Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, ein bundesweit einheitliches, kompetenzbasiertes Assessment- und Brückenqualifizierungssystem einzuführen, das vorhandene berufliche Potenziale besser erfasst, bestehende Förderinstrumente verbindlich verknüpft und passgenaue Übergänge in Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung ermöglicht.
Begründung
Deutschland steht vor einem strukturellen Widerspruch: Einerseits wird über Fachkräftemangel, unbesetzte Ausbildungsplätze und fehlend geeignete Bewerber geklagt, andererseits bleiben viele Menschen ohne passende Perspektive, obwohl sie über verwertbare Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale verfügen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass berufliche Eignung noch immer stark über Schulabschlüsse, Noten und geradlinige Bildungswege bewertet wird, obwohl diese Merkmale tatsächliche Kompetenzen nur unvollständig abbilden.
Zugleich existieren bereits zahlreiche Förder- und Übergangsinstrumente, diese arbeiten jedoch weitgehend als zersplitterte Teilsysteme nebeneinander. Es fehlt eine bundesweit einheitliche, standardisierte Assessment- und Steuerungsstruktur, die Kompetenzen zuverlässig erfasst, Förderbedarfe klar ableitet und daraus einen konkreten, arbeitsmarktnahen Qualifizierungsweg macht.
Ein einheitliches Assessment- und Brückenqualifizierungssystem könnte diese Lücke schließen. Im Mittelpunkt stünde kein reines Aussieben nach formalen Kriterien, sondern die Erstellung eines differenzierten Kompetenzprofils. Auf dieser Grundlage sollen Menschen nicht wegen einzelner Defizite ausgeschlossen, sondern über modulare Brückenqualifizierungen gezielt an Ausbildung, Qualifizierung oder Beschäftigung herangeführt werden.
Bestehende Maßnahmen und Institutionen sollen dabei nicht ersetzt, sondern über verbindliche Schnittstellen zusammengeführt werden. Sprachbezogene Förderbedarfe könnten beispielsweise an bereits bestehende spezialisierte Bundesinstrumente, insbesondere geeignete Angebote des BAMF, angebunden werden. Ebenso sollten vorhandene angelehnte Strukturen in ein übergreifendes Bündnis eingebunden werden.
Ein solches System würde individuelle Chancen verbessern, unnötige Übergangsschleifen verringern, öffentliche Fördermittel zielgerichteter einsetzen und zugleich einen wirksamen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.