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Petition 190995

Kinderfragen

Anspruch auf ein eigenes Kinderzimmer vom 23.11.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird gefordert, einen Anspruch auf ein eigenes Kinderzimmer rechtlich zu verankern.

Begründung

Petitionsbeschreibung:
In Deutschland leben viele Kinder und Jugendliche in Wohnungen, in denen sie keinen eigenen Rückzugsraum haben. Ein eigenes Zimmer ist für Kinder besonders wichtig, um:
Privatsphäre zu haben und sich zurückziehen zu können,
Ruhe für Schule, Lernen und Hobbys zu finden,
persönliche Entwicklung, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu fördern,
Freunde einzuladen und soziale Kontakte zu pflegen,
ihren Körper, ihre Identität und Sexualität altersgerecht kennenzulernen.

Die UN-Kinderrechtskonvention empfiehlt bereits, Kindern einen privaten Rückzugsraum zu ermöglichen. Diese Empfehlung wird jedoch oft nur unzureichend umgesetzt – kleine Ecken oder Trennwände erfüllen die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend. Besonders Jugendliche brauchen die Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit, Identität und persönliche Entwicklung ohne ständige Einschränkungen durch andere Haushaltsmitglieder zu erleben.

Viele Kinder verbringen ihre gesamte Kindheit auf engem Raum mit Eltern und Geschwistern. Das kann ihre Entwicklung verzögern, die Selbstständigkeit einschränken und den Übergang ins Erwachsenenleben erschweren. Beengte Wohnverhältnisse können außerdem die mentale Gesundheit, Konzentration, Lernfähigkeit und emotionale Stabilität beeinträchtigen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig ein eigener Rückzugsraum ist. Zum Glück hatte ich zeitweise die Möglichkeit, mich zurückzuziehen. Ohne diese Möglichkeit hätte ich wahrscheinlich keinen privaten Raum gehabt, um mich zu konzentrieren, mich zurückzuziehen oder einfach ich selbst zu sein.

Zudem ist der Wohnraum in Deutschland oft ungerecht verteilt: Wohnungen bleiben nach Scheidungen, Tod oder Auszug von Familienmitgliedern oft bei Einzelpersonen, während Familien mit Kindern keine ausreichenden Räume finden. Große Wohnungen werden so blockiert, obwohl sie dringend für Kinder benötigt werden. Gleichzeitig werden Wohnungen häufig als Spekulationsobjekte genutzt, statt dem tatsächlichen Bedarf zu dienen.

Ich fordern:
Wohnungsbau und Förderprogramme sollen Kinderzimmer als Standard berücksichtigen. Jede Wohnung, in der Kinder leben, sollte mindestens ein separates Zimmer für Kinder haben, besser sogar pro Kind ab einem bestimmten Alter haben.

Soziale und städtische Wohnungsprogramme müssen sicherstellen, dass Familien ausreichend Wohnraum für die Entwicklung ihrer Kinder erhalten.

Rechtlicher Rahmen und Bewusstsein sollen Privatsphäre für Kinder als Grundrecht stärken, ähnlich wie Bildung und Gesundheit.

Kinder sollen die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen, ihre Identität zu entwickeln, Freundschaften zu pflegen und selbstständig zu werden – ohne durch Platzmangel in ihrer Entwicklung eingeschränkt zu sein. Eine Investition in kindgerechten Wohnraum ist eine Investition in die Gesundheit, Bildung und Zukunft unserer Kinder.

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