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Petition 184682

Forschung

Weitere Erforschung der Augenerkrankung Glaukom sowie Entwicklung neuer Therapien vom 01.08.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird gefordert, die Augenerkrankung Glaukom weiter zu erforschen und neue Therapien zu entwickeln.

Begründung

Das Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Ursache für irreversible Erblindung. In Deutschland leben rund eine Million diagnostizierte Menschen mit dieser chronischen Augenerkrankung – die Dunkelziffer ist hoch. Schätzungen zufolge weiß etwa jeder zweite Betroffene nichts von seiner Erkrankung, da das Glaukom lange schmerzlos und symptomfrei verläuft. Wenn erste Einschränkungen bemerkt werden, sind oft schon unwiderruflich Anteile des Sehnervs zerstört. Eine Heilung gibt es nicht – einmal verlorenes Sehvermögen kann nicht zurückgewonnen werden.

Die Forschung steht dabei noch am Anfang. Es gibt zwar Tropfen, Laser- und OP-Verfahren, die den Augeninnendruck senken – doch das Fortschreiten der Krankheit kann damit oft nur verzögert, nicht gestoppt werden. Trotz der großen Bedeutung für das Leben der Betroffenen und die steigenden Fallzahlen ist die Forschungsförderung für das Glaukom im internationalen Vergleich auffallend gering. Während für HIV oder Diabetes über Jahrzehnte viele Milliarden Euro an Fördermitteln bereitgestellt wurden und inzwischen moderne Therapien zur Verfügung stehen, bleibt das Glaukom ein medizinisches Risiko ohne Perspektive auf Heilung.

Dabei ist die demografische Entwicklung eindeutig: Durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft wird die Zahl der Glaukom-Betroffenen in den kommenden Jahren stark ansteigen – mit erheblichen Folgen für unser Gesundheitssystem. Die Behandlung verursacht hohe laufende Kosten durch Diagnostik, Therapien, wiederkehrende Kontrollen und Operationen. Kommt es zum Sehverlust, entstehen zudem soziale und wirtschaftliche Belastungen durch Frühverrentung, Pflegebedarf, Einschränkung der Teilhabe und psychische Erkrankungen. Eine wirksamere Therapie wäre daher nicht nur menschlich, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Gleichzeitig wird häufig übersehen, dass auch junge Menschen an Glaukom erkranken – darunter viele im erwerbsfähigen Alter, in Ausbildung oder Studium. Für sie bedeutet die Diagnose eine enorme psychische Belastung: Angst vor der Dunkelheit, Angst vor Arbeitsplatzverlust, eine Zukunft voller Unsicherheit. Dennoch fehlt es an Aufklärung, Forschung und gezielter Unterstützung für diese wachsende Patientengruppe. Gerade junge Betroffene wünschen sich eine Perspektive, dass sie ihren Beruf ergreifen, ein aktives Leben führen und langfristig unabhängig bleiben können.

Ich fordere daher eine gezielte Erhöhung der öffentlichen Forschungsausgaben im Bereich Glaukom – insbesondere für neuroprotektive Ansätze, Frühdiagnostik, innovative Therapieformen und lebensnahe Versorgungsforschung. Sehverlust ist irreversibel – wir brauchen Fortschritte nicht in 60 Jahren, sondern innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre. Denn jedes verlorene Augenlicht ist ein Menschenschicksal – und kein statistischer Kollateralschaden.

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