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Petition 184291

Freiwilliges Soziales Jahr

Grundlegende Reform und Erweiterung der bestehenden Freiwilligendienste vom 23.07.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird eine grundlegende Reform und Erweiterung der bestehenden Freiwilligendienste (FSJ/FÖJ, Bundesfreiwilligendienst) zu einem inklusiven "Sozialökologischen Gesellschaftsjahr", das alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Orientierung oder den körperlichen Voraussetzungen offensteht und das als echte berufliche Chance mit angemessener Vergütung ausgestaltet wird.

Begründung

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) dient der Orientierung junger Menschen. Doch auch später sind Berufswechsel, Elternschaft, Pflegezeiten, gesundheitliche Unterbrechungen und der Wunsch nach Sinnstiftung keine Ausnahme, sondern sie sind die Regel. Das System muss flexibel auf diese Realitäten reagieren und Menschen jeden Alters neue Orientierungschancen bieten. Die aktuellen Altersgrenzen verstoßen jedoch möglicherweise gegen das Diskriminierungsverbot des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Zur Abschaffung der Altersdiskriminierung fordern wir die Aufhebung aller Altersgrenzen bei FSJ, FÖJ und ähnlichen Programmen sowie einen gleichberechtigten Zugang für alle Menschen ab 16 Jahren ohne Obergrenze. Wir fordern außerdem eine Ausweitung der Bereiche sowie die Neukonzeption eines sozialökologischen Gesellschaftsjahres. Nur so können wir die Anerkennung moderner Lebensverläufe mit mehreren Orientierungs- und Wechselphasen fördern und Menschen die Möglichkeit geben, sich beruflich neu zu orientieren, dann wenn sie es wünschen und benötigen.

Die Pandemie hat gezeigt, welche Bereiche für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar sind. Ein modernes sozialökologisches Gesellschaftsjahr könnte auf weitere systemrelevante Sektoren ausgeweitet werden. Neben den klassischen Bereichen wie z. B. des Sozialen, der Denkmalpflege, Ökologie und Kultur fordern wir die Einbeziehung aller gesellschaftlich wichtigen Sektoren.
Dazu zählen die Versorgungsinfrastruktur mit Wasser und Energie auch Informationsdienste, das Finanzwesen und IT-Bereiche sowie zahlreiche Einrichtungen zur Inklusion, zum interkulturellem Austausch und Bildung.

Die Expertise von Quereinsteiger:innen kann dabei eine wertvolle Bereicherung darstellen. Durch die Förderung eines Sozialökologischen Jahres ergeben sich auch für Arbeitgeber*innen neuer Branchen und Trägern, die bisher kein FSJ anbieten konnten, neue Möglichkeiten, ihre sozialen und ökologischen Anliegen zu stärken und sie erhalten Fachkräfte, die so dringend gebraucht werden!

Wir bestehen daher auf eine Anerkennung des sozialökologischen Engagements im Sinne einer Förderung und Begleitung sowie einer angemessenen Vergütung, d. h. ein sozialversicherungspflichtiges Gehalt statt einem Taschengeld für ein ganzes Jahr, abschließbar mit einer staatlich anerkannten Qualifikation.

Wir wissen, dass mit dem demographische Wandel ältere Menschen heute länger fit und engagiert sind, sie bringen wertvolle Lebenserfahrung mit und sind engagiert, aber ihre Bedürfnisse sind oft andere als beim Berufseinstieg.

Ein inklusives Sozialökologisches Gesellschaftsjahr würde Deutschland zu einem Vorreiter für soziale Innovation machen. Es würde Millionen Menschen neue Perspektiven eröffnen, die Herausforderungen unserer Zeit angehen und den Zusammenhalt stärken.

Wir fordern den Gesetzgeber auf, diese zukunftsweisende Reform jetzt anzugehen und damit ein Zeichen für eine inklusive, nachhaltige und gerechte Gesellschaft zu setzen.

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