Text der Petition
Wir fordern
1. Den besseren und strukturierten Zugang zur Versorgung durch bessere Steuerung und Qualität, dafür muss die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem gestärkt und weiterentwickelt werden.
2. Die stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft, dafür müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden.
3. Die Anerkennung und Stärkung der unverzichtbaren Arbeit des gesamten Praxisteams: Praxisinhabende müssen dies umzusetzen können.
Begründung
Die hausärztliche Versorgung ist das Fundament unseres Gesundheitssystems. Als erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten leisten Hausärztinnen und Hausärzte die medizinische Versorgung für viele Millionen Menschen und übernehmen im Rahmen des seit über 15 Jahren etablierten freiwilligen Primärarztsystems, der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach § 73b SGB V, eine entscheidende Rolle bei der medizinischen Behandlung und Koordination der Patientenversorgung. Mittlerweile lassen sich bald 10 Mio. Versicherte im Rahmen der HZV von ihrer Hausarztpraxis freiwillig steuern. Eine patientenzentrierte Versorgungssteuerung in der HZV vermeidet wissenschaftlich evaluiert Doppeldiagnosen und stimmt erforderliche Therapien gezielt aufeinander ab. Dadurch steigen sowohl die medizinische Qualität als auch die Kosteneffizienz. Gleichzeitig verbessert sich für die Patientinnen und Patienten der Zugang zur jeweils angemessenen Versorgung. Patientinnen und Patienten, die sich für diese bessere Versorgungsform entscheiden, müssen deshalb spürbare Vorteile erhalten, denn sie optimieren damit ihre Versorgung und verhalten sich zudem verantwortungsbewusst in unserem Solidarsystem. Auch Krankenkassen, die die HZV fördern, müssen davon profitieren.
Die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Hausärztinnen und Hausärzte haben sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Hausarztpraxen sind vielerorts bereits heute schwer zu finden. Schon jetzt fehlen ca. 5.000 Hausärztinnen und Hausärzte in der Versorgung und über ein Drittel von ihnen ist älter als 60 Jahre. Die sogenannte Budgetierung der hausärztlichen Leistungen führt dazu, dass weder der tatsächliche Aufwand vollständig vergütet noch die Bedeutung der hausärztlichen Arbeit angemessen honoriert wird. Junge Ärztinnen und Ärzte können kaum für die hausärztliche Tätigkeit gewonnen werden, sodass sich die Versorgungslage zunehmend verschlechtert. Die Krankenkassen müssen deshalb verpflichtet werden, entsprechend dem Konzept der sogenannten MGVplus, zusätzliche Finanzmittel bereitzustellen, um die vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen zu ermöglichen.
Die hausärztlichen Praxisteams, insbesondere die Medizinischen Fachangestellten (MFA), sind das Rückgrat der Primärversorgung in Deutschland. Ohne sie würde die Patientenversorgung zeitnah zusammenbrechen. Gleichzeitig verlassen mehr und mehr MFA die Praxen und wenden sich anderen Einrichtungen, wie etwa Krankenhäusern zu, in denen sie besser vergütet werden. Die Praxisinhabenden müssen endlich in die Lage versetzt werden, ihre Mitarbeitenden entsprechend ihren essenziellen Tätigkeiten in den Hausarztpraxen angemessen zu vergüten. Hierfür bedarf es dringend eines dynamischen Teampraxis-Zuschlages, der die wertvolle Arbeit der Praxisteams angemessen widerspiegelt.
Frage: Durch was genau, wie? Durch wen? Welche Maßnahmen sind hierfür erforderlich?
Otext: „Die stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft, dafür müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden.
AW: Es ist unverständlich, dass die wirkmächtigen Spitzenverbände wie Hartmannbund, Marburger Bund, NAV-Virchow-Bund, Spitzenverband Fachärzte Deutschlands, Deutschen Hausärzteverband, Freie Ärzteschaft u. a. nicht in der Lage sind in konzertierter Aktion mit den KV´en eine „wohnortnahe hausärztliche Versorgung“ zu organisieren, resp. herzustellen.
Ebenso ist unverständlich angesichts 304 Milliarden Euro (Krankenversicherung- Gesamtvolumen) keine „vollständige Vergütung“ erfolgt. Wo sind denn die Arbeitnehmervertretungen als Tarifparteien welche sich ausdrücklich die Umsorgung Ihrer zahlenden Mitglieder auf die Fahne geschrieben haben?
Oder kann es sein, dass gerade im Gesundheitswesen /Ärzteschaft sich ein extrem aufgeblasener Verwaltungsapparat still und heimlich etabliert hat?
Braucht Deutschland 94 GKV´en? Wer braucht 17 kassenärztliche Vereinigungen, dazu noch eine Kassenärztliche Vereinigung auf Bundesebene? Wer braucht 16 zahnkassenärztliche Vereinigungen? Wer braucht 1.600(!) Reha- Einrichtungen? Braucht Deutschland wirklich 6.572 ergotherapeutische Praxen? Braucht es wirklich ein „Bündnis Gesundheit“ bei dem sich alleine hier 40(!) Verbände und Organisationen des Gesundheitswesens angeschlossen haben?
