Text der Petition
Ich fordere eine Reform des Steuerrechts mit dem Ziel, die steuerliche Bevorzugung der Ehe zu beenden und durch eine individuelle Besteuerung zu ersetzen. Das Steuersystem soll an die heutige gesellschaftliche Realität angepasst werden und alle Lebensmodelle unabhängig vom Familienstand gleich behandeln. Die gezielte Unterstützung von Menschen mit Kindern soll ausdrücklich erhalten bleiben.
Begründung
Das derzeitige Steuersystem in Deutschland bevorzugt bestimmte Lebensmodelle, insbesondere die Ehe mit ungleichen Einkommensverhältnissen. Durch Instrumente wie das Ehegattensplitting werden verheiratete Paare steuerlich entlastet – unabhängig davon, ob beide Partner erwerbstätig sind oder nicht. Diese Regelung basiert auf einem gesellschaftlichen Leitbild, das heute so nicht mehr der Realität entspricht. In der Vergangenheit war die Ehe häufig durch eine klare Rollenverteilung geprägt, bei der ein Partner (meist die Frau) nicht erwerbstätig war und finanziell mitversorgt wurde. Heute hingegen sind Doppelverdiener-Haushalte weit verbreitet, und die Zahl der alleinstehenden Personen ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig haben sich Lebensentwürfe pluralisiert. Trotz dieser Veränderungen bestehen steuerliche Vorteile fort, die an den Familienstand geknüpft sind. Dies führt dazu, dass alleinstehende Personen im Vergleich häufig eine höhere finanzielle Belastung tragen, obwohl sie ihre Lebenshaltungskosten allein decken müssen. Dadurch entsteht eine strukturelle Ungleichbehandlung, die dem Prinzip der steuerlichen Neutralität widerspricht. Ähnliche Strukturen finden sich auch im Beamtenrecht, etwa im Familienzuschlag, bei dem der Familienstand weiterhin eine Rolle spielt. Auch hier stellt sich die Frage, ob eine solche Differenzierung noch zeitgemäß ist oder an die heutige gesellschaftliche Realität angepasst werden sollte. Ziel eines modernen Steuersystems sollte es sein, individuelle Leistungsfähigkeit zu besteuern – nicht den Beziehungsstatus. Unterschiedliche Lebensmodelle sollten nicht unterschiedlich bewertet oder finanziell beeinflusst werden. Wichtig ist dabei: Diese Forderung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Unterstützung von Menschen mit Kindern. Im Gegenteil sollte staatliche Förderung gezielt dort ansetzen, wo tatsächliche Verantwortung übernommen wird – etwa bei der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Die Reform des Steuerrechts sollte daher darauf abzielen, die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig vom Familienstand zu gewährleisten und gleichzeitig familienpolitische Leistungen sinnvoll und gerecht auszugestalten. Diese Petition versteht sich als Anstoß, die bestehende Regelung im Lichte der heutigen gesellschaftlichen Realität zu überprüfen und weiterzuentwickeln.