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Petition 186771

Sucht und Drogen

Neubewertung der Einstufung von Psilocybin und Psilocin sowie deren Ester im BtMG vom 17.09.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird gefordert, die Einstufung von Psilocybin und Psilocin sowie deren Ester im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) neu zu bewerten, den aktuellen Stand der Forschung zu berücksichtigen und eine Überführung ins Arzneimittelgesetz zu prüfen.

Begründung

Die aktuelle rechtliche Einstufung von Psilocin und Psilocybin als Betäubungsmittel erschwert nicht nur die Durchführung weiterer wissenschaftlicher Studien, sondern hindert auch Patienten daran, von den potenziellen therapeutischen Vorteilen dieser Substanzen zu profitieren. Eine Überführung dieser Substanzen ins Arzneimittelgesetz würde es ermöglichen, sie unter kontrollierten Bedingungen zu erforschen und anzuwenden, was sowohl die Patientenversorgung verbessern als auch die wissenschaftliche Forschung in Deutschland fördern könnte.

Neueste Studien belegen die Wirksamkeit von Psilocin und Psilocybin in der Behandlung von therapieresistenter Depression. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie zeigte signifikante Verbesserungen der Depressionssymptome nach einer einmaligen Gabe von Psilocybin. Diese Effekte hielten über mehrere Wochen an, was auf das langfristige Potenzial dieser Therapie hinweist. Darüber hinaus gibt es vielversprechende Forschungsergebnisse zur Anwendung von Psilocin und Psilocybin bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz. Studien zeigen, dass diese Substanzen die neuronale Plastizität fördern und somit das Fortschreiten solcher Erkrankungen verlangsamen könnten.

Deutschland hat im Juli 2025 als erstes EU-Land ein Compassionate Use-Programm für Psilocybin eingeführt, das es Patienten mit therapieresistenter Depression ermöglicht, diese Substanz unter medizinischer Aufsicht zu erhalten. Dieses Programm könnte als Modell für andere europäische Länder dienen und die Integration von Psilocybin in die medizinische Praxis vorantreiben.

Die aktuelle Einstufung von Psilocin und Psilocybin als Betäubungsmittel führt dazu, dass viele Menschen, die diese Substanzen nutzen, als Kriminelle stigmatisiert werden. Dies betrifft insbesondere verantwortungsvolle berufstätige Erwachsene mit Familien. Sie können durch Vorstrafen in diesem Bereich ihre Zukunft derzeit gefährden. Eine Überführung dieser Substanzen ins Arzneimittelgesetz würde nicht nur die medizinische Nutzung ermöglichen, sondern auch die gesellschaftliche Stigmatisierung verringern.

Angesichts der umfangreichen wissenschaftlichen Evidenz für das therapeutische Potenzial von Psilocin und Psilocybin, der erfolgreichen internationalen Modelle in Kanada, den USA und Australien, sowie der gesellschaftlichen Folgen der Kriminalisierung, fordert diese Petition eine Neubewertung der Einstufung im Betäubungsmittelgesetz.

Deutschland könnte als Innovationsstandort für psychedelische Medizin gestärkt, die Forschung beschleunigt und der Wirtschaft neue Chancen eröffnet werden, zum Beispiel durch zertifizierte Therapiezentren und Retreats. Zudem würde eine medizinisch regulierte Legalisierung die Stigmatisierung verantwortungsvoller Nutzer:innen beenden und Vorstrafen verhindern, die derzeit Existenzen gefährden.

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