Text der Petition
Mit der Petition wird die Einführung des Berufs "Unterrichtshilfskraft" an allen Schulen gefordert. Unterrichtshilfskräfte unterstützen Lehrkräfte bei Motorik-, Konzentrations-, Sozial- und Alltagsförderung, entlasten im Unterrichtsalltag und stabilisieren Klassen mit steigenden Entwicklungs- und Förderbedarfen. Damit verbessern sie Lernbedingungen, Integration und Bildungsgerechtigkeit nachhaltig.
Begründung
Die Unterrichtshilfskraft (IHK-Ausbildung Meisterniveau/Bachelor)
Dieser Beruf soll Lehrkräfte im Schulalltag gezielt entlasten und Schülerinnen und Schüler in zentralen Basisfähigkeiten unterstützen, die für erfolgreiches Lernen unverzichtbar sind.
Deutschland steht vor massiven Herausforderungen an Schulen: Viele Kinder weisen Defizite in Feinmotorik (Stifthaltung, Schneiden, Basteln), Konzentration, Selbstregulation, Sprachkompetenz, sozialem Verhalten und grundlegender Selbstständigkeit auf. Gleichzeitig steigt der Förderbedarf durch heterogene Klassen, Inklusion, Ganztag und unterschiedliche soziale Hintergründe. Lehrkräfte können diese Vielfalt der Aufgaben allein nicht auffangen – und genau hier setzt das neue Berufsbild an.
1. Aufgabenprofil der Unterrichtshilfskraft
Unterrichtshilfskräfte übernehmen nicht die fachliche Unterrichtsverantwortung, sondern stärken jene Grundlagen, die Lernen erst ermöglichen. Dazu gehören:
Motorik- und Feinmotoriktraining (Schreibhaltung, Koordination)
Konzentrations- und Achtsamkeitseinheiten
Unterstützung bei Alltagskompetenzen (Ordnung, strukturiertes Arbeiten, Selbstständigkeit)
Förderung sozialer Kompetenzen (Konfliktlösung, Gruppenfähigkeit)
Begleitung kleiner Lerngruppen zur Festigung von Basisinhalten
Unterstützung inklusiver Lernsettings
Aufsicht, Routinen und Organisation im Klassenraum
Lehrkräfte bleiben pädagogisch verantwortlich, werden jedoch nachhaltig entlastet.
2. Qualifikation und Professionalisierung
Wir fordern die bundesweite Einführung einer zertifizierten Weiterbildung (6–12 Monate, EQR-Level 3–4), die Entwicklungspsychologie, Motorik, Lern- und Konzentrationsförderung, Inklusion, Kommunikation, Diagnostik und Schulrecht umfasst. So entsteht ein klar definiertes, professionelles Berufsbild – vergleichbar mit Assistenzrollen in anderen europäischen Schulsystemen.
3. Nutzen für Schulen, Lehrkräfte und Kinder
Unterrichtshilfskräfte ermöglichen:
kleinere, individuellere Fördersettings – auch während des Unterrichts
bessere Unterstützung von Kindern mit Entwicklungsrückständen
mehr Zeit für Lehrkräfte für fachlichen Unterricht
ein stabileres Klassenklima und weniger Störungen
effizientere Inklusion
höhere Lern- und Bildungschancen besonders für benachteiligte Kinder
4. Gesellschaftliche Bedeutung
Die Unterrichtshilfskraft schafft ein tragfähiges Fundament für ein modernes, gerechtes Bildungssystem. Sie verbessert die Qualität des Unterrichts, stärkt die Entwicklung von Kindern und wirkt langfristig Bildungsarmut entgegen. Angesichts des Lehrkräftemangels ist dies kein „Nice-to-have“, sondern eine notwendige strukturelle Reform.
Wir bitten den Bundestag daher, die Einführung des Berufsbildes rechtlich zu verankern, Finanzierungspfade zu definieren und Pilotprogramme bundesweit zu fördern.