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Petition 184929

Krankheitsbekämpfung

Umsetzung eines verbindlichen Nationalen Sepsis-Plans vom 08.08.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird gefordert, Sepsis als nationale Gesundheitskrise anzuerkennen und einen verbindlichen Nationalen Sepsis-Plan umzusetzen. Dieser soll Aufklärung, Früherkennung, Behandlung und Nachsorge verbessern – um tausende vermeidbare Todesfälle zu verhindern, Leid zu reduzieren und milliardenschwere Folgekosten im Gesundheitssystem zu senken.

Begründung

Jährlich erkranken in Deutschland über 500.000 Menschen an Sepsis – mehr als an Herzinfarkt oder jeder einzelnen Krebserkrankung. Über 140.000 Menschen sterben daran. Sepsis ist damit die häufigste vermeidbare Todesursache in unserem Gesundheitssystem.

Etwa 75 % der Überlebenden leiden an schwerwiegenden Langzeitfolgen – körperlich, psychisch und sozial. Viele sind dauerhaft erwerbsunfähig, auf Pflege angewiesen oder sozial isoliert. Die gesellschaftlichen & wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens.

Sepsis verursacht Jahr für Jahr Milliardenkosten – durch Intensivbehandlungen, Langzeittherapien, Rehabilitationsmaßnahmen, Pflegegeld, Erwerbsunfähigkeit & Frührente. Ein großer Teil davon wäre durch bessere Aufklärung, Prävention & Nachsorge vermeidbar. Jeder investierte Euro in Früherkennung & Bildung spart mehrfach – an Kosten und an Leid.

Die durchschn. Behandlungskosten pro Betroffenen mit Langzeitfolgen lagen bereits 2015 bei knapp 15.000 €. Daraus ergeben sich:
7,68 Mrd. Euro für Akutbehandlungen,
16,1 Mrd. Euro für Folgebehandlungen (ambulant, stationär, Reha).

In Summe: 23,78 Mrd. Euro (Stand 2015).

Berücksichtigt man die Kostensteigerung im Gesundheitswesen bis heute, belaufen sich die jährlichen Gesamtausgaben infolge von Sepsis inzwischen auf über 32 Mrd. Euro – das entspricht etwa 6,5 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland.

Verglichen mit Australien, Schweden oder den USA hat Deutschland eine deutlich höhere Sepsis-Sterberate – etwa 70.000 Todesfälle jährlich wären laut Studien vermeidbar. In einer Analyse von über 100.000 Rettungsprotokollen wurde Sepsis nur in 0,1 % als Verdachtsdiagnose dokumentiert. Das zeigt, wie mangelhaft das Bewusstsein selbst im medizinischen Notfallbereich ist.

Andere Länder haben längst nationale Sepsis-Strategien umgesetzt. Internationale Organisationen wie WHO, UN und GSA fordern seit Jahren politische Maßnahmen.

Deutschland war 2017 Mitinitiator der WHO-Sepsis-Resolution und bekräftigte 2022 im G7-Kommuniqué seinen Willen zur Umsetzung. Doch bislang: Kein Plan. Keine Strategie. Kein politischer Wille.

Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf:
- Entwickeln Sie einen Nationalen Sepsis-Plan mit klaren Zuständigkeiten und messbaren Zielen.
- Starten Sie eine bundesweite Aufklärungskampagne.
- Schulen Sie medizinisches Personal in Früherkennung & Notfallreaktion.
- Erstellen Sie spezialisierte Nachsorgeangebote für Sepsis-Überlebende.
- Fördern Sie Forschung zur Sepsis-Prävention, Therapie & Nachsorge.
- Erfassen Sie die volkswirtschaftlichen Kosten von Sepsis & ihrer Folgen.

Sepsis ist kein Einzelfall – sie ist ein stilles Massenphänomen.

Jetzt ist die Zeit zu handeln. Jeder weitere Tag ohne Strategie kostet Menschenleben, Vertrauen – und vermeidbare Milliarden. Deutschland muss seine Verantwortung gegenüber Bürgerinnen und Bürgern wahrnehmen und Sepsis endlich den Stellenwert geben, den sie verdient: als nationale Priorität in der Gesundheitspolitik.

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