Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, dass eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung auf Bauchspeicheldrüsenkrebs - z. B. durch Ultraschall oder MRT - als Kassenleistung ermöglicht wird, insbesondere für Menschen mit familiärer oder genetischer Vorbelastung. Ziel ist es, Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig behandelbar zu machen. Studien belegen, dass so das Leben vieler Betroffener um mehrere Jahre, teils bis zu zehn Jahre, verlängert werden kann.
Begründung
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten Krebsarten. In Deutschland erkranken jährlich viele Menschen daran. Aktuell wird die Krankheit jedoch bei etwa 10–15 % der Betroffenen so früh entdeckt, dass eine operative Entfernung (R0-Resektion) überhaupt noch möglich ist.
Zahlreiche wissenschaftliche Daten belegen, dass eine vollständige Tumorentfernung (R0-Resektion) in Kombination mit moderner Chemotherapie die Überlebenschancen deutlich verbessert:
In der CONKO-001-Studie (Oettle et al., JAMA 2013) erreichten operierte Patienten unter adjuvanter Chemotherapie eine 5-Jahres-Überlebensrate von über 20 %. In der ESPAC-4-Studie (Neoptolemos et al., Lancet 2017) wurde durch moderne Kombinationstherapie nach der Operation eine mittlere Überlebenszeit von rund 28 Monaten erzielt. Neuere Studien mit noch wirksameren Therapieschemata zeigen mittlerweile sogar eine mittlere Lebenszeit von über 4 Jahren und 5-Jahres-Überlebensraten um 40 %.
Registerdaten aus großen Zentren belegen, dass Langzeitüberlebende von mehr als 10 Jahren nach vollständiger Tumorentfernung keine Einzelfälle mehr sind. Diese Menschen können nach der Behandlung ein weitgehend normales Leben mit guter Lebensqualität führen – etwas, das bei einer Spätdiagnose kaum möglich ist.
Besonders wichtig: Früherkennung rettet Leben.
In internationalen Hochrisiko-Programmen, in denen gefährdete Personen regelmäßig mittels MRT oder Endosonographie (EUS) untersucht werden, konnte der Anteil der früh entdeckten Tumoren (Stadium I) auf 30–40 % gesteigert werden. Damit haben diese Patienten eine signifikant bessere Überlebenschance und oft mehrere zusätzliche Lebensjahre, teils über 10 Jahre.
Übertragen auf Deutschland würde das bedeuten, dass Tausende Betroffene jährlich in einem heilbaren oder langfristig kontrollierbaren Stadium erkannt werden könnten. Selbst wenn sich diese Ergebnisse nur auf Hochrisikogruppen anwenden lassen, zeigt dies das enorme Potenzial: Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht nicht nur ein längeres Überleben, sondern auch ein lebenswertes Leben – mit Teilhabe, Familienzeit und Perspektive.