Text der Petition
Wir fordern den Bundestag auf, die geplanten Änderungen des medizinischen Cannabis-Gesetzes zu stoppen. Künftig sollen Verschreibungen nur noch nach einem persönlichen Arztbesuch möglich sein, der Apothekenversand verboten werden. Das gefährdet die Versorgung vieler Patient:innen - besonders in ländlichen Regionen - und führt zu einem ungerechten Zwei-Klassen-System. Bitte schützen Sie das Recht auf erreichbare medizinische Versorgung für alle.
Begründung
In Deutschland sind viele schwerkranke Menschen auf medizinisches Cannabis angewiesen. Für sie ist es oft die beste oder sogar die einzige wirksame Behandlungsoption, beispielsweise bei starken Schmerzen, Multipler Sklerose, Epilepsie oder chronischen Erkrankungen.
Bis jetzt konnten Patient:innen Cannabis nach einer Online-Beratung von Ärzt:innen verschrieben bekommen – und es wurde direkt von einer Apotheke nach Hause geschickt. Das war sicher, einfach und besonders für Menschen mit Behinderung, geringem Einkommen oder in ländlichen Gebieten sehr wichtig.
Doch jetzt will die Bundesregierung das Gesetz ändern. Künftig soll Cannabis nur noch nach einem persönlichen Arztbesuch verschrieben werden. Außerdem soll der Versand von medizinischem Cannabis durch Apotheken verboten werden.
Was bedeutet das für Betroffene?
- Viele Patient:innen auf dem Land haben keine Ärzt:innen in der Nähe, die Cannabis verschreiben. Sie müssten weit fahren oder warten – oft mehrere Wochen oder Monate.
- Viele Apotheken führen kein medizinisches Cannabis. Ohne Versand wären lange Wege oder gar keine Versorgung die Folge.
- Arzttermine kosten Geld – bis zu 100 Euro pro Besuch. Chronisch Kranke können sich das oft nicht leisten.
- So verlieren viele den Zugang zu ihrer dringend benötigten Medizin.
Das ist gegen den Gleichheitsgrundsatz und es entsteht eine Zwei-Klassen-Medizin: Wer in der Stadt wohnt und Geld hat, bekommt Hilfe – wer auf dem Land lebt oder wenig Geld hat, bleibt auf der Strecke.
Noch schlimmer: Ohne legale Möglichkeiten greifen viele wieder zum Schwarzmarkt. Dort gibt es keine Sicherheit, keine Kontrolle, kein Rezept – und große Risiken.
Wir wollen das nicht zulassen und fordern:
- Der Online-Arztkontakt für medizinisches Cannabis muss erhalten bleiben – besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder ohne wohnortnahe Versorgung.
- Der Apothekenversand von Cannabis muss weiterhin erlaubt bleiben – denn nur so ist eine sichere und gleichberechtigte Versorgung möglich.
- Die Politik muss dafür sorgen, dass alle Menschen in Deutschland Zugang zu der Behandlung bekommen, die sie brauchen – egal wo sie wohnen oder wie viel Geld sie haben.
Gesundheit ist ein Grundrecht. Wer krank ist, braucht Hilfe – und keine neuen Hürden.
Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass wichtige Behandlungen für alle zugänglich bleiben – gerecht, sicher und modern.
Bitte sammelt hier Pro-Argumente für medizinisches Cannabis, aber auch allgemeine Argumente für eine verantwortungsvolle Legalisierung – gestützt auf seriöse wissenschaftliche Quellen, Studien und offizielle Statistiken.
Unbelegte Aussagen oder bloße Meinungen schwächen die Glaubwürdigkeit und sind daher nicht zielführend.
Die Diskussion um Cannabis ist seit Jahrzehnten von wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Interessen beeinflusst. Bereits in den 1970er-Jahren zeigte sich in den USA, wie Cannabis im Zuge des sogenannten War on Drugs systematisch stigmatisiert wurde – obwohl die wissenschaftliche Datenlage dies nicht rechtfertigte (vgl. Baum, 1996; Musto, 1999).
Diese historische Verzerrung wirkt bis heute nach – in Politik, Medien und Forschung.
Die pharmazeutische Industrie hat bei einer breiteren Zulassung von medizinischem Cannabis ökonomische Nachteile zu befürchten.
Ein pflanzliches Produkt kann in vielen Fällen den Bedarf an klassischen Medikamenten verringern – etwa bei
Schmerzmitteln,
Antidepressiva,
Schlaf- und Beruhigungsmitteln,
Appetitanregung (nicht "Appetitzüglern" korrektur)
sowie Arzneien gegen Angststörungen oder chronische Entzündungen.
Da natürliche Cannabisprodukte nicht patentiert werden können, sind sie ökonomisch uninteressanter für große Konzerne. Entsprechend ist anzunehmen, dass über Lobbyarbeit, Spenden und gezielte Kommunikationsstrategien versucht wird, kritische oder ablehnende Studien zu platzieren oder zu fördern – wie man es aus der Tabak-, Zucker- und Alkoholindustrie kennt (vgl. Brownell & Warner, 2009; Babor et al., 2010).
Der folgende Punkt stellt eine persönliche Vermutung dar.
Es ist denkbar, dass als politischer „Kompromiss“ eine Regelung geplant wird, bei der Cannabis nur in Apotheken erhältlich bleibt und ein Versand an Patientinnen und Patienten erst dann erlaubt ist, wenn die nächste spezialisierte Apotheke weiter als 10 km entfernt liegt.
Sollte eine solche Regelung umgesetzt werden, wäre sie bewusst restriktiv gestaltet – ein formaler Fortschritt, der in der Praxis denselben Ausschlussmechanismus wie das bestehende Verbot erzeugt.
Das würde bedeuten: Eine scheinbare Öffnung, die real kaum Erleichterung bringt.
Es besteht die reale Gefahr, dass die aktuelle Situation nur ein Zwischenschritt ist – hin zu einem erneuten, schleichenden Verbot.
Deshalb ist es entscheidend, jetzt belastbare Argumente und wissenschaftliche Belege zu sammeln, bevor erneut politische Entscheidungen unter dem Einfluss von Wirtschaftsinteressen getroffen werden.
Hierbei sollten insbesondere Daten, Statistiken und Studien aus Ländern herangezogen werden, in denen Cannabis bereits seit Jahren legal ist – etwa Kanada, die Niederlande, Portugal oder Teile der USA.
Nur so lässt sich belegen, wie sich Gesundheitsdaten, Kriminalitätsraten und wirtschaftliche Effekte tatsächlich entwickelt haben.
Ziel ist es, industriell beeinflusste oder manipulativ formulierte Studien zu entkräften – und der Öffentlichkeit echte, überprüfbare Fakten zugänglich zu machen.
Die Diskussion über Cannabis darf nicht länger von wirtschaftlichen Interessen dominiert werden.
Diese Sammlung soll ein Ort sein, an dem echte Fakten, internationale Erfahrungen und belastbare Studien zusammengetragen werden.
Lasst uns gemeinsam die Argumente, Belege und Zahlen zusammentragen, die wirklich zählen – damit Wissen stärker ist als Lobbyarbeit.
Wir schaffen das – mit Fakten, Mut und Zusammenhalt!