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Petition 192644

Gesundheitsfachberufe

Einführung des Berufs "Pharmaceutical Assistant" als gehobene Qualifikation an Fachhochschulen vom 30.12.2025

Text der Petition

Mit der Petition wird die Einführung des Berufs "Pharmaceutical Assistant" als gehobene Qualifikation an Fachhochschulen gefordert. Dieser Beruf soll Apotheken entlasten, die Arzneimitteltherapiesicherheit stärken und Menschen ohne NC-Zugang eine hochwertige pharmazeutische Laufbahn ermöglichen. Zusätzlich soll ein verkürztes Graduiertenstudium den Übergang zur Approbation als Apotheker eröffnen.

Begründung

Die Arzneimittelversorgung in Deutschland steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Apotheken kämpfen mit Fachkräftemangel, steigender Arbeitsbelastung, komplexeren Medikationsplänen, neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und einer immer älter werdenden Bevölkerung. Gleichzeitig verschärfen Lieferengpässe, Bürokratie und Digitalisierung den Druck auf das System. Um die Versorgung langfristig zu sichern, braucht es eine neue, gehobene Qualifikationsebene im pharmazeutischen Bereich: den Pharmaceutical Assistant (PA‑Pharm).
Deutschland hatte solche Berufsprofile bereits: den Apothekerassistenten in Westdeutschland und den Pharmazieingenieur in der DDR. Beide Berufe waren hochqualifiziert, praxisnah und entlastend. Mit ihrer Abschaffung entstand eine strukturelle Lücke, die bis heute nicht geschlossen wurde. Während andere Länder moderne, gehobene pharmazeutische Berufe etabliert haben – etwa Clinical Pharmacy Technicians (UK), Pharmacy Technologists (Kanada, Australien) oder Advanced Pharmacy Assistants (USA) – verfügt Deutschland nur über die PTA und den approbierten Apotheker. Die fehlende Zwischenstufe führt zu Überlastung, ineffizienten Abläufen und einer unnötigen Bindung hochqualifizierter Apotheker an Tätigkeiten, die delegierbar wären.
Der Pharmaceutical Assistant soll an Fachhochschulen ausgebildet werden und eine gehobene Qualifikationsebene darstellen, vergleichbar mit Physician Assistants, Pflegefachpersonen HF (Schweiz) oder Diplomkrankenpflegern (Österreich) bzw Bachelor Nurses. Er übernimmt anspruchsvolle Aufgaben wie die Vorbereitung von Medikationsanalysen, Interaktionsscreenings, digitale Medikationsplanpflege, Telepharmazie‑Unterstützung, Qualitätsmanagement und delegierbare pharmazeutische Dienstleistungen. Damit erhöht er die Arzneimitteltherapiesicherheit und entlastet Apothekerinnen und Apotheker gezielt dort, wo es fachlich sinnvoll ist.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Durchlässigkeit im Bildungssystem. Viele motivierte junge Menschen scheitern am Numerus Clausus, obwohl sie hervorragend geeignet wären. Der PA‑Pharm bietet ihnen eine hochwertige, anspruchsvolle Alternative. Gleichzeitig sollte ein verkürztes Graduiertenstudium Pharmazie geschaffen werden, das Absolventinnen und Absolventen des PA‑Pharm den Übergang zur Approbation ermöglicht. Dieses Modell verhindert Talentverlust, stärkt die Versorgung und schafft moderne, flexible Karrierewege.
Der Pharmaceutical Assistant ist kein Assistenzberuf, sondern eine untere höhere Qualifikation, die das System stabilisiert, die Versorgung verbessert und Deutschland international wieder anschlussfähig macht. Die Einführung dieses Berufs ist ein notwendiger Schritt, um die Arzneimittelversorgung zukunftssicher zu gestalten und die Apotheken als tragende Säule des Gesundheitswesens zu stärken.

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