Was genau haben denn die bisherigen neun stattgefundenen Gesundheitsreformen, inkl. Hausarztverträge gebracht, wenn Patient, Arzt, med. Angestellte, Pharmaindustrie, Apotheken, Krankenhäuser, Rehakliniken immer noch jammern?
Oder liegt die Misere eher daran, dass heute jeder mit einer „Schnittverletzung Daumen links“ den Notarzt + Rettungsdienst bemüht, weil er sich dem Tode nahe fühlt und auf sofortiger Einweisung auf die Intensivstation, neudeutsch ICU = intensive care unit besteht?
Oder auch daran, dass wenn der Chef nicht morgens persönlich und höflich grüßt sich ein „burn out“ eingebrannt hat, welches dringend mit 60 – 120 Sitzungen psychotherapeutisch zu begegnen ist?
Vielleicht wäre es angebracht, nicht andauernd der Wirkung nachzusteuern, sondern die Ursache des Übels zu ermitteln und hier nachzusteuern.
Das Anthropische Prinzip | 10.01.2025 - 00:08
Wie betreut denn diese eine Person 150 AN? Oder generell bei allen Krankenkassen? Was machen die? Eine Kontrollfunktion, falls Auffälligkeiten auftreten? Was verwalten die denn da? Teilt man 80mio Bundesbürger durch 150, kommt rund eine halbe Million Verwaltungsmenschen mit Kontrollfunktion heraus. Mein Handy könnte das alleine übernehmen. Also ich bin zumindest sicher, die machen da keine Ferndiagnose vom Patienten. Oder doch? Genau das soll die ePA doch auch verbessern. Anonym.
Signalman | 09.01.2025 - 09:37
@Heinz
Offensichtlich aber auf einen anderen Planeten.....
Betriebskrankenkassen haben keinen "Wasserkopf", ganz im Gegenteil, da werden 600 AN von 4 Leuten betreut. Zum Beispiel.
Und die AOK sind nun mal schon immer lokal organisiert, was ja auch Sinn macht, die ganze Kunden sind dort.
Auch gibt es keine EINE DRV, die alten Schön weiter da.
Zum Beispiel hier in Herne die Knappschaft und in Bochum der Neubau der Knappschaft Bahn-See.
KSK Ist auch noch genau so da wie die BfA.
Heinz 548 | 08.01.2025 - 21:57
@ Signalman
Ich werfe nichts durcheinander, sondern schildere Realitäten.
19 kassenärztliche Vereinigungen + 16 zahnkassenärztliche Vereinigungen, warum genau? Das sind 35 teure Wasserköpfe mit den gleichen Aufgaben, mit den gleichen Organisationsstrukturen mit den gleichen Kostenstellen. Kann das was 35 Organisationen machen nicht eine einzige erledigen? Warum gibt es elf rechtlich selbständige Allgemeine Ortskrankenkassen? Kann das nicht eine AOK machen, schließlich gibt es auch nur eine bundesweit tätige Deutsche Rentenversicherung Bund (alt: BFA von 16(!) deutschen Rentenversicherungsträgern)
GKV: Nein habe ich nicht vergessen, dass darunter auch „zahlreiche Firmenkrankenkassen“ zu zählen sind. Auch diese „Firmenkrankenkassen“ haben teure verzichtbare Wasserköpfe die aus Mitteln der Krankenversicherung gezahlt werden. Das „teure“ fällt da nicht weiter auf, da das „teure“ hier steuerrechtlich abgesetzt werden kann.
Das Anthropische Prinzip | 08.01.2025 - 19:02
Heinz 548 spricht für meiner Annahme des Systemfehlers. Zu derer ich auch ohne die eindrucksvolle Auflistung komme. Der häufig auftretende Punkt mit den kleinen Wehewechen zur Überlastung dieses System, ist ein Sympton für sich, durch diesen Systemfehler, in der Tat möchte ich dazu sagen, und deswegen auch nicht weg zu bekommen, daher wiederum irrelevant. Man könnte auch sagen, so lange es nur Geld ist, das hoffentlich im Kreislauf bleibt um Arm und Reich weiter zu trennen, kann sich dieses Spielchen ja geleistet werden, doch der Punkt wird überschritten, wenn es ans Eingemachte geht. Wenn durch das System die Heilleistung, also Qualität, leidet. Dann tritt wiederum auch das besagte Symptom hervor!
Das Eingemachte ist die Würde des Menschen. Statt irgendwas zu heilen, verletzt dieses System die Würde. Bestenfalls steht es dabei sich selbst im Weg.
Der Hausarzt könnte das am ehesten noch bemerken, der will Heilen, das hat der sich zur Lebensaufgabe gemacht, kann aber nicht. Vielleicht weiß der selber nicht warum.
Signalman | 07.01.2025 - 22:52
@heinz
Sie werfen aber da sehr viel durcheinander.
19 Kasssenazrtzliche Vereinigungen sind doch für jedes Bundesland eine.
Bei den GKV vergessen Sie wohl das sich dahinter zahlreiche Firmenkrankenkasse verbergen, die erst durch diese Unsinnsreform schlecht dastehen.