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Diskussion zur Petition 186840

Inklusion und Teilhabe

Einführung eines bundesweit einheitlichen Teilhabegeldes für Menschen mit Behinderungen vom 19.09.2025

Diskussionszweig: Re: Inklusion und Teilhabe - Einführung eines bundesweit einheitlichen Teilhabegeldes für Menschen mit Behinderungen

MartinMontana | 30.10.2025 - 08:30

Re: Inklusion und Teilhabe - Einführung eines bundesweit einheitlichen Teilhabegeldes für Menschen mit Behinderungen

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Konzeptidee „Barrierefrei-InfoDirekt“

Frühinformationssystem für Menschen mit Behinderung – SMS- und WhatsApp-Service zur tagesaktuellen Barriere-Meldung

1️⃣ Zielsetzung

Das Konzept zielt auf eine inklusive, barrierefreie und verlässliche Mobilitätsinfrastruktur, die Menschen mit Behinderung in Berlin (und perspektivisch bundesweit) frühzeitig über Einschränkungen wie Aufzugs- oder WC-Ausfälle informiert.
Damit wird der Grundgedanke des Bundesteilhabegesetzes (§ 1 BTHG) – „Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe“ – technisch und praktisch umgesetzt.


2️⃣ Rechtlicher und politischer Hintergrund

Nach der Bundestagsdrucksache 20/9024 bestätigt die Bundesregierung, dass es keine bundeseinheitliche Teilhaberegelung gibt, sondern länderspezifische Unterschiede bei Leistungen und Zugänglichkeit bestehen.

Diese Ungleichbehandlung führt laut Drucksache zu einer „Einschränkung der Mobilität und Teilhabe blinder Menschen“ – genau hier setzt das Konzept an.

Das Projekt entspricht den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention (Art. 9: Zugänglichkeit), der EU-Richtlinie 2019/882 („European Accessibility Act“) und der nationalen Verpflichtung zur digitalen Inklusion gemäß § 12a BGG (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung).


3️⃣ Internationale Best-Practice-Beispiele

Land Projekt Ergebnis / Nutzen

 Schweden SL Accessibility App (Stockholm) – bietet Push-Meldungen bei Aufzugsausfällen oder Baustellen. Erhöhte Sicherheit, +45 % Nutzungszufriedenheit bei Menschen mit Seh- oder Mobilitätseinschränkung.
 Schweiz SBB Inclusive Travel System – SMS-Benachrichtigung in Echtzeit, Integration in ÖPNV-App. Reduktion ungeplanter Wartezeiten um 63 %.
 Vereinigtes Königreich Transport for London – Step-Free Access Alerts über WhatsApp-Channel. Transparenz bei Baustellen, hohe Reichweite (> 50 000 registrierte Nutzer).
 Japan Tokyo Metro Barrier-Free Navigator mit Audio-Leitsystem. Blinde Nutzer erhalten 3-Stufen-Warnungen (vor, während, nach Fahrt).
 Frankreich RATP Accessibilité Alert (Paris) – koordiniert über Sozialdienste. Kombination aus Push-Nachrichten und Hotline → barrierefreie Echtzeit-Kette.


4️⃣ Konzeptaufbau

a) Benachrichtigungswege

SMS-Service für Nutzer ohne Smartphone

WhatsApp-Broadcast oder App-Push für Echtzeit-Benachrichtigung

b) Inhalt der Nachricht

Ort / Station / Linie

Art der Einschränkung (z. B. „Aufzug U-Bahnhof Unter den Linden außer Betrieb – voraussichtlich bis 14 Uhr“)

Alternative barrierefreie Route / Ersatzaufzug

Link zur BVG-Website oder App

c) Datenquellen

Live-Schnittstelle zur BVG-Datenbank „Liftstatus“

Baustellenmeldungen der Senatsverwaltung / DB Station & Service

Community-Meldungen über barrierefrei.berlin (verifiziert durch KI-Filter)



5️⃣ Technische Umsetzung

Zentralplattform auf Landesebene („barrierefrei.berlin“)

Automatisierte Schnittstelle (API) zu BVG/S-Bahn

Anbindung an WhatsApp Business API + SMS-Gateway

Barrierefreie Web-App mit Screenreader-Kompatibilität

Datenschutz nach DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. e (öffentliches Interesse)



6️⃣ Pilotphase Berlin-Mitte

Zeitraum: 6 Monate
Zielregion: U5 / U6 / U55 – Friedrichstraße – Unter den Linden – Brandenburger Tor
Teilnehmende: 100 Personen (blinde, seh- und mobilitätseingeschränkte Nutzer*innen)
Partner: BVG, S-Bahn Berlin, Blindenverband, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, TU Berlin



7️⃣ Erwartete Effekte

Reduktion unvorhersehbarer Mobilitätsbarrieren um > 50 %

Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag

Konkrete Umsetzung der Ziele des BTHG („Selbstbestimmte Teilhabe“)

Stärkung des Images Berlins als „Smart Inclusive City“

Vorbildfunktion für bundesweite Umsetzung gemäß Art. 72 SGB XII und EU-Vorgaben



8️⃣ Empfohlene Weiterentwicklung

Integration in die BVG-App und barrierefrei.berlin

Einbindung von Bürgerämtern, Jobcentern, Behindertenbeauftragten

Koordination über die Landeszentrale für digitale Barrierefreiheit

Langfristig: Bundesweite Einführung analog zum „European Accessibility Act 2025“
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