Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den Genozid an den Pontos-Griechen, der zwischen 1914 und 1923 im Osmanischen Reich stattfand und systematisch zur Vertreibung, Ermordung und Vernichtung von 350.000 Angehörigen der griechischen Minderheit am Schwarzen Meer führte, als Völkermord anzuerkennen und dies in einer parlamentarischen Erklärung festhalten.
Begründung
Zwischen 1914 und 1923 wurden im Osmanischen Reich systematische Verbrechen gegen die christlichen Minderheiten begangen – darunter Armenier, Assyrer und Pontos-Griechen. Diese Verbrechen erfüllten nach wissenschaftlichem und menschenrechtlichem Konsens die Merkmale eines Genozids gemäß der UN-Völkermordkonvention von 1948.
Im Fall der Pontos-Griechen handelt es sich um planmäßige Vertreibungen, Todesmärsche, Massaker, Deportationen, Zwangsarbeit und kulturelle Auslöschung. Zahlreiche Historiker, darunter internationale Experten für Völkermordforschung, erkennen diese Geschehnisse als Genozid an. Auch Staaten wie Griechenland, Zypern, Armenien und Schweden haben diesen bereits offiziell anerkannt.
Deutschland hat 2016 durch den Bundestag den Genozid an den Armeniern anerkannt und dabei betont, dass die Aufarbeitung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine universelle Verpflichtung darstellt. Es wäre daher folgerichtig und moralisch geboten, auch den Genozid an den Pontos-Griechen anzuerkennen, um das historische Unrecht zu benennen, das Gedenken an die Opfer zu wahren und zur Versöhnung beizutragen.
Eine solche Anerkennung wäre ein starkes Zeichen gegen das Vergessen, für die historische Verantwortung Europas und ein Beitrag zur internationalen Menschenrechtspolitik.