zeiten der Ich-AG und der Mini-, Mikro- und nano"selbständigen" wären endlich vorbei.
Lupinal | 14.01.2025 - 09:43
@Signalman | heute - 09:31
Die Webpage?
Die Sprechstundenhilfe oder der Partner im Homeoffice?
In wenigen Jahren die KI am Telefon?
Signalman | 14.01.2025 - 09:31
@Petent
Ja und die Therapie beim Patienten wird alle 2 Minuten unterbrochen, weil das Handy klingelt.
Denn wer macht Termine und ist Anlaufstelle für neue Kunden?