Text der Petition
Mit der Petition wird die Wiedereinführung des Großen Wachaufzugs an der Neuen Wache in Berlin Unter den Linden vorgeschlagen.
Begründung
Die Neue Wache in Berlin ist ein zentraler Gedenkort für die Opfer des 1.+2. Weltkrieges und die Opfer der NS- und SED-Diktatur. Bei offiziellen Gedenktagen (z.B. Volkstrauertag) werden dort Kränze niedergelegt. Dabei wird temporär ein kleiner Wachzug aufgeführt. Es gibt darüberhinaus aber die Tradition des Großen Wachaufzugs: Eine dauerhafte Ehrenwache flankiert den Eingang zur Neuen Wache und mit militärischem Zeremoniell wird die Wache abgelöst. Diese Tradition wurde 1818 im Königreich Preußen eingeführt, später durch Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Diktatur und DDR weitergeführt. Nach der Wiedervereinigung setzte die BRD diese deutsche Tradition nicht fort. Damals sicher aus bekannten Beweggründen (Angst vor Militarismus nach der Wiedervereinigung, negative Bilder im Ausland, etc.). Allerdings ist diese Tradition mitnichten und in keinster Weise mit der NS-Diktatur verhaftet. Sie geht ausschließlich auf die Befreiungskriege zurück und die Einweihung der Neuen Wache 1818. Der zweck des Gedenkens in der Neuen Wache ist über jeden Zweifel erhaben. Nun könnte die Wiedereinführung dieses Rituals eine positive Botschaft senden. Unser Land ist prinzipiell sehr arm an vereinenden Symbolen und Ritualen. Nicht allein deswegen fällt es vielen Menschen schwer, sich mit der schroffen Nüchternheit der Bundesrepublik zu identifizieren. Wer selbst einmal den beeindruckenden Wachaufzug vor Windsor gesehen hat, weiß wie sehr solche Rituale beeindrucken können und ein positives Signal aussenden können. Niemand der vielen Einheimischen und Touristen vor Schloss Windsor sieht in dem militärischen Zeremoniell eine Gefahr oder etwas Ablehnendes. Viele junge Menschen sehen sich das Spektakel mit Freude an, es werden sehr viele Selfies und Bilder geschossen. Aus diesen Gründen sollte der Große Wachaufzug wieder als deutsche Tradition eingeführt werden: Es wäre ein nationales, einendes Symbol, in Bezug auf das ehrende Gedenken an die vielen Opfer der Gewaltherrschaft, ein besonderen Reiz macht aus, dass es sich um ein sehr altes Ritual handelt, es wäre ein Touristenmagnet und würde auch in einem gewissen Grad anerkennen, dass die Bundeswehr ihren (sichtbaren) Platz in der Öffentlichkeit benötigt und erhält. Nicht zuletzt könnte vielen Kritikern von Rechts(außen) auch ein Zeichen gesetzt werden, dass die Bundesrepublik sehr wohl alte Traditionen pflegt und patriotische Rituale befördert. In diesem Kontext könnte sich auch eine moderne Einwanderungsgesellschaft nicht nur als nüchtern und sachlich präsentieren, sondern auch als traditionsbewusst und somit attraktiv für Menschen, die auch eine gewisse Sehnsucht nach Ritualen und äußerer Ausstrahlung einer größen Gemeinschaftsidde haben. Ein modernes, weltoffenes Deutschland zeigt sich aber auch punktuell traditionsbewusst - sicher kein schlechtes Zeichen im In- wie Ausland.