Text der Petition
Jede Person mit Wohnsitz in Deutschland spendet automatisch, sofern nicht zu Lebzeiten widersprochen, seine Organe, sofern dies möglich ist. Dabei sollen die hohen Standards für eine Organspende erhalten bleiben.
Begründung
Am 07. Juni ist der Tag der Organspende. An diesem Tag soll auf die Tausenden von Menschen aufmerksam gemacht werden, die auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan warten und täglich um ihr Leben kämpfen. Doch die Zahl der Organspenden in Deutschland ist erschreckend niedrig.
Mit nur 10,3 postmortalen Organspendern pro einer Million Einwohner liegt Deutschland europaweit weit zurück. Zum Vergleich: In Spanien, dem Spitzenreiter Europas, sind es 43,1 und in unserem Nachbarland Österreich 25,2 postmortale Organspender pro einer Million Einwohner (Zahlen aus 2022).
Am 31.12.2024 standen 8.575 Personen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Im selben Jahr konnten jedoch nur 2.854 Organe von 953 Verstorbenen entnommen werden. Etwa 4.700 neue Patientinnen und Patienten wurden 2024 auf die Warteliste aufgenommen – gleichzeitig sind 679 Menschen gestorben, während sie auf ein Organ warteten.
Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. In Ländern mit höheren Spenderzahlen gilt die Widerspruchslösung, das heißt, jede Person gilt automatisch als Organspender, es sei denn, sie widerspricht zu Lebzeiten ausdrücklich. Auch in Deutschland müssen wir dieses Modell übernehmen, um Leben zu retten.
Das häufig vorgebrachte Argument, die Widerspruchslösung sei ein Eingriff in die Selbstbestimmung, greift zu kurz. Denn jeder hat weiterhin die uneingeschränkte Möglichkeit, der Organspende zu widersprechen. Was jedoch nicht mehr möglich ist: die Entscheidung einfach aufzuschieben.
Genau hier liegt das Problem der aktuellen Zustimmungsregelung: Viele Menschen sind zwar grundsätzlich zur Organspende bereit, treffen aber nie aktiv eine Entscheidung. Das führt zu dem Dilemma, das wir derzeit erleben. Die Widerspruchslösung ist daher der notwendiger Schritt, um die Zahl der notwendige Schritt Organspenden zu erhöhen und Leben zu retten.
Begriffserklärung:
Bei einer postmortalen Organspende wird das Organ nach dem Tod (allerdings nur nach dem sogenannten Hirntod) entnommen. Zusätzlich dazu gibt es noch die Lebendspende, allerdings nicht für alle Organe und auch nur in begrenzten Umfang.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.