Text der Petition
Mit der Petition wird die Einführung eines mobilen Apotheken-Notdienstes ("MediMobil") in ländlichen Regionen gefordert, um Patienten an Wochenenden oder abends direkt zu Hause mit Medikamenten zu versorgen, inklusive telefonsicher Beratung. Ziel ist die Vermeidung von Notfallbesuchen, Erhöhung der Patientensicherheit und Kosteneinsparung im Gesundheitssystem. Ein Pilotprojekt soll von Bund, Krankenkassen und Apotheken unterstützt und evaluiert werden.
Begründung
In vielen ländlichen Regionen Deutschlands, z. B. in Zeil am Main (Landkreis Haßberge, Bayern), stehen Patienten am Wochenende oder in den Abendstunden häufig ohne Zugang zu dringend benötigten Medikamenten.
Besonders betroffen sind Menschen ohne Führerschein oder Auto, ältere Patienten, chronisch Kranke sowie Familien mit kleinen Kindern.
Wenn der ärztliche Notdienst ein Rezept ausstellt, ist die nächstgelegene diensthabende Apotheke oft 15–25 km entfernt. Ohne eigenes Fahrzeug oder Hilfe ist der Zugang zu Medikamenten praktisch unmöglich. In der Folge suchen viele Patienten Notaufnahmen auf – was unnötige Kosten für das Gesundheitssystem verursacht und die Notfallambulanzen zusätzlich belastet.
Ein mobiler Apotheken-Notdienst („MediMobil“)“ könnte diese Versorgungslücke schließen und gleichzeitig die Effizienz im Gesundheitswesen erhöhen.
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Ziele und Ablauf des Projekts:
Ziel:
Erprobung eines mobilen Notdienst-Systems, bei dem eine diensthabende Apotheke Medikamente direkt an Patienten liefert, unter Einhaltung aller pharmazeutischen, rechtlichen und hygienischen Standards (§17 Apothekenbetriebsordnung).
Ablauf (Beispiel):
• Patient ruft die Notdienst-Apotheke an oder nutzt eine Online-Anfrage
• Apotheker prüft das Rezept und berät telefonisch
• Fahrerin / Fahrer (PTA, PKA oder geschulte Kraft) bringt das Medikament direkt nach Hause
• Lieferung erfolgt kontaktlos, mit Dokumentation und Empfangsbestätigung
Beispielhafte Umsetzung – Linden-Apotheke, 15.11.2025:
• Lieferungen: ca. 15 Patienten
• Kosten: ca. 180 €
• Einnahmen: ca. 187,50 € (Servicegebühr + Notdienstzuschlag)
• Gewinn für die Apotheke: ca. 7,50 €
• Gleichzeitig werden Notfallbesuche vermieden, Patienten direkt versorgt und die Apotheke bietet einen modernen Service
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Nutzen für das Gesundheitssystem und die Patienten:
• Kostenersparnis: Reduzierte Notfallbesuche → ca. 100–200 € pro Patient
• Patientensicherheit: Schnelle Versorgung bei akuten Beschwerden (z. B. Zahnschmerzen, Infekte, Asthma)
• Gesundheitsgerechtigkeit: Versorgung für Patienten ohne Auto oder eingeschränkter Mobilität
• Effizienzsteigerung: Entlastung der Apotheken und Notfallambulanzen
• Innovationsförderung: Stärkung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung auf dem Land
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Forderung:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen:
1. Die Einrichtung eines bundesweit geförderten Pilotprojekts „MediMobil – Mobiler Apotheken-Notdienst“ in ausgewählten ländlichen Regionen
2. Prüfung der Kostenübernahme und Abrechnungsmöglichkeiten für mobile Notdienste durch gesetzliche Krankenkassen
3. Evaluation des Pilotprojekts nach 12 Monaten hinsichtlich Effizienz, Patientenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit
4. Bei erfolgreichem Verlauf: bundesweite Umsetzung des mobilen Notdienstes