Text der Petition
• Machen Sie politischen und diplomatischen Einfluss geltend, um den Schutz palästinensischer Zivilisten sicherzustellen.
• Fordern Sie sichere humanitäre Korridore und eine sofortige, unabhängige Versorgung der Bevölkerung in Gaza und dem Westjordanland.
• Suchen Sie den Dialog mit Israels Regierung wie auch mit den Nachbarstaaten, um Schutzräume für Flüchtende zu ermöglichen.
• Erklären Sie Deutschlands Bereitschaft, im möglichen Umfang Menschen aufzunehmen.
Begründung
Petition an den Deutschen Bundestag: Für Sicherheit durch Menschlichkeit, Schutz der Zivilbevölkerung als Grundlage für Frieden
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie mit der eindringlichen Bitte, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung zu lindern, auch im Sinne der langfristigen Sicherheit Israels.
Ein Frieden, der auf Hoffnung beruht, ist stabiler als einer, der durch Verzweiflung erzwungen wird. Denn wer nichts zu verlieren hat, verliert auch die Hemmungen vor Gewalt. Solange der Krieg in dieser Form geführt wird, werden neue Kämpfer geboren; nicht aus Ideologie, sondern aus Hoffnungslosigkeit, Hunger und Ohnmacht.
Die Bilder von unterversorgten, vertriebenen und eingeschlossenen Familien, von hungernden Kindern in Gaza sind erschütternd. Es ist unbestreitbar, dass sich die humanitäre Lage dort dramatisch verschärft und doch sehen wir duldend zu. Auch das Leiden im Westjordanland ist nicht hinnehmbar.
Dieser Konflikt betrifft uns alle: Juden, Muslime, Christen und viele andere. Die entscheidende Frage ist: Welchen Umgang sind wir bereit zu dulden und damit zu rechtfertigen?
Was heute geschieht, wird später nicht mit Unwissen entschuldbar sein, so wie auch das Schweigen während früherer Menschheitsverbrechen nicht entschuldbar war. Die Bedrängnis der Palästinenser ist sichtbar, dokumentiert, bekannt.
Wer Israels Sicherheit wirklich sichern will, darf nicht hinnehmen, dass ausgerechnet im Namen dieser Sicherheit die Lebensgrundlage anderer Menschen dauerhaft zerstört wird. Denn wie können wir behaupten, eine Nation zu schützen, während wir dadurch eine andere dem Verderben preisgeben?
Das widerspricht unserem moralischen Anspruch, auch gegenüber Israel. Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung für universelle Menschenrechte.
Dem israelischen Volk dient man nicht, indem man es bedingungslos stärkt, sondern indem man glaubwürdig für Frieden mit seinen Nachbarn eintritt.
Nur so kann echte Sicherheit entstehen, nicht durch Unterwerfung, sondern durch Verständigung.
• Erklären Sie Deutschlands Bereitschaft, im möglichen Umfang Menschen aufzunehmen, als humanitären Akt und Ausdruck unserer Mitverantwortung. Zweifellos benötigen diese eine umfassende Betreuung, um das Erlebte zu verarbeiten.
Im Grunde bitte ich, den Palästinensern die Freiheit zu gewähren, das Land verlassen zu dürfen. Doch wer wird sie aufnehmen können, nachdem Sie so entmenschlicht wurden? Wo und wie findet so ein Volk ein Zuhause?
Ich bedaure, nicht früher gehandelt zu haben. Ich habe nicht geglaubt, dass sich das Leid derart zuspitzen könnte. Doch angesichts der anhaltenden Eskalation und der humanitären Katastrophe, die sich immer weiter vertieft, möchte ich tun, was ich kann, für beide Seiten.
Denn wer von Freiheit und Sicherheit spricht, darf nicht wegsehen, wenn beides täglich stirbt.