Text der Petition
Die Petition fordert, die Krankenkassenbeiträge für Solo-Selbstständige zu senken. Diese tragen das volle wirtschaftliche Risiko, erhalten kein Einkommen im Krankheitsfall und müssen zusätzlich für die Altersabsicherung vorsorgen. Für viele Fachkräfte ist die freiberufliche Tätigkeit keine freiwillige Entscheidung, sondern in Branchen mit strukturell verbreiteter oder erwarteter Freiberuflichkeit oft die einzige Möglichkeit, qualifiziert tätig zu bleiben.
Begründung
Als Bürgerin und freiberuflich tätige Trainerin in der Erwachsenen-Weiterbildung wende ich mich an den Deutschen Bundestag, um auf ein strukturelles Problem aufmerksam zu machen, das zahlreiche Solo-Selbstständige betrifft. In meiner Branche ist es nachweislich schwierig, eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung zu erhalten; die freiberufliche Tätigkeit stellt daher für viele Fachkräfte keine freiwillige Entscheidung dar, sondern oft die einzige Möglichkeit, qualifiziert zu arbeiten.
Trotz dieser Situation werden Freiberuflerinnen und Freiberufler in der gesetzlichen Krankenversicherung wie selbstbestimmte Unternehmerinnen behandelt, ohne dass ihnen vergleichbare Absicherungen gewährt werden.
Als Freiberuflerin habe ich keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keine automatische Absicherung bei Auftragsausfall und trage das gesamte wirtschaftliche Risiko allein. Bei Krankheit verliere ich Einkommen und riskiere zudem die langfristige Bindung zu meinen Auftraggebern.
Die hohe Beitragslast zwingt mich, meine Honorare entsprechend anzusetzen, was meine wirtschaftliche Tragfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit erheblich einschränkt.
Das aktuelle System ist aus meiner Sicht strukturell unausgewogen: Solo-Selbstständige tragen ein hohes finanzielles Risiko, das im Beitragsrecht nicht ausreichend berücksichtigt wird. Besonders problematisch ist dies in Branchen, in denen Freiberuflichkeit systembedingt verbreitet oder sogar erwartet wird.