Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, dass das Mindestlohngesetz (MiLoG) dahingehend geändert wird, dass der gesetzliche Mindestlohn auch für Jugendliche ab 16 Jahren gilt. Aktuell sind nach § 22 Abs. 2 MiLoG Personen unter 18 Jahren ausgenommen.
Begründung
Die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn für Jugendliche ab 16 Jahren ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch ein wichtiger Schritt, um Chancengleichheit und Eigenständigkeit für junge Menschen zu fördern. Derzeit schließt § 22 Abs. 2 des Mindestlohngesetzes (MiLoG) Personen unter 18 Jahren von der Mindestlohnregelung aus. Dies führt zu erheblichen Nachteilen und Ungerechtigkeiten für Jugendliche, die bereits ab 16 Jahren aktiv am Arbeitsleben teilnehmen und ihren Beitrag zur Gesellschaft und Wirtschaft leisten.
1. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn:
Jugendliche ab 16 Jahren übernehmen oft dieselben Tätigkeiten wie ihre volljährigen Kolleg*innen, insbesondere in Bereichen wie Gastronomie, Einzelhandel oder Dienstleistungen. Es ist weder gerecht noch nachvollziehbar, dass sie für diese Leistungen einen deutlich niedrigeren Stundenlohn erhalten. Der Grundsatz „gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ muss unabhängig vom Alter gelten, wenn die Leistung identisch ist. Die aktuelle Regelung schafft hier eine Ungleichheit, die dringend beseitigt werden muss.
2. Schutz vor Lohndumping:
Die Ausnahmeregelung im Mindestlohngesetz begünstigt die Ausbeutung junger Arbeitskräfte. Insbesondere in Branchen mit hohem Bedarf an Aushilfskräften werden Jugendliche oft zu niedrigsten Löhnen beschäftigt, weil kein Mindestlohn für sie gilt. Diese Praxis fördert Lohndumping und schwächt den Arbeitsmarkt insgesamt, da jugendliche Arbeitskräfte als kostengünstige Alternative zu volljährigen Angestellten genutzt werden. Ein Mindestlohn ab 16 Jahren würde dieses Ausbeutungspotenzial deutlich verringern.
3. Förderung der Eigenständigkeit:
Viele 16- und 17-Jährige arbeiten, um ihren Lebensunterhalt oder wichtige persönliche Investitionen zu finanzieren. Dazu gehören Kosten für Bildungsmaßnahmen, der Führerschein oder der erste Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit. Niedrige Löhne erschweren es ihnen, diese Ziele zu erreichen, und belasten in vielen Fällen auch ihre Familien. Ein Mindestlohn ab 16 Jahren würde ihre finanzielle Lage verbessern und ihnen mehr Eigenständigkeit ermöglichen.
4. Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit:
Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind besonders darauf angewiesen, neben der Schule oder Ausbildung Geld zu verdienen. Niedrige Löhne verstärken bestehende soziale Ungleichheiten und erschweren es diesen Jugendlichen, gleiche Bildungs- und Lebenschancen wahrzunehmen. Ein Mindestlohn würde dazu beitragen, diese Ungleichheiten zu reduzieren und allen Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft ein besseres Fundament für ihre Zukunft zu bieten.
5. Signal der Wertschätzung:
Die Einführung eines Mindestlohns für Jugendliche ab 16 Jahren wäre ein starkes gesellschaftliches Signal, dass die Arbeit junger Menschen geschätzt und als gleichwertig anerkannt wird. Es zeigt, dass auch Jugendliche als Teil der arbeitenden Bevölkerung fair behandelt werden sollen.