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Diskussion zur Petition 175673

Vergütung für medizinische Leistungen

Stärkung der hausärztlichen Versorgung/Vollständige Vergütung aller hausärztlichen Leistungen vom 06.12.2024

Diskussionszweig: Zeit für ein völlig neues, rechtssicheres Vergütungssystem ohne Hamsterrad-Effekte in GKV + PKV: Billables für Ärzte

objektiv | 16.01.2025 - 00:57

Zeit für ein völlig neues, rechtssicheres Vergütungssystem ohne Hamsterrad-Effekte in GKV + PKV: Billables für Ärzte

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Keine Frage : Die aktuellen Honorarsysteme in GKV und PKV sind völlig an die Wand gefahren. In der GKV kann man noch so viel an allen möglichen Schräubchen drehen - das wird nichts mehr.

Der einzige Weg aus all den Hamsterrrad-Effekten in der ambulanten Medizin wäre ein Arzthonorierungssystem auf “Billable”-Basis, so wie dies auch in allen anderen freien akademischen Berufen üblich ist. EIn angemessener Stundensatz für einen Arzt mit Facharztausbildung (auch Allg.Med.) könnte dann z.B. bei etwa 300 EUR liegen, Abrechnung im 6-Minuten Takt.

Klingt viel ? Nun, das läge dann sehr deutlich unter dem Stundensatz, den normale Boutique-Anwaltskanzleien (Grosskanzleien nehmen deutlich mehr) für ihre Berufsanfänger-Anwälte (ohne Fachanwaltsqualifikation) in Rechnung stellen. Die Sätze dort liegen bei oft bei 350.- EUR aufwärts - zuzüglich USt, versteht sich. Da murrt niemand.

Zu Stundensätzen, die die akademische Arbeit der Ärztinnen und Ärzte fair und transparent vergüten würden, kämen in der ambulanten Medizin noch betriebswirtschaftlich kalkulierte Zuschläge für die Vorhaltung besonders aufwändiger apparativer / räumlicher Strukturen - ähnlich wie die Struktur-/Investitionskosten-Finanzierung im stationären Sektor durch die Länder.

Das wäre endlich, endlich ein Ausstieg aus den vielen sinnfreien und rechtlich prekären Hamsterrädern - und eines ist dabei ganz sicher:
Nach einer gewissen Umstellungszeit würde sich daraus automatisch auch eine sinnvolle Patientensteuerung entwickeln. Denn Ärztinnen und Ärzte verwenden ihre Energie und Arbeitszeit nunmal lieber medizinisch sinnvoll - und können sich dann im erforderlichen Umfang den wirklich kranken Patienten (oder auch wirklich sinnvollen Präventivmaßnahmen) zuwenden.

Wenn man Fairness und einen medizinisch sinnvollen Einsatz der Ressource “Arzt” wirklich wollte, wäre zudem auch jetzt schon - fast - genug Geld im System dafür. Das glauben Sie nicht? Dann lassen Sie uns mal überschlägig nachrechnen:

In Bayern generiert ein durchschnittlicher Hamsterrad-Hausarzt etwa 250.000 EUR GKV Umsatz/Jahr. Würde die GOÄ nach 30 Jahren endlich inflationsbereinigt, könnten etwa 50.000 EUR GOÄ Umsatz hinzukommen. Ein Vollzeit-Jahr hat etwa 1700 Arbeitsstunden, ein Teil davon, sagen wir mal 20%, sind Verwaltungsanteile etc…. “Billable” wären dann die 80% eigentliche ärztliche Tätigkeit, also etwa 1360 Stunden. Das ergibt bei 300 tsd Gesamtumsatz einen durchschnittlichen Stunden-Satz von etwa 220.- Eur. Hausärzte sind zudem jetzt nicht gerade die Spitzenverdiener im System - und es gäbe sicherlich einiges an Umverteilungseffekten . Und ja: Einige spitzenverdienende Fachgruppen würden möglicherweise aufschreien…
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