Text der Petition
Mit der Petition wird der Erhalt bestehender Postfilialen und Automaten und die Wiederherstellung von Postdiensten, insbesondere in ländlichen Gebieten durch Investitionen in den Ausbau gefordert.
Begründung
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Postfilialen geschlossen oder stark eingeschränkt, und Briefmarkenautomaten werden zunehmend abgebaut. Dieser Rückbau stellt ein ernsthaftes Problem dar, insbesondere für ältere Menschen, Menschen ohne digitalen Zugang und Bewohner ländlicher Regionen, die auf einen persönlichen Service und einfache Zugänglichkeit angewiesen sind.
• Versorgungsgarantie für alle: Der Zugang zu Postdienstleistungen ist eine essenzielle Grundversorgung. Die Schließung von Filialen und Automaten führt dazu, dass viele Menschen weite Wege auf sich nehmen müssen, um Briefe und Pakete aufzugeben oder Briefmarken zu kaufen.
• Barrierefreiheit: Ältere Menschen und Personen ohne Internetzugang oder Smartphone sind besonders betroffen, da sie keine digitalen Alternativen nutzen können.
• Ländliche Regionen: In weniger dicht besiedelten Gebieten fehlt oft eine adäquate Infrastruktur, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
• Klimaschutz: Der Rückbau zwingt viele Menschen, zusätzliche Fahrten mit dem Auto zu unternehmen, was den CO₂-Ausstoß erhöht und dem Ziel einer nachhaltigen Mobilität widerspricht.
Warum ist das wichtig?
Postdienstleistungen sind ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Rückbau von Filialen und Automaten widerspricht der gesellschaftlichen Verpflichtung, allen Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche und zugängliche Infrastruktur anzubieten. Gemeinsam können wir den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen und dafür sorgen, dass die Post für alle da bleibt!
Unterzeichne diese Petition, um ein Zeichen für die Sicherung der Postdienstleistungen zu setzen!
Zitat aus Petitionsbegründung:
„Der Zugang zu Postdienstleistungen ist eine essenzielle Grundversorgung.“
„Versorgungsgarantien“ für Grundbedürfnisse wie Kommunikation, bezahlbarer Wohnraum, sichere bezahlbare Energieversorgung, Sicherheit, Arbeit, Mobilität und vieles mehr sollten vom Grundsatz her Leistungen sein, die jeder Staat seinen Bürgern zugänglich machen sollte (,allerdings nicht zwingend als Gratisleistungen). Dies relativiert nicht die Pflicht der Bürger zur Eigeninitiative.
In Deutschland bestand in der Vergangenheit die Auffassung, vieles könnte privatwirtschaftlich weit besser organisiert werden. Daher wurden mehrere staatliche Dienstleister in gewinnorientierte Unternehmen umgewandelt.
Das war politisch so gewollt und wurde durch einen breiten gesellschaftlichen Konsens getragen.
Der deutsche Staat hat heute über die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) als Aufsichtsbehörde nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) deutlich weniger Einfluss als auf ein reines Staatsunternehmen.
Die „DHL Group (ex. Deutsche Post AG)“, wie sie in Aktienportalen bezeichnet wird, ist eine international agierende Aktiengesellschaft (WKN: 555200), die jährlich 4-5% Dividende für Ihre Aktionäre erwirtschaftet.
Die Versorgung der deutschen Bürger ist systembedingt den marktwirtschaftlichen Interessen der Anteilseigner (Aktionäre) untergeordnet. Anders als in manchen Ländern, darf jeder in Deutschland investieren.
Eigentum ist in Deutschland ein „hohes Gut“. Das Entscheidungsrecht steht den Eigentümern zu.
Größte Anteilseigner DHL: (Quelle: https://www.finanzen.net/unternehmensprofil/dhl)
Warum sollten sich weltweit tätige Investmentgesellschaften ausgerechnet für den ländlichen Raum in Deutschland einsetzen und ihnen zustehende Profite hierfür opfern?
Wir haben kürzlich gewählt. Das Ergebnis ist ein (nicht überall ganz so deutliches) Bekenntnis zum Fortbestand unserer Wohlstandsgesellschaft, wirtschaftlicher Freiräume und der Kräfte, die sich für diese stark machen. Dies wurde besonders im Ergebnis der westdeutschen ländlich geprägten Regionen deutlich.
Freier Zugang zu bedingungslosen Versorgungsleistungen, wie die in der Petition geforderten Postdienste, findet offenbar nur noch wenig gesellschaftliche Zustimmung. Die Idee der „sozialen Marktwirtschaft“ scheint fast vergessen zu sein.
(Hilfe zur Interpretation: Ich unterstütze die Petition.)