Text der Petition
Es braucht ein Gesetz, das Bahnsteige und Fahrzeuge technisch vereinheitlicht und den Zugang selbstständig möglich macht - ohne Rampe, ohne Hilfe, ohne Ausrede. In Deutschland ist digitale Barrierefreiheit längst Standard – aber im echten Leben bleibt Mobilität Glückssache. Wer auf einen Rollstuhl, Kinderwagen oder Hilfe angewiesen ist, steht oft vor Bahnsteigen, die zu hoch, zu tief oder nicht erreichbar sind.
Begründung
Barrierefreiheit endet nicht an einer Rampe oder einem Aufzug – sie endet dort, wo Menschen mit Einschränkungen nicht in den Zug einsteigen können.
Tausende Bahnstationen in Deutschland haben keinen höhengleichen Einstieg. Selbst wenn der Bahnsteig erreicht werden kann, bleibt der Spalt zu groß oder der Höhenunterschied zu gefährlich – und der Zug damit unerreichbar.
Ein erreichter Bahnsteig ist kein Ziel, wenn die Tür ins Fahrzeug zur Barriere wird.
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Was fordern wir konkret?
• Eine einheitliche Einstiegshöhe an allen Bahnsteigen in Deutschland bis spätestens 31. Dezember 2035
• Eine gesetzliche Verpflichtung, dass alle neuen oder modernisierten Züge ab dem 1. Januar 2027 nur noch dann zugelassen werden dürfen, wenn sie diese Einstiegshöhe ohne technische oder personelle Hilfe ermöglichen
• Keine Ausnahmen mehr für ländliche Stationen, kleine Haltepunkte oder Nebenstrecken
• Keine dauerhafte Nutzung von Einstiegshilfen wie Rampen oder Hubliften, die versagen, defekt sind oder Hilfe benötigen
• Eine klare gesetzliche Regelung mit Umsetzungsplan, jährlicher Berichtspflicht und öffentlicher Nachverfolgbarkeit
• Gemeinschaftliche Finanzierung durch Bund, Länder und Eisenbahnunternehmen
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Warum ist das nötig?
Weil ein Land, das sich als inklusiv bezeichnet, nicht zwischen Dorf und Stadt unterscheiden darf, wenn es um Rechte geht.
Weil Mobilität ein Grundrecht ist – für alle Menschen, überall.
Und weil es technisch längst möglich ist, Fahrzeuge und Bahnsteige aufeinander abzustimmen.
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Und vor allem:
Wenn Barrierefreiheit im Internet längst Standard ist,
warum nicht auch auf dem Weg von A nach B im echten Leben?
Menschen mit Einschränkungen werden gezwungen, sich bei Reisezentren anzumelden, Vorlaufzeiten einzuhalten, sich auf Rampen und fremde Hilfe zu verlassen – oder sie verzichten ganz auf Mobilität.
Das ist nicht fortschrittlich.
Das ist Ausgrenzung – und es muss beendet werden.
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Barrierefreiheit bedeutet:
• Selbstständig einsteigen
• Spontan reisen
• Ohne Anmeldung, ohne Angst, ohne Ausnahme
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Wem hilft das?
• Menschen im Rollstuhl
• Senioren mit Gehhilfen
• Eltern mit Kinderwagen
• Menschen mit temporären Einschränkungen
• Menschen mit Gepäck oder Beinverletzung
• Allen, die einfach einsteigen möchten – ohne Hürden
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Was kostet das?
Die Umrüstung ist finanzierbar – über die bestehende Verkehrs- und Infrastrukturförderung, durch den Klimafonds und Inklusionsmittel der EU.
Was nicht bezahlbar ist:
Ein System, das Menschen wegen ihrer Einschränkung systematisch zurücklässt.
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Was bringt es?
• Mehr Mobilität für alle
• Mehr Vertrauen in den öffentlichen Verkehr
• Mehr Spontaneität und Teilhabe
• Mehr Gerechtigkeit – endlich gesetzlich garantiert
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Zusammenfassung:
Diese Petition ist kein Angriff. Sie ist ein Aufbruch.
Sie fordert nichts Unrealistisches – sie fordert nur, was längst überfällig ist:
Ein Bahnsteig. Eine Höhe. Ein Einstieg. Für alle